Hendungen

Vorbildliches Wegenetz im Hendunger Wald

Dank ihrer Laubholzbestände ist die Gemeinde Hendungen bei der Waldbewirtschaftung recht gut aufgestellt. Insbesondere für Eichen boomt der Markt.
Gut aufgestellt für die Zukunft: Im Hendunger Gemeindewald steht viel Laubholz.
Gut aufgestellt für die Zukunft: Im Hendunger Gemeindewald steht viel Laubholz. Foto: Symbolbild: Roland Schönmüller

Das Thema Forst nahm in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hendungen breiten Raum ein. Dazu konnte Bürgermeister Florian Liening-Ewert Forstdirektor Hubert Türich, die Forstanwärterin Julia Bischof und Revierförster Matthias Schlund vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) begrüßen.

Türich gab zunächst allgemeine Informationen über das Waldjahr 2018. Aufgrund von wiederkehrenden Stürmen in Europa liegen riesige Holzmengen an Fichten und anderen Nadelhölzern. Dazu kommt die rasante Vermehrung des Borkenkäfers durch das Trockenjahr 2018. Damit einher gehe der Preisverfall am Holzmarkt. Hendungen habe den großen Vorteil, dass im Gemeindewald auch viel Laubholz steht, insbesondere Eichen. "Hier boomt der Markt, davon kann die Gemeinde betriebswirtschaftlich profitieren", so Türich.

Laubholzarten mit Zukunft

In Europa seien die Rahmenbedingungen für Forstbetriebe denkbar ungünstig. 2018 war laut Waldklimastation Bad Brückenau das trockenste und heißeste Jahr seit der Zeitaufschreibung. Sollten die Trockenperioden öfter kommen, müsse man sich auch in Hendungen Gedanken machen, ob man mit der ganzen Baumartenpalette richtig aufgestellt sei, wenngleich hier Laubholzarten vertreten sind, die Zukunftsformate haben. 

Julia Bischof ist seit Dezember Forstanwärterin beim AELF. Sie ging auf Schädlinge wie Borkenkäfer, Kupferstecher und Buchdrucker ein, die ein sehr großes Vermehrungspotenzial insbesondere in Monokulturen haben. Mischbestände zu schaffen, würde bei der Bekämpfung helfen, machte sie deutlich. 

Weniger Einschlag als geplant

Förster Matthias Schlund legte anschließend den Jahresbetriebsnachweis 2018 für den Gemeindewald Hendungen vor. Er referierte über Holzeinschlag, Forstkulturen und Wegebau. Laut Plan 2018 sollten zur Verjüngungsnutzung 1725 Festmeter eingeschlagen werden, tatsächlich wurden 648 Festmeter geschlagen. Die Altdurchforstung stand mit 950 Festmetern im Plan, tatsächlich waren es 567 Festmeter. Der Planung der Jungdurchforstung mit 150 Festmetern standen lediglich 15 Festmeter gegenüber. Beim Holzeinschlag waren 3400 Festmeter geplant, geschlagen wurden aber nur 1245 Festmeter. 

Reinhold Seifert bemängelte dabei, dass bei den nicht ausgeführten Arbeiten keine Begrünung angegeben war und schlug vor, die Arbeiten künftig rechtzeitig zu vergeben. Forstdirektor Hubert Türich stellte klar, dass die Kapazitäten der Unternehmer nicht ausreichen. Den Vorschlag von Joachim Breun, vielleicht wieder auf eigene Leute zu setzen, bezeichnete Türich als Ideallösung. Allerdings würde das an den betriebswirtschaftlichen Fragen scheitern. 

Hervorragendes Wegenetz

Matthias Schlund stellte dann den Jahresbetriebsplan 2019 vor. Die Vornutzung liegt im Jahresbetriebsplan bei 1275 Festmetern. Der Gesamteinschlag ist mit 3000 Festmetern vorgesehen. Geplant ist die Pflanzung eines Mammutbaums. 15 000 Euro sollen für den Wegebau eingeplant und damit das Netz in Ordnung gehalten werden. Vorgeschlagen sind der Königshöfer Weg und die Breite Straße. Hubert Türich lobte, dass Hendungen eine der wenigen Gemeinden ist, die Geld investieren, um ihr Wegenetz in Ordnung zu halten. Sie könnten mit den bayerischen Staatsforsten konkurrieren. 

German Schüler sprach die Forstreform von 2005 an, wonach die Forstverwaltung die Beförsterung der Kommunalwälder einstellen will. Im Landkreis hätten sich schon große Kommunen umorientiert. Hubert Türich stellte klar, dass bislang für Hendungen keine Kündigung ausgesprochen worden sei. Im Moment stehe die Zusage des Ministers, dass bis 2025 die staatliche Betriebsverwaltung für Kommunen bis 2000 Hektar gewährleistet sei. 

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