WILLMARS

Was wird aus der Schule in Willmars?

Beim Bürgerforum in Willmars hatte Bürgermeister Reimund Voß gleich zwei heiße Themen auf der Agenda stehen. Neben dem Thema Asylbewerber (siehe nebenstehender Artikel) bot auch die Schule reichlich Diskussionsstoff.

1964 waren in Rhön-Grabfeld zahlreiche Schulhäuser als Verbandsschulen für die umliegenden Dörfer gebaut worden, führte Voß aus. Die Kinder aus Willmars, Filke, Völkershausen, Sands, Weimarschmieden und Neustädtles, damals alles selbstständige Gemeinden, wurden in ihren Orten unterrichtet. 1969 stellte man fest, dass es zu viele Schulen in der oberen Rhön und dem Streutal gab, in Ostheim aber Platzmangel herrschte. Deswegen wurden die beiden Schulen Ostheim und Willmars zusammengelegt.

1995 hatte sich an der Situation nichts geändert, es bestand weiter Bedarf in Willmars und Ostheim, deswegen wurden beide Schulhäuser saniert. Laut Voß wurden in Willmars eine Million Euro (500 000 Euro Eigenanteil der Gemeinde, 500 000 Euro staatlicher Zuschuss) investiert. Der aufgenommene Kredit wird auf 20 Jahre abgezahlt, jedes Jahr mit 25 000 Euro. 2016 ist die letzte Rate fällig.

Ende in Sicht?

In den letzten Jahren wurden etliche Hauptschulen aufgelöst, neben Fladungen auch Ostheim. Die Schüler wurden nach Mellrichstadt geschickt. Das Hauptschulgebäude in Ostheim stammt aus den 60er Jahren. Der ehemalige Grundschulrektor Erich Schmitt hatte seinerzeit angeregt, dass die Ostheimer Grundschüler in das ehemalige Hauptschulgebäude einziehen, blickte Voß zurück. Nun gebe es Bestrebungen, den Schulbetrieb aus Willmars abzuziehen und die Kinder nur noch in Ostheim zu unterrichten. Auch die Grundschulleiterin Stephanie Urban sieht den Betrieb in einem Haus reibungsloser. Die Stadt Ostheim befinde es zu teuer, zwei Schulhäuser zu heizen. Und die Regierung habe ein übergeordnetes Interesse, nach Möglichkeit die Schule an einem Ort vorzuhalten.

Spätestens 2020 komme die Einhäusigkeit, denn dann stünde wieder eine Generalsanierung an, so der Bürgermeister. Deswegen habe er sich Gedanken gemacht, was man mit dem Gebäude in Willmars machen könne. Im Ergebnis leider nicht viel. Auf Nachfrage bei der IHK, ob man ein Erwerbsunternehmen unterbringen könne, wurde bestenfalls ein ebay-Händler als Lagerhalter genannt. Die Diakonie riet, eine Alten-WG einzurichten. Laut Voß ist es fraglich, dass alleinstehende Leute ihre Wohnung aufgeben und in eine solche WG ziehen. Also bietet auch das keine tragfähige Lösung.

Voß hatte im Vorfeld des Bürgerforums angefragt, ob man es politisch nicht so einrichten könne, dass die Sozialstation von Ostheim nach Willmars zieht. Der Träger Diakonie konterte mit höheren Kosten. Die Nachfrage bei verschiedenen privaten Schulen sei ebenfalls negativ verlaufen, zeigte er sich ratlos.

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