SCHWANHAUSEN

Was Schwanhausen weltberühmt macht

Hatte viel zu erzählen: Klaus Schwanhäußer von der Bleistift-Dynastie Schwan & Stabilo knüpfte erneut Kontakte nach Schwanhausen, von wo die Familie eigentlich stammt. Foto: R. Seidling

Der seit längerer Zeit unterbrochene Kontakt zwischen der Familie Schwanhäußer und dem Sulzdorfer Ortsteil Schwanhausen wurde dieser Tage mit einem Fest im Gemeindehaus wieder aufgenommen. Die Familie Schwanhäußer lud die Bevölkerung ein und das Gemeindehaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zustande kam der Kontakt auf Initiative von Klaus Schwanhäußer sowie Ortssprecher Gerd Hörhold und Hartmut Förster. Bürgermeisterin Angelika Götz und Hörhold erinnerten an die historischen Verbindungen.

Der Gemeindechronik ist zu entnehmen, dass auf dem Schwanhäuser Friedhof im Oktober 1979 der Chef der Nürnberger Firma Schwan & Stabilo, Dr. Gustav Schwanhäußer, zur letzten Ruhe geleitet wurde. Die Verbindung zwischen der bekannten Unternehmerfamilie und der Gemeinde kam 1956 zustande. Dr. Gustav Schwanhäußer besuchte erstmals die kleine Gemeinde in der Lederhecke. Beim Nachforschen in der Familienchronik fand der Unternehmer heraus, dass seine Vorfahren wohl aus Schwanhausen stammen.

1973 erwarb Dr. Schwanhäußer ein Grundstück in Schwanhausen, wo er sich seinen Altersruhesitz errichten wollte. Doch Rat und Tat des agilen Mannes waren nach wie vor in der Nürnberger Weltfirma gefragt. 1978 feierte Dr. Gustav Schwanhäußer mit seinen Familienangehörigen seinen 80. Geburtstag in Schwanhausen. Eingeladen war die gesamte Ortsbevölkerung. Als Gegengabe für die vielen Geburtstagsgeschenke stiftete der Jubilar ein Harmonium für den Betsaal im Gemeindehaus. Am 26. Oktober 1979 verstarb Dr. Gustav Schwanhäußer. Sein letzter Wunsch war, statt Blumen Geld zu spenden. Es sollte für den Bau eines Kinderspielplatzes in Schwanhausen Verwendung finden. 7000 Mark kamen seinerzeit zusammen.

Die Verbindungen zur Familie Schwanhäußer bestehen übrigens heute noch. So weilte Klaus Schwanhäußer 1996 anlässlich des 100. Stiftungsfestes der Schwanhäuser Feuerwehr in der Gemeinde und überreichte Kommandant Dieter Schneider ein Gastgeschenk.

Dr. Klaus Schwanhäußer – er nahm mit Ehefrau, zwei Töchtern und seinem Sohn an der Feier teil – meinte in seiner Rede, dass seine Vorfahren in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) aus Schwanhausen verzogen und über Bamberg nach Nürnberg kamen.

Dort erwarb der 25-jährige Handlungsgehilfe Gustav Adam Schwanhäußer 1865 die überschuldete Bleistift-Fabrik Großberger & Kurz. 1875 präsentierte er den Kopierstift. In Anlehnung an den Familiennamen Schwanhäußer nutzt die Bleistift-Fabrik seitdem den Schwan als Markenzeichen.

In unseren Tagen beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 4000 Mitarbeiter.

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