Trappstadt

Warum Kindergärtnerinnen auch Bürgermeister sein könnten

Helga Weisensee (Mitte, links) und Evi Böckler wurden im Kindergarten Trappstadt offiziell in den Ruhestand verabschiedet und geehrt vom Vereinsvorsitzenden Berthild Bauer (links) und Stellvertreter Uwe Werner. Foto: Regina Vossenkaul

In einer Feierstunde würdigte der Vorsitzende des Burkardus-Nivard-Kirchner-Vereins, Berthild Bauer, die Verdienste von Helga Weisensee und Evi Böckler. Beide Erzieherinnen wurden nun in den Ruhestand verabschiedet und mit der Caritas-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.

Musikalisch begrüßt von der Prominentenband in kleiner Besetzung blicken die beiden Ruheständlerinnen auf ein Berufsleben zurück, das sie überwiegend gemeinsam verbracht haben. Wie der Vereinsvorsitzende berichtete, besuchten Helga Weisensee und Evi Böckler ab 1960 den örtlichen Kindergarten, damals noch geleitet von Ordensschwestern. Auch Dorfschule und Realschule absolvierten sie gemeinsam, dann trennten sich die Wege für einige Zeit. 1976 kam Helga als Praktikantin zurück in den Kindergarten Trappstadt. Sie übernahm kurz darauf die Leitung. Ihre Kollegin Evi war zunächst in Würzburg tätig. 1982 nahm sie das Jobangebot in ihrem Heimatort an. Sie wurde stellvertretende Leiterin.

Damals waren sie selbst im Kindergarten in Trappstadt und wurden von Ordensschwester Frohilf betreut: Evi Zeltenhammer (verheiratete Böckler, links) und Helga Grommes (verheiratete Weisensee). Foto: Archiv Michael Böckler Foto: Regina Vossenkaul

Der größte Einschnitt in ihrem Berufsleben war der Umbau des Kindergartens und die Eröffnung einer Krippengruppe. Zwei Jahre lang fand die Kinderbetreuung in Ausweichquartieren - im Gästehaus und im Feuerwehrhaus - statt. Dann konnten die neuen Räume anlässlich der 100-Jahrfeier des Kindergartens 1983 eingeweiht werden. Auch er selbst hat den Kindergarten besucht, berichtete Bauer, allerdings war er Helga und Evi ein Jahr voraus. Doch seine Kinder und Enkel haben beide betreut. Er bedankte sich für die Arbeit und das Engagement der beiden Erzieherinnen. Grüße der Vorsitzenden des Kreis-Caritasverbands, Angelika Ochs, richtete er aus und überreichte die goldenen Ehrennadeln.

Die Kinder verabschiedeten sich mit einem Lied, die Vorschulkinder sagten ein Gedicht auf und überreichten Erinnerungsgeschenke. Pfarrer Kurt Wolf, während der Umbauzeit noch Vorsitzender, bevor die Vorstandschaft ganz in weltliche Hände überging, war extra gekommen, um an eine "spannende Zeit, die wir miteinander erlebt haben", zu erinnern. "Ich freue mich sehr, dass der Kindergarten erfolgreich weiterarbeitet, er war und ist vorbildlich", so Wolf. Er dankte den Erzieherinnen für Treue, Zuverlässigkeit und für die Liebe zu den Kindern. Der jetzige Pfarrer, Florian Herzog, vermutete, dass die beiden Verabschiedeten ein Buch über ihre Erlebnisse schreiben könnten. In ihrem Wirkungskreis haben sie den Kindern viel über das Leben und den Glauben beigebracht.

Dass die Ruheständlerinnen oft mehr als 100 Prozent gegeben haben und zusätzliche Dienste übernahmen, wenn Not am Mann war, bestätigte die jetzige Kindergartenleiterin, Manuela Weis. "Gemeinsam habt ihr den Grundstock gelegt für den Kindergarten, wie er heute dasteht."  Die Organisation und die geforderten Dokumentationen wurden immer komplexer, aber beide hätten die Herausforderungen bestens gemeistert. Viele Aufführungen wurden geplant und Feste gefeiert. "Besucht uns ganz oft hier im Kindergarten", schloss Weis.

Helga Weisensee und Evi Böckler haben Gemeindegeschichte mitgeschrieben, sagte Bürgermeister Michael Custodis. "Bei euren starken Nerven hätten ihr auch die Befähigung für das Bürgermeisteramt gehabt", lobte er. Seine Kinder seien vom ersten bis zum letzten Tag gern in den Kindergarten gegangen – das sei das größte Lob für die beiden. Wünsche und Dank für die gute Zusammenarbeit kamen auch vom Elternbeirat, den Sandra Schüll vertrat, sowie von Elke Schneidawind, Kindergärtnerin aus Sulzdorf.

Einige Abschiedstränen waren bereits geflossen, als Helga Weisensee sich bei allen Wegbegleitern bedankte und auf eine "aufregende und schöne Zeit", die auch viele Herausforderungen beinhaltete, zurückblickte. Ihr besonderer Dank galt den Kolleginnen und Evi Böckler, auf die sie sich immer verlassen konnte. "Kinder sind das Wichtigste im Leben", so Weisensee. Sie gelte es zu beschützen und auf das Leben vorzubereiten.

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