Mellrichstadt

Wahl im Altlandkreis Mellrichstadt: 396 Kandidaten füllen 28 Listen

Ihre Stimme ist gefragt: 15 931 Wahlberechtigte sind am Sonntag im Altlandkreis Mellrichstadt zum Gang an die Wahlurne aufgerufen. 
Ihre Stimme ist gefragt: 15 931 Wahlberechtigte sind am Sonntag im Altlandkreis Mellrichstadt zum Gang an die Wahlurne aufgerufen.  Foto: Uwe Anspach/dpa

Es klingt gewagt und ist statistisch auch nicht belegt, wenn man sagt: Je mehr Bürger per Briefwahl abgestimmt haben, umso höher liegt die Wahlbeteiligung. Mancherorts jedenfalls passt es gut, wie das Beispiel der Kommunalwahl 2020 im Mellrichstädter Stadtteil Sondheim/Grabfeld zeigt. Dort hatten von den 229 Stimmberechtigten (Stand Mittwoch Mittag) bereits 147 Personen gewählt, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 64 Prozent. Gehen die restlichen 82 Bürger am Sonntag, 15. März, noch an die Wahlurne, wäre mit 100 Prozent ein Eintrag ins Buch der Rekorde fällig. Sicher ist, der Trend zur Briefwahl ist ungebrochen und hat sich vielmehr noch verstärkt.

Ihrer Bürgerpflicht nachkommen können am Sonntag 15 931 Stimmberechtigte in den elf Städten und Gemeinden im Altlandkreis Mellrichstadt. Bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren waren noch 16 636 Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Neben den Stadt- und Gemeindeparlamenten werden im Streutal auch die Rathauschefs neu gewählt. Dafür streiten insgesamt 21 Kandidatinnen und Kandidaten um die Gunst der Wähler, sind sie doch bereit, bis 2026 die Geschicke ihrer Kommunen zu lenken.

Mehrere hundert Wahlhelfer im Einsatz

Auf insgesamt 28 Listen von Parteien oder Wahlgruppierungen im Altlandkreis Mellrichstadt buhlen um des Bürgers Kreuzchen insgesamt 396 Kandidaten, wobei Mellrichstadt mit 101 Bewerbern auf sechs Listen – gegenüber 2014 ist der Wahlvorschlag Bündnis 90/Die Grünen gestrichen – an der Spitze steht. Gefolgt von Fladungen mit 64 Kandidaten auf fünf Wahllisten und Ostheim, wo sich 45 Kandidaten auf drei Listen um die Wählergunst bemühen. Für die Zeit der Stimmabgabe sowie vor allem beim Auszählen der Kreuzchen für die Wahlergebnisse in den Kommunen sind mehrere Hundert Wahlhelfer an diesem Sonntag im Einsatz. Generell gilt: Die Wahlhelfer gehören nicht zur Schar der Bewerber, die auf den Sprung in die Stadt- und Gemeindeparlamente ansetzen.

In Mellrichstadt (20 Ratssitze) sind 4492 Wahlberechtigte registriert, davon 3368 in der Kernstadt (einschließlich Bahra und Roßrieth). In Eußenhausen wohnen 318 Stimmberechtigte, in Frickenhausen 316, in Mühlfeld 261 und in Sondheim/Grabfeld 229. In Oberstreu (zwölf Ratssitze, 28 Kandidaten) sind 1251 Bürger zur Stimmabgabe berechtigt, aufgeteilt in 794 Ober- und 457 Mittelstreuer Einwohner. In Stockheim (zwölf Ratssitze, 22 Kandidaten) können 874 Personen zur Urne gehen. In Hendungen (acht Ratssitze, 20 Kandidaten) sind 722 berechtigt, ihr Kreuzchen zu machen, davon 539 in Hendungen und 183 in Rappershausen.

Fast 4000 Wahlberechtigte im Bereich der VG Ostheim

Insgesamt 2777 Einwohner der Stadt Ostheim haben ihre Wahlunterlagen erhalten, wobei in Ostheim selbst (16 Ratssitze) 2313 Bürger wahlberechtigt sind. Im Ortsteil Urspringen können 305 Personen wählen, in Oberwaldbehrungen beträgt diese Zahl 159. In der Gemeinde Sondheim/Rhön (acht Ratssitze, 21 Kandidaten) können insgesamt 742 Personen ihre Stimmkreuzchen vergeben – in Sondheim dürfen 465 Bürger zur Wahl, in Stetten sind es 277 Bürger. Die Willmarser (acht Ratssitze, zwölf Kandidaten) verfügen über 448 Stimmberechtigte, davon kommen 322 aus Willmars und Völkershausen, 126 sind in Filke registriert.

Zur Stimmabgabe bei der Kommunalwahl 2020 sind in Fladungen (14 Ratssitze) 1776 Personen berechtigt, davon in Fladungen mit Brüchs, Sands, Weimarschmieden und neuerdings noch Rüdenschwinden 1103, in Oberfladungen 230, in Heufurt 266 sowie in Leubach 177. Die Wahl mit dem Kreuzchen haben in Nordheim (zwölf Ratssitze, 41 Kandidaten) 923 Bürger, stimmberechtigt sind dabei in Nordheim 800 und in Neustädtles 123 Personen. Den Urnengang können in Hausen (acht Ratssitze, 21 Kandidaten) 563 Personen antreten, davon 407 in Hausen und 156 in Roth.

Wechterswinkler wählen in Bastheim

Im Besengau sind 1827 Personen aufgerufen, ihrer Bürgerpflicht nachzukommen. In Bastheim (14 Ratssitze, 21 Kandidaten) mit Wechterswinkel, Geckenau und Simonshof können 1074 Frauen und Männer zur Stimmabgabe gehen, in Reyersbach sind es 257, in Unterwaldbehrungen 254 sowie in Braidbach und Rödles zusammen 242 Bürger.

Die Wahllokale stehen in den Städten und Gemeinden von acht bis 18 Uhr zur Stimmabgabe offen.

Briefwähler nehmen deutlich zu
Der Urnengang nach dem Kirchgang – dieses Bild von Wahltagen gehört immer mehr der Vergangenheit an. Statt dem üblichen Gang zur Wahlurne im Wahllokal wächst das Interesse, seiner Bürgerpflicht mit der Briefwahl nachzukommen. Da machen auch die Wählerinnen und Wähler im Altlandkreis Mellrichstadt keine Ausnahme. Damit verbunden ist die Erkenntnis, dass dieses Wahlverhalten die Verwaltungen vor größere Herausforderungen stellt. Zudem ist auch der Aufwand, die Stimmzettel der Briefwähler auszuzählen, höher als bei den normalen Urnengängern.
Die Gesamtzahl der Stimmberechtigten in der Verwaltungsgemeinschaft Mellrichstadt (mit Mellrichstadt, Hendungen, Oberstreu und Stockheim) summiert sich auf 7339. An die 3500 Briefwahlunterlagen sind nach Angaben von Bürgeramtsleiter Helmut Dietz in der VG Mellrichstadt geordert worden. Das entspricht mehr als 45 Prozent.
Innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim (mit Ostheim, Sondheim/Rhön und Willmars) mit 3967 Stimmberechtigten sind laut VG-Mitarbeiter Wulf Zenke, zuständig für die Kommunalwahl, zum Stichtag 1700 Briefwahlunterlagen ausgegeben worden. Ein Anteil von etwa 43 Prozent also.
Auf nahezu 50 Prozent ist die Briefwahlquote in der VG Fladungen (mit Fladungen, Nordheim und Hausen) angewachsen, die insgesamt 3262 Stimmberechtigte zählt. Auch dort sind mit der Ausgabe von 1600 Briefwahlscheinen bereits die Hälfte aller Wahlberechtigten bedient worden, wie Stefan Mühlfeld, der Wahlsachbearbeiter bei der Fladunger VG, auf Nachfrage erklärte. Was die Aufteilung der Stimmbezirke der Stadt Fladungen betrifft, zählt nun neben Brüchs, Sands und Weimarschmieden auch der Ortsteil Rüdenschwinden zu Fladungen.
Im Besengau reichen die Briefwähler mit 838 Personen (also rund 45 Prozent) weiter näher an die Hälfte der Stimmberechtigten heran, die für die Großgemeinde mit 1827 registriert sind. Dies hat auch Auswirkungen auf die Wahllokale, macht Ruth Müller deutlich. Wie die Wahlbeauftragte der Gemeinde schilderte, wurden die Orte Braidbach und Rödles bereits 2014 zusammengefasst. Heuer ist nun zum Stimmbezirk Bastheim mit Simonshof und Geckenau noch der Ortsteil Wechterswinkel dazugekommen.
Der Grund ist kurz erklärt: Wenn aufgrund der Briefwahl-Nachfrage in einem Stimmbezirk die Zahl der Urnengänger unter 50 Wähler fällt, gilt das Wahlgeheimnis als nicht mehr gewährleistet.

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