MELLRICHSTADT

Von der Herde zum Laden

Schafhofladen eröffnet: Dass die Stadt sich über die Eröffnung des neuen Geschäfts in Mellrichstadt freut, bewiesen die ...

Ein kleines Geschäft hat jetzt in Mellrichstadt eröffnet: der Schafhofladen in der Bauerngasse 56. Zu seiner Eröffnung gratulierte viel lokale Prominenz der Besitzerin Verena Heidenreich und ihrem Mann Simon Groenen.

Der Name des Ladens legt schon nahe, welche Waren zum Kauf angeboten werden – Produkte, für welche das Schaf Rohstoffe liefert. Obwohl das eine Spezialisierung bedeutet, ist das Warenangebot vielfältig. Verena Heidenreich erläuterte, wie viele verschiedene Sorten von Schafwolle sie anbieten kann, in zahlreichen verschiedenen Farben eingefärbt, Sorten, die ganz unterschiedliche Eigenschaften haben, weil sie von verschiedenen Schafrassen stammen. Das sind teilweise auch solche, die auf der roten Liste der aussterbenden Arten oder unter Beobachtung stehen, das Coburger Fuchsschaf, das Brillenschaf, das Bergschaf oder das alpine Steinschaf. Woll- und andere Waren von solchen Schafen zu kaufen, bedeute somit, einen Beitrag zum Erhalt der bedrohten Tierart zu leisten. Selbstverständlich bietet der Laden auch Wolle des einheimischen Rhönschafs an.

Wollsachen und Gestricktes sind wieder „in“. Heidenreich baut darauf, dass zu ihr nicht nur Oma und Tante kommen, sondern auch junge Leute, die Freude an dieser handwerklichen Kunst haben. Die Wolle dazu erhält sie vor allem aus Deutschland und Österreich, teilweise aber auch aus Südamerika.

Bekleidung kann beim Schafhofladen auch nach Größe bestellt werden, wenn sie nicht vorrätig sein sollte. Wolle zum Füllen von Kissen, Kuscheltieren, Babyschlafsäcken stehen zum Verkauf, ja sogar Schafbutterseife gibt es. Die lässt sich aus Schafmilch machen, ist wegen ihrer Reinheit gut für Allergiker und zugleich ein Mittel gegen Mottenbefall. Das Fleisch der Rasse Southdown gilt als Delikatesse. Heidenreich und ihr Mann sind die einzigen Züchter in Deutschland, die sich diesem Schaf im Rahmen der Organisation „Herdbuch“ gewidmet haben.

Verena Heidenreich erzählt, wie es zu ihrem Schafhofladen kam. Ihr Sohn Sebastian hatte im Juli 2012 zwei Schafe geschenkt bekommen. Glücklicherweise verfügte die Familie über Stallungen, um die Tiere unterzubringen. Für Sebastian war die Schafpflege ein Hobby. Doch als er auszog und die inzwischen etwas gewachsene kleine Herde an seine Eltern übergeben musste, machten diese aus der Schafzucht ein richtiges Geschäft. Heute haben sie 29 Schafe, in der Lammzeit können es bis zu 60 Tiere sein. Die Wolle ihrer Schafe liefern sie an eine Behindertenwerkstatt in Hessen, die sich auf die Verarbeitung dieses Rohstoffs spezialisiert hat. Sebastian aber hat einen Lehrgang besucht, um die Schafe seiner Eltern fachmännisch zu scheren, und das heißt, den Tieren gründlich, aber ohne sie zu verletzen, ihre Wolle abzunehmen.

Verena Heidenreich und Simon Groenen freuen sich auf Kundenbesuch.

Das Geschäft ist freitags und samstags von 10 bis 12.30 Uhr geöffnet.

Schafhofladen eröffnet: Verena Heidenreich ist die Chefin des neuen Ladens. Foto: Fred Rautenberg

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