Bad Neustadt

Von Elektroautos, Versicherungen und agilem Handeln

Zum zweiten Mal 12min.me im Rhön-Gymnasium mit (von links): Organisator Markus Schiefhauer, Nino Fischlein, Stefan Weigand, Moderator Michael Feiler und Jopp-Geschäftsführer Martin Büchs. Foto: Stefan Kritzer

Drei Referenten, 12 Minuten Redezeit, 12 Minuten Diskussionszeit und 12 Minuten Networking, also Austausch aller Teilnehmer untereinander. Zum zweiten Mal gab es im Rhön-Gymnasium bei 12min.me Gelegenheit in lockerer Atmosphäre zu diskutieren, zuzuhören, etwas zu trinken und dabei Menschen kennenzulernen. Und das alles zu ganz unterschiedlichen Themen.

Das orangefarbene Licht und die dazu passenden T-Shirts der Organisatoren gehören dazu. 12min.me ist ein bundesweit wie weltweit agierender Verein mit mittlerweile mehreren zehntausend Mitgliedern, die vor allem der Zahl "12" besondere Bedeutung beimessen. Vor allem was die Vortragslänge angeht. Zwölf Minuten und keine Sekunde mehr. So hält man die Inhalte kurz und knapp sowie die Zuhörer bei Laune und vor allem wach.

Das neue Format aus Vortrag eines Referenten (modern: "Speaker"), Diskussion und gemeinsamem Austausch erlebte jetzt seine zweite Auflage im Rhön-Gymnasium. Organisator Markus Schiefhauer und Moderator Michael Feiler, Geschäftsführer der Tourismus und Stadtmarketing GmbH, hätten sich zwar ein paar Teilnehmer mehr gewünscht, aber vielleicht muss sich das neue und attraktive Format einfach noch mehr herumsprechen.

Ökorealismus statt Ökopopulismus

An den Speakern kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Mit Martin Büchs war der Geschäftsführer der Jopp Automotive GmbH als Speaker gekommen. Sein Thema: "Kann das Elektroauto das Klima retten?" Eine derzeit äußerst kontrovers diskutierte Frage. Was Martin Büchs darüber denkt, sagt er offen heraus. "Wirkliche ökologische Effekte wird es nur geben, wenn die Autos kleiner und die Batterien effizienter werden." Das Klima retten werden die Elektroautos wohl kaum, da lediglich 22 Prozent des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen verursacht werden. Und es gibt immer mehr Autos auf der Welt. "Wir brauchen mehr Ökorealismus statt Ökopopulismus", so Büchs. "Die Prioritäten in der Klimakrise müssen anders gesetzt werden", fordert der Jopp-Geschäftsführer. "Zu allererst müssen wir die Wälder wieder aufforsten." Die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr stetig an. Und alle Menschen wollen Auto fahren. Positive Klimaeffekte durch das Elektroauto kann Büchs so nicht erkennen.

"Die Elektromobilität hat gute Chancen beispielsweise in der Stadt und für kurze Fahrten", sagt Martin Büchs. Ob aber die von der Autoindustrie derzeit bevorzugt verkauften großen und schweren Elektroautos das Klima retten? "Eher nicht!"

Ein Leben ohne Barrieren

Im zweiten Vortrag des Abends sprach mit Stefan Weigand ein gelernter Koch und studierter Wirtschaftsingenieur über agile Unternehmensführung. Er plädiert für ein Leben ohne Barrieren. "Jeder hat seine ganz eigenen Barriere im Leben", so Weigand und empfiehlt seinen Zuhörern: "Einfach an sich glauben und kritisch mit sich selbst sein." Über seine Website actagile.de plädiert Stefan Weigand für ein agiles Handeln in der Unternehmenspolitik.

Nach zwei Semestern Studium der Betriebswirtschaftslehre hat es Nino Fischlein gereicht. Er schmiss hin und wurde Versicherungsvertreter. Mittlerweile hat er 13 Mitarbeiter, 12.000 Kunden und für sein junges Unternehmen einen Innovationspreis erhalten. "Ich möchte zeigen, dass es auch anders geht", sagt der Versicherungsexperte, der gerne mit den branchenüblichen alten Glaubenssätzen bricht. "Machen ist wie wollen", sagt er. "Nur krasser!"

Die dritte Auflage von 12min.me ist schon in Planung. Wer gerne Vorträge hört und mitdiskutiert, sollte sich dieses neue Format unbedingt mal vormerken.

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