Burglauer

Wahl-Interview: Was Thorsten Raschert der Landkreis bedeutet

Thorsten Raschert möchte am 15. März für die SPD den Chefsessel im Landratsamt erobern - Was motiviert ihn und wo ist sein Lieblingsort im Landkreis?
Selbst mit anpacken und mitgestalten. Das ist die wesentliche Motivation für das politische Engagement von Thorsten Raschert, der bei der Landratswahl am 15. März für die SPD antritt. Foto: Sigrid Brunner

Thorsten Raschert ist einer von vier Kandidaten, die bei der Landratswahl am Sonntag, 15. März, in Rhön-Grabfeld antreten. Er kandidiert für die SPD. Im Vorfeld führten wir mit allen Bewerbern ein ausführliches Interview. Dabei spannte sich der Bogen von den politischen Vorstellungen bis zu persönlicheren Themen. Wir stellten ihm folgende Fragen:

Was ist Ihr Lieblingsort in Rhön-Grabfeld?

Thorsten Raschert hat die Antwort schnell parat: "Das ist einfach: Burglauer. Wir haben ein hervorragendes Vereinsleben, eine intakte Dorfgemeinschaft und einen von drei Bahnhöfen, der es vor allem Kindern ermöglicht, mobiler zu sein."

Wie entspannen Sie sich nach einem anstrengenden Tag?

"Ich kann mich sehr gut zusammen mit meinen Kindern entspannen oder (schmunzelnd) bei einem heißen Bad."

Was machen Sie am liebsten im Urlaub?

"Am wichtigsten ist mir im Urlaub das Abschalten. Ich brauche in dieser Zeit kein Handy und keine Zeitung."

Warum engagieren Sie sich in der Kommunalpolitik?

Raschert fasst sich an die Brille und überlegt: "Weil ich möchte, dass es allen Menschen gleich gut geht und weil es mir wichtig ist, etwas zu bewegen, selbst mit anzupacken und mitzugestalten."

Was bedeutet für Sie Rhön-Grabfeld?

Nach einem Schluck Kaffee: "Heimat und Natur. Der Ort, an dem man sich sicher und wohl fühlt."

Wie und wofür nutzen Sie Soziale Medien?

"Ich verwende Facebook und habe auch eine eigene Seite."

Sehen Sie eine apolitische Haltung vieler Bürger? Wenn ja, worauf führen Sie sie zurück?

Raschert zieht die Brille ab und richtet den Blick an die Decke: "Politik kommt den Bürgern nicht ehrlich genug rüber. Vertrauen und Ehrlichkeit sind sehr wichtig. Viele haben den Eindruck, dass man ihnen nicht zuhört und dass sie eh nichts ändern können."

Lassen Sie Ihre Fantasie schweifen: Wie sähe der Landkreis Rhön-Grabfeld aus, wenn Sie alles nach Ihrem Willen gestalten könnten?

Thorsten Raschert lacht: "Da brauche ich aber mehr als nur drei Sätze. Also: Wir hätten in jedem Ort im Landkreis die Möglichkeit, mindestens im Ein-Stunden-Takt öffentliche Verkehrsmittel kostengünstig zu nutzen. Wir hätten deutlich mehr gut bezahlte Arbeitsplätze und wir hätten einen ausgewogenen Ausgleich zwischen Natur und Wirtschaft."

Was davon werden Sie als gewählter Landrat verwirklichen?

"Einen bürgernahen ÖPNV. Verwirklichen werde ich zudem barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden. Am Herzen liegt mir auch, dass öffentliche Aufträge nur an tariftreue Betriebe vergeben werden."

Was muss Ihrer Meinung nach im Landkreis geschehen bei folgenden Stichworten:
  • ÖPNV

Raschert antwortet schnell und sicher: "Wie bereits gesagt, der ÖPNV muss bezahlbar, flächendeckend und im Ein-Stunden-Takt gestaltet werden. Nachdenken müssen wir außerdem, ob wir nicht ein Kommunalunternehmen ÖPNV ins Leben rufen."

  • Ärztliche Versorgung

Raschert deutlich: "Ich halte es nach wie vor für falsch, dass die drei kreiseigenen Krankenhäuser geschlossen wurden. Wir müssen die Hausärzte in möglichst vielen Gemeinden halten und dafür zusammen mit den Gemeinden werben.  Wir brauchen eine flächendeckende Versorgung mit Fachärzten."

  • Gefälle Kreisstadt Bad Neustadt zum Umland

Thorsten Raschert lehnt sich zurück und überlegt: "Die Stabilisierungshilfen bedeuten für die Gemeinden eine Gängelung und sollten abgeschafft werden. Dafür müssen die Kommunen besser mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Auch hier sind wieder die Themen ÖPNV und Nahversorgung wichtig."

  • Land- und Forstwirtschaft

Raschert faltet die Hände und denkt kurz nach: "Die SPD hat im Kreistag erfolgreich den Antrag gestellt, einen Umweltmanager einzustellen. Dessen Aufgabe wird es sein, für den Landkreis CO2-Neutralität zu erreichen. Außerdem soll er ein Konzept erstellen, das Land- und Forstwirtschaft miteinander in Einklang bringt und das nicht zu Lasten des anderen geht."

  • Regenerative Energieversorgung

Raschert ohne Zögern: "Hier wird zu wenig gemacht. Der Landkreis muss sich von der Handbremsen-Mentalität lösen. Hinzu kommt, dass die bürokratischen Hürden oft zu hoch sind. Bei besonderen Entscheidungen, wie zum Beispiel Windkraft, ist es wichtig, die Bürger rechtzeitig mit ins Boot zu nehmen."

  • Wasserversorgung

Thorsten Raschert rührt seinen Kaffee um und wiegt den Kopf: "Eine Möglichkeit ist, dass bei Neu- oder Umbauten Zisternen bezuschusst werden. Das Thema muss Landkreis-Grenzen überschreitend angegangen werden."

  • Straßenbau

"Bei den Kreisstraßen wurde bereits viel gemacht und vieles ist auch noch geplant. Bei den Gemeindestraßen sieht es problematischer aus. Über den Landkreis und die Bürgermeister sollte man hier Projekte auf den Weg bringen, um einiges neu zu machen."

  • Tourismus

Raschert stützt nachdenklich das Kinn auf: "In den letzten Jahren ist es im Tourismus eher rückwärts gegangen. Durch gezielte Werbung, aktives Handeln und entsprechende Konzepte muss der Landkreis attraktiver gemacht werden, zum Beispiel für Rad- und Wandergruppen. Erschwerend tritt hinzu, dass unsere Gastronomie, unsere Handwerksbetriebe, in dem Fall unsere Bäcker und Metzger, immer mehr aus den Ortschaften verschwinden und diese dadurch an Anziehungskraft verlieren."

Steckbrief Thorsten Raschert
Geburtsdatum: 29.05.1972
Geburtsort: Bad Neustadt
Wohnort: Burglauer
Familienstand/Kinder: in einer Partnerschaft lebend, vier Kinder und drei Enkel
Parteizugehörigkeit: SPD
Ausbildung/Beruflicher Werdegang: gelernter Koch, 14 Jahre lang als Koch bzw. Küchenleiter im elterlichen Betrieb gearbeitet, anschließend im Lebensmittel-Handel tätig, vor 14 Jahren Wechsel in die Möbel-Branche, dort acht Jahre lang Betriebsratsvorsitzender
Ehrenämter: Kreisrat, 2. Vorsitzender SPD-Ortsverein Bad Neustadt, Vorstandsmitglied der Kreis-SPD, stellv. Vorsitzender der AfA (SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen), Vorstandsmitglied des DGB-Ortsvereins Bad Neustadt
Hobbys/Interessen: Fußball, Kegeln, Familie, Theater, Oper, Musical
Lieblingsverein: VfB Burglauer und FC Bayern München
Ihr Vorbild: Mein Großvater und Vater, die beide politisch engagiert waren, sowie Willy Brandt.

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