BAD NEUSTADT

Vill'sche: Ver.di offen für Gegenvorschläge

Es war nicht anders zu erwarten. Bei ver.di in Schweinfurt sieht Gewerkschaftssekretärin Stefanie Wedde die Situation im Bad Neustädter Stiftungs-, Alten- und Pflegeheim aus einem anderen Blickwinkel als die Geschäftsführung und Aufsichtsrat vor Ort (wir berichteten).

Zum einen, so betont sie, sei das Problem der Refinanzierung der Pflege nicht das alleinige Problem in dem Bad Neustädter Heim: „Es ergeht allen Heimen so, in der ganzen Bundesrepublik!“ Zum anderen sei es natürlich der einfachere Weg Kosten zu sparen, wenn die Schraube an den Personalkosten gestellt werde.

Vor einigen Wochen habe die Geschäftsführung noch von drohender Insolvenz gesprochen. Das habe für Unruhe gesorgt bei den Mitarbeiterinnen, bei den Bewohnern und auch in der Bevölkerung von Bad Neustadt. Nun werde das revidiert, der Geschäftsführer spreche für 2011 sogar von einem Gewinn von 8000 Euro. Ver.di bekomme aber die 2011-Zahlen nicht wie versprochen.

Der Vorwurf von Wedde lautet, es werde nicht in alle Richtungen nach einer Lösung gesucht. Offensichtlich gebe es für Geschäftsführung und Aufsichtsrat nur eine Lösung: Personalkosten sparen.

Dass naturgemäß in solchen Fällen Gewerkschaft und Geschäftsführung unterschiedliche Positionen einnehmen, ist aus der Sicht von Stefanie Wedde völlig normal – zumal das natürlich zwei subjektive Sichtweisen seien. Gerade deshalb hält sie einen objektiven Blick auf die wirtschaftliche Situation durch einen externen Prüfer bei derart konträren Positionen für wichtig. Natürlich sei das nicht billig, doch die von Geschäftsführer Mathias Wagner genannten 20 000 Euro bezeichnet sie dafür als zu hoch.

Bei einem Sanierungstarifvertrag mit ver.di gibt es nach ihren Worten gewisse Standards. Es sei üblich, bei solch einem Tarifvertrag ein externes Gutachten erstellen zu lassen, schließlich gehe es dabei um eine Absenkungen der Löhne von Mitarbeiterinnen, die für die wirtschaftliche Situation nicht einmal verantwortlich seien.

Offensichtlich, so die Gewerkschaftssekretärin, hätten Geschäftsführung und Aufsichtsrat aber kein Interesse an einem solchen Sanierungstarifvertrag. Wenn das aber so sei, dann erwartet sie einen Gegenvorschlag. Von Gewerkschaftsseite sei man jedenfalls für alle Vorschläge offen und diskussionsbereit.

ver.di-Aktionstag

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