Meiningen

Wahnsinn, Wende, Wiedervereinigung

Eine Autoschlange bildete sich von Meiningen zum Grenzübergang Henneberg/Eußenhausen nach der Grenzöffnung im November 1989. Foto: Erhard Driesel

„Wahnsinn, Wende, Wiedervereinigung 1989/90 – Aufbruch und Begegnungen in den Grenzkreisen Meiningen und Rhön-Grabfeld“ – dies ist der Titel einer Sonderausstellung, die das Kreisarchiv des Landratsamts Schmalkalden-Meiningen vom 9. November bis 6. Dezember im Saal des Landratsamtes in Meiningen, Obertshäuser Platz 1, Haus 3, zeigt.

Der Fall der Mauer in Berlin sowie die Grenzöffnung an der innerdeutschen Grenze am 9. November 1989 sind Jahrhundertereignisse, die auch in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Schmalkalden-Meiningen viel verändert haben. Die Sonderausstellung, die am kommenden Samstag, 9. November, um 15 Uhr im Saal des Landratsamts in Meiningen eröffnet wird, gibt Einblick in diese bewegende Zeit. Das Polizeimusikkorps aus Erfurt sorgt für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

Archive und private Zeugnisse

Im Vorfeld der Ausstellungsplanung lag der erste Schritt beim Recherchieren innerhalb der Archivbestände des Kreistags und Rats des Kreises Meiningen, teilt das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen mit. Auch in den Akten der Grenzgemeinden des Altkreises Meiningen sowie in den archivischen Sammlungen des Kreisarchivs fanden sich viele Informationen.

In einem zweiten Schritt riefen die Archivmitarbeiter die Bürger beider Landkreise auf, sich aktiv mit Erinnerungen, Fotos, Filmen und Sachzeugnissen aus ihren Privatarchiven einzubringen. 26 Frauen und Männer haben sich gemeldet, um das Projekt des Kreisarchivs zu unterstützen. Nach der Bearbeitung aller eingegangen und bereits vorhandenen Dokumente und Sachzeugnisse lagen knapp 1000 Bilder und Texte vor. Zur Sonderausstellung wird ein Teil der zusammengetragenen Inhalte auf den Ausstellungstafeln sowie in Vitrinen präsentiert.

Das Ziel, eine gemeinsame Podiumsdiskussion im Rahmen der Sonderausstellung auf den Weg zu bringen, wurde ebenfalls forciert. Unter dem Motto: „1989: Die Grenze bricht auf! Warum ist es wichtig, sich zu erinnern?“geben 14 Zeitzeugen aus den ehemaligen Grenzkreisen in vier Gesprächsrunden Einblicke in aufschlussreiche und spannende Erlebnisse ihrer individuellen Lebensbiografien, vor und nach der Wende. 

Gestische Performance

Die Sonderausstellung ist bis 6. Dezember Montag bis Mittwoch von 10 bis 16 Uhr geöffnet, Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag von 10 bis 15.30 Uhr und Samstag von 14 bis 17 Uhr, und natürlich zu den Gesprächsrunden. Die mit der Sonderausstellung verbunden Podiumsdiskussionen finden unter der Leitung von Hanns Friedrich, Kulturreferent des Landkreises Rhön-Grabfeld, im Saal des Landratsamtes, Haus 3, statt.

Die erste Gesprächsrunde am Mittwoch, 13. November, steht unter dem Thema: „Es war einmal – die DDR – Leben hinter Stacheldraht und Minenfeld“. Augenzeugen halten ab 19 Uhr Rückschau auf ihr Leben in der DDR.  In der zweiten Gesprächsrunde am Mittwoch, 20. November, 19 Uhr, geht es um „Kerzen - Gebete - Demonstrationen“ – Der Umbruch in der DDR. 

„Die Grenze ist offen“ – Freudentaumel und Euphorie in Ost und West", das ist das Thema der dritten Gesprächsrunde am 27. November um 19 Uhr. Den Abschluss auf Grundlage einer sehr persönlichen Erfahrung bildet die vierte Gesprächsrunde am 4. Dezember mit dem Thema „Unfassbar – Demütigungen und Drohungen vor der Ausreise in die BRD“ am Beispiel der Familie Schade. Beginn ist ebenfalls um 19 Uhr. 

Begleitet werden alle Veranstaltungen der Sonderausstellung mit gestischer Performance der Schauspielkurse der Christophine Kunstschule an der VHS Meiningen unter dem Titel „Mauersegler trauern nicht“. Der Eintritt ist frei.

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