Bischofsheim

Weihnachtskrippen aus Papier beim Bischofsheimer Markt

Papierkünstler Manfred Römpp auf dem Bischofsheimer Adventsmarkt Foto: Barbara Enders

Schnell und zielstrebig schneidet die Schere in das dicke Papier, das Manfred  Römpp in der linken Hand hält. In knapp einer Minute macht er aus einem einfachen roten Stück Papier ein bezauberndes kleines Kunstwerk. Die entstandene Silhouette des Hirsches wird aufgeklappt und auf den Tischgestellt. Der pensionierte Lehrer, der aus der Nähe von Bayreuth stammt, zeigte seine kleinen Kunstwerke auf dem Bischofsheimer Adventsmarkt im Theatersaal des Rentamtes.

Bis zu seinem Ruhestand arbeitete er als Hauptschullehrer und unterrichtete unter anderem auch Kunst und Werken. „Ich habe immer von den Kindern gelernt“, erklärt er, „und versuchte mit ihnen etwas zu machen, an dem sie selber auch länger Freude haben“. So entstanden damals zur  Herbstzeit Krippenställe, die die Schüler dann an Weihnachten ihren Familien schenkten. 

Eine Leidenschaft ist das Erstellen einer ganzen Zeichnung, ohne den Stift dazwischen abzusetzen. Hierbei entstehen beispielsweise zarte Bilder von Liegenden, auf deren Knien Vögel sitzen. Mit solchen Bildern verzierte Streichholzschachteln  bietet er unter anderem zum Verkauf an. Weitere Streichholzschachteln enthalten keine Zündhölzer, sondern viele kleine Schneide-Falt-Figürchen. In diesen Weihnachtsboxen verstecken sich ganze Krippen, die man herausnehmen und aufstellen kann.

Diese Art des Kunstausdruckes fand er für sich, als er während eines Krankenhausaufenthaltes etwas Kreatives tun wollte. Sein Bruder brachte ihm Papier und Schere mit und Manfred Römpp begann zu schneiden. Die so entstandenen Figuren füllten bald sein ganzes Zimmer und weckten die Begeisterung des Oberarztes, der die zarten Kunstwerke seinen Kollegen zeigte. Dort fanden sie reißenden Absatz, Römpp verschenkte sie gerne, denn es macht ihm Freude, andere Menschen mit seiner Kunst glücklich zu machen.

Auf dem Bischofsheimer Adventsmarkt stellte er ganze Karawanen aus Kamelen aus, die er hintereinander auf Stäben und Leisten befestigt hat. Krippendarstellungen, Bäume und mehr zogen die Augen der Besucher auf sich. Daneben standen etwas größere weiße Figuren, sie erinnern an Kunst der Antike. Römpp liebt diese Art der Darstellung, die Welt der Ägypter und Griechen und so entstehen Pharaonen und griechiche Götter, deren lange gerade Nasenrücken seiner Schneidetechnik sehr entgegen kommen.

Und noch etwas ist ihm wichtig: „Ich verwende dabei Altpapier, das sonst im Container landen würde, das mich also nichts kostet“, erklärte der 75-jährige. „Das kann man ohne großen Aufwand machen, ist in wenigen Minuten schon fertig“, anders als Tonarbeiten, die danach noch getrocknet und gebrannt werden müssen.

Aber nach dem Bischofsheimer Adventsmarkt ist mit dem Papierschneiden vorerst Schluss, betonte er, denn jetzt müsse er wieder etwas Neues finden und entwickeln. Er hat sich erst einmal 50 Kilo Ton bestellt!

Schlagworte

  • Bischofsheim
  • Barbara Enders
  • Container
  • Die antike Zeit (1599 v. Ch. - 476 n. Ch.)
  • Kinder und Jugendliche
  • Kunst der Antike
  • Kunstwerke
  • Papier
  • Pharaonen
  • Ruhestand
  • Schneidtechnik
  • Stäbe
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!