Wer hört auf? Wer tritt wieder an?

Im März 2014 sind Kommunalwahlen. An der Spitze vieler Gemeinden stehen Veränderungen an.

Noch ist es beinahe ein Dreivierteljahr, bis in Bayern die Kommunalwahl ansteht. Voraussichtlich am 16. März 2014 werden in den Städten und Gemeinden Bürgermeister und Gemeinderäte gewählt. In vielen Orten im Landkreis wird dieser Tag eine Zäsur darstellen, denn einige altgediente Bürgermeister werden nicht mehr antreten.

Seit 1996 ist Bruno Altrichter Bürgermeister der Kreisstadt Bad Neustadt. Er wird sich im Frühjahr für die Freien Wähler um eine weitere Amtszeit von sechs Jahren bewerben. Das wäre dann die vierte.

Noch unentschieden ist Burglauers Bürgermeister Kurt Back. Seit 2002 leitet der Mann von der Freien Wählergemeinschaft die Geschicke seiner Heimatgemeinde. Vor einer Entscheidung will Back noch mit seinem Gemeinderat über eine erneute Kandidatur reden.

Am Dienstag, 4. Juni, hat Heustreus Bürgermeister Walter Weber im Gemeinderat angekündigt, dass er nicht wieder für die Freie Wählergemeinschaft als Bürgermeisterkandidat antritt. Für seine Entscheidung macht er private Gründe geltend.

Als Georg Menninger 1996 in Hollstadt als Kandidat der CSU gewählt wurde, war er einer der jüngsten Bürgermeister im Landkreis. Auch 18 Jahre später zählt er noch nicht zu den alten. Deshalb hat er sich inzwischen entschieden, im März des kommenden Jahres für eine vierte Amtszeit zu kandidieren.

Richard Knaier steht seit 1995 an der Spitze der Gemeinde Niederlauer. Er war damals vor Ablauf der eigentlichen Amtszeit gewählt und dann bei der turnusmäßigen Wahl 1996 wiedergewählt. Im März 2014 tritt er für die Freie Wählergemeinschaft für eine weitere Amtszeit an.

Michael Pöhnlein von der Freien Wählergemeinschaft will ebenfalls noch einmal Bürgermeister werden. In Rödelmaier strebt er die zweite Amtszeit an.

Bernhard Müller tritt im März bei der Bürgermeisterwahl in Salz nicht mehr an. Als hauptberuflicher Bürgermeister hat er die Altersgrenze erreicht. „Ich werde 65 Jahre alt“. An der Spitze von Salz steht er seit 2002.

Bei ehrenamtlichen Bürgermeistern gibt es keine Altersgrenze, aber auch Stahlungens Bürgermeister Willi Schmitt von CSU/CWG wird sich aus Altersgründen nicht mehr um das Amt des Bürgermeisters bemühen. Er wird in diesem Jahr 70 Jahre alt.

Ob sich Michael Gottwald für das Bürgerforum nach seiner ersten Amtszeit noch einmal um das Bürgermeisteramt in Unsleben bewirbt, ist noch unentschieden. Zum einen, weil Gottwald neben diesem Ehrenamt beruflich eingespannt ist, zum aAnderen soll es seiner Ansicht nach noch Gespräche mit dem Gemeinderat über die künftige Arbeit des Bürgermeisters geben.

„Mit über 70 Jahren sollte man kein Bürgermeister mehr sein“, sagt Wollbachs Bürgermeister Alois Gensler (CSU). Und das wäre er noch vor der Mitte der neuen Amtszeit, denn im Wahljahr feiert Gensler seinen 68. Geburtstag. Er tritt nicht mehr an.

Einige Jahre jünger ist das Schönauer Ortsoberhaupt Rudolf Zehe. Mit seinen derzeit 55 Jahren strebt er eine zweite Amtszeit an.

Seit 2001 ist Detlef Beinhauer Bürgermeister von Sandberg. Der heute 46-Jährige stellt sich im nächsten Jahr erneut zur Wahl.

Übersichtlich stellt sich die Situation im Altlandkreis Mellrichstadt dar. Die Zahl der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die 2014 nicht mehr antreten wollen, ist doch sehr begrenzt.

Eine besondere Rolle nimmt mit Blick auf die Kommunalwahl 2014 dabei Fridolin Link ein, der in Hausen seit 1984 „regiert“ und drei Jahrzehnte im Rathaus der Modellgemeinde in der Rhön das Sagen hatte. Ob er sich dann im Alter von 65 Jahren noch einmal der Verantwortung im Streuobstdorf stellt, lässt Link noch offen. Mit dem Ende der fünften Amtsperiode sollte eigentlich Schluss sein mit der Kommunalpolitik, doch haben die Bürger ihn ins Wanken gebracht. „Fridolin, mach doch weiter!“, dieser Wunsch werde mehr und mehr an ihn herangetragen. Deshalb will der Dino-Bürgermeister sich für seine Entscheidung noch etwas Zeit lassen, beim Backhausfest in Hausen Mitte September wird er das Ergebnis verkünden.

Amtskollege Robert Müller aus Fladungen hat nun alle Zweifel ausgeräumt: Der 56-Jährige kandidiert nicht wieder. Die Entscheidung sei definitiv gefallen. „Die Gesundheit geht vor, und sechs weitere Bürgermeisterjahre wären doch eine lange Zeit“, begründet Müller seinen Schritt. Seit März 2003 im Amt, hatte Robert Müller die Lücke im Rathaus nach dem tragischen Unfalltod von Mischa Schmitt geschlossen. Allerdings, so ganz von der Kommunalpolitik will er doch nicht lassen, für den Kreistag möchte Robert Müller noch einmal kandidieren.

„Fridolin, mach doch weiter!“
Hausener Bürger, die Fridolin Link gerne als Bürgermeister behalten möchten

Besser hätte die erste Amtsperiode von Bürgermeister Thomas Fischer in Nordheim doch nicht laufen können. Mit der Rathaussanierung samt Erweiterung als Kommunikationszentrum und dem Anbau der Kulturscheune hat er gemeinsam mit dem Gemeinderat ein Großprojekt geschultert, dessen Abschluss im September noch groß gefeiert wird. Klar, dass Thomas Fischer gerne weitermacht.

Das Nein zu einer erneuten Kandidatur steht für Martin Balling aus Hendungen seit längerer Zeit fest. „Ich wollte in der letzten Wahlperiode das große Projekt Ortsstraßensanierung angehen und auch beenden. Aber jetzt sind vielleicht doch Jüngere an der Reihe, die das Ruder übernehmen sollten“, so Balling, der damit drei Wahlperioden vollendete. Große Lust aufs Weitermachen spricht dagegen aus den Worten seiner VG-Amtskollegen Martin Link aus Stockheim und Matthias Liebst aus Oberstreu, die beide eine Wahlperiode hinter sich haben im März 2014.

„Die Frage kommt viel zu früh“, findet Sondheims Bürgermeisterin Monika Götz, die noch keine zwei vollen Amtsperioden amtiert und auf Ulla Schröder gefolgt war, die aufgrund des Wohnortwechsels ihr Amt aufgeben musste. Es müssten zu einer Entscheidung erst einige Gespräche laufen, dafür sei bis nächstes Jahr noch Zeit, hielt sich Götz noch bedeckt. Dagegen wissen die Willmarser bereits jetzt, woran sie sind: Reimund Voß hat schon zugesagt, für eine dritte Amtsperiode als Bürgermeister zu kandidieren. Die Frage an sich hätte sich erübrigt. „Ich möchte mich weiter für Ostheim engagieren“, mit dieser Aussage von Ulrich Waldsachs ist alles gesagt. Er wirbt zum zweiten Mal um das Vertrauen der Ostheimer im Bürgermeisteramt.

Bürgermeister-Kollegin Anja Seufert aus Bastheim hat grundsätzlich Ambitionen, ebenfalls im Rathaus weiterzumachen. Jedoch sei nach schwerer Erkrankung eine erneute Kandidatur insbesondere von ihrem Gesundheitszustand abhängig.

Thomas Helbling, seit 2008 CSU-Bürgermeister in Bad Königshofen geht davon aus, von seiner Partei wieder ins Rennen ums Bürgermeisteramt geschickt zu werden und tritt gerne zu seiner zweiten Amtszeit an.

Josef Demar (Großbardorf), der gegenwärtig seine dritte Amtszeit durchläuft, hat nicht nur gute Chancen für die CSU in den Landtag einzuziehen. Das Bürgermeisteramt kann er sich parallel dazu vorstellen, auch er tritt wieder an ebenso wie Georg Rath, seit 1996 Bürgermeister von Herbstadt. Auch Jürgen Heusinger, Ortsoberhaupt von Sulzfeld, steht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung.

Das gilt auch für Emil Sebald, der seit 1990 in Großeibstadt als Bürgermeister die Fäden in der Hand hält. Mittlerweile 60, ist er bereit für eine weitere Amtszeit. Und auch Angelika Götz (Sulzdorf), gegenwärtig die einzige Bürgermeisterin im Altlandkreis Bad Königshofen, hat vor, erneut als Gemeindeoberhaupt für die Ortschaft an der Lederhecke und ihrer Ortsteile zu kandidieren ebenso wie Michael Hey, das Gemeindeoberhaupt aus Höchheim. Der 50-Jährige entschied sich nach reiflicher Überlegung, sich wieder um das Bürgermeisteramt zu bewerben. Hey trat im Mai 2010 die Nachfolge seines verstorbenen Amtsvorgängers Helmut Kürschner an und saß zuvor bereits fünf Jahre im Höchheimer Gemeinderat.

„Ich kandidiere nicht mehr“, sagt dagegen Wolfgang Abschütz (Aubstadt), der am Ende der Wahlperiode 30 Jahre Bürgermeister der Milzgrundgemeinde gewesen sein wird. Das gibt erstmal einen Roten Punkt in der Übersicht. Ausgeschlossen ist deshalb allerdings nicht, dass nach der nächsten Kommunalwahl der Aubstädter Bürgermeister wieder Wolfgang Abschütz heißen könnte. Denn das beliebte Gemeindeoberhaupt wäre auch in einer freien und namentlichen Wahl wählbar – denn ein anderer Kandidat ist bisher nicht in Sicht. Sollte das der Fall sein, wird der 62-Jährige sicher noch einmal mit sich reden lassen und eine weitere Wahlperiode lang der Chef im Aubstädter Rathaus sein.

Definitiv eine weitere Amtszeit lehnt Kurt Mauer ab. Der Trappstädter Bürgermeister und stellvertretende Landrat wird demnächst 66 Jahre alt und will den Job in jüngere Hände übergeben. Auch Peter Schön (Wülfershausen), verneint die Frage nach einer weiteren Amtszeit und will sich aus Altersgründen aus dem Bürgermeisteramt verabschieden. Gleiches gilt für Georg Böhm, der seit 1. Mai 2002 Bürgermeister von Saal und Waltershausen ist. Auch für ihn läge eine weitere Amtszeit dann schon teilweise im Rentenalter.

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