VOLKERSBERG

Volkersberg ist seit Anfang August ohne Dominikanerinnen

Schwester Marie-Christopher Wehner engagierte sich besonders in den Brückenauer Seniorenheimen. Seit 2010 war sie zum zweiten Mal am Volkersberg.

Sie sind weg: Mit Melanie Lehn und Marie-Christopher Wehner haben die beiden letzten Ordensfrauen den Volkersberg verlassen. Sie sind Anfang August in ihr deutsches Mutterhaus zurückgekehrt, das Kloster in Neustadt am Main. Damit geht das Kapitel Missionsdominikanerinnen am Volkersberg nach 92 Jahren zu Ende.

„Sie sind die gute Seele des Hauses“, hatte der Brückenauer Bürgermeister die Dominikanerinnen bei der 80-Jahr-Feier gewürdigt. 2001 waren fünf Nonnen am Volkersberg tätig, neun Jahre später drei, zuletzt nur noch die beiden, mittlerweile 78 beziehungsweise 70 Jahre alt. Offiziell verabschiedet werden sie am 15. Dezember.

Schwester Melanie könnte mit 31 Dienstjahren eine Rekordmarke halten. „Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass sie den Volkersberg zu Lebzeiten verlässt“, verdeutlicht Pfarrer Michael Krammer die emotionale Verwurzelung der Nonne, die das Pfarrbüro führte, sich um Wallfahrtskirche, Kapelle und bei Bedarf um die Jugendlichen kümmerte. Bei der internen Abschiedsfeier habe sie Tränen in den Augen gehabt, so Krammer, „aber kein Drama draus gemacht“.

Schwester Marie-Christopher war von 1980 bis 1984 und dann wieder seit 2010 am Volkersberg: Sie engagierte sich in den Brückenauer Seniorenheimen. Dazwischen hatte sie 25 Jahre Religion an der Mädchenrealschule in Dießen gelehrt.

Ihren Orden gegründet hatten Dominikanerinnen aus Augsburg 1889 im südafrikanischen Oakford. Um für Nachwuchs und Geld zu werben, wurde 1909 die deutsche Provinz in Neustadt gegründet. Zwölf Jahre später kaufte der Orden ein Haus auf dem Volkersberg, das Arme Schulschwestern bis dahin als Waisenhaus für katholische Mädchen betrieben hatten. Die Dominikanerinnen bereiteten dort bis 1939 bis zu 20 Frauen auf die Einkleidung vor und betrieben Landwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen sie Ausgebombte und Heimatvertriebene auf. 1955 verkaufte der Orden sein Haus an die Diözese Würzburg, die dort ihre Jugendbildungsstätte und Landvolkshochschule einrichtete. Ein Jahr später wurden die Nonnen aus Neustadt wieder gebeten, die Hauswirtschaft zu übernehmen, bei der Bildungsarbeit mitzuhelfen.

Von den derzeit 143 Schwestern leben 70 in Südafrika, sechs in England, 18 in den USA und 49 in Deutschland. Nach dem Rückzug vom Volkersberg sind die Missionsdominikanerinnen jetzt – neben dem Hauptsitz in Neustadt mit 24 Schwestern – nur noch in Dießen am Ammersee sowie in Flörsheim am Main tätig.

Schwester Melanie Lehn war nach 31 Jahren am Volkersberg verwurzelt. Neben der Verwaltung kümmerte sie sich um die Gottesdienstvorbereitung. Foto: ArchivB. Bedacht

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