Oberstreu

Vorteile der Zwischenfrüchte in der Landwirtschaft

Pflanzenbauberater Jan Röger vom AELF Bad Neustadt zeigt an einer Senfpflanze die Vorteile der Winterbegrünung für den Boden. Je mehr Pflanzenmasse im Herbst aufwächst, desto mehr Stickstoff und damit Nitrat bindet die Pflanze. Foto: Theresia Dietz

Rund 70 Landwirte nutzten das Angebot des Berufskollegen Ludwig Geis in Oberstreu, um sich über das Thema „Zwischenfrüchte - Wasserverbraucher oder Wasserspeicher?“ zu informieren. Der Betrieb von Geis ist Demobetrieb „Gewässer-, Boden-, Klimaschutz“. Er arbeitet mit dem Pflanzenbauberater Jan Röger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt und dem Wasserberater Rainer Schubert vom AELF Karlstadt zusammen. Gemeinsam erstellten sie einen Aussaatplan für Zwischenfrüchte auf einem Acker in Oberstreu der die Vielseitigkeit von Zwischenfrüchten in der Praxis erklärt. 

Not macht erfinderisch, so auch die Trockenheit auf den Feldern in den Jahren 2018 und 2019. Der Zwischenfruchtanbau, eine Maßnahme die den Boden und die Bodenfruchtbarkeit erhält und verbessert, wurde zu einer spannenden Sache für jeden Landwirt. Die Besucher konnten sehen und vergleichen wie die unterschiedlichen Aussaaten auf die Witterungsverhältnisse im Spätsommer und Herbst reagierten und noch reagieren. Bei der Führung durch die Flächen ging es um die Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit bei der Aussaat von Zwischenfrüchten mit angepasster Bodenbearbeitung für das Wachstum sowie um den gezielten Anbau von Zwischenfrüchten zur Erfüllung von Umweltauflagen.

Ersparnis beim Dünger

Zwischenfrüchte könnten in der Regel zwischen 40 und 70 Kilogramm Stickstoff in ihrer Pflanzenmasse binden, erfuhren die Teilnehmer. Das verhindere zum Einem das Auswaschen ins Grundwasser und zum Anderen könne der Landwirt effektiv Kosten senken, denn so Rainer Schubert: „Wenn ein Landwirt das Kilogramm Stickstoff mit einem Euro ansetzt, dann sind das 40 bis 70 Euro pro Hektar, die er im Folgejahr nicht für Dünger bezahlen muss“.

Nach dem Rundgang durch die angelegten Flächen erhielt im Brauhaus in Oberstreu Wolfgang Ehbauer von der  Regierung von Unterfranken die Aufmerksamkeit der Besucher. Es ging um die Auswirkungen des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ auf die Landbewirtschaftung.

Ehbauer als Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierte zum aus dem Volksbegehren resultierenden „Gesetz zur Artenvielfalt“ und dessen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Er erläuterte den finanziellen Ausgleich für den zusätzlichen Aufwand zum Schutz der Biodiversität, die das Land Bayern ab 2020 Landwirten anbietet, die sich zum Beispiel für einen bestimmten Zeitraum für Einschränkungen im Viehbesatz, den Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel, die Aussaat von Blühflächen statt Mais und Getreidekulturen oder die Einhaltung von Insekten fördernden Fruchtfolgen verpflichten.

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