Schmalwasser

Wer sorgt für Sicherheit am Schmalwasserer Kindergarten?

Beidseitige großformatige Hinweisschilder weisen auf die Gefahr am Ortseingang von Schmalwasser hin. Die Kindertagesstätte ist das erste Gebäude auf der rechten Seite. Foto: Marion Eckert

Direkt nach dem Ortseingangschild weisen zwei große Hinweisschilder auf spielende Kinder hin. Hier, nach der Einfahrt zum Feuerwehrhaus und Sportheim ist Tempo 30 angesagt. Der Eingang zum Kindergarten folgt unmittelbar. Doch viele Verkehrsteilnehmer nehmen diese Hinweisschilder und Geschwindigkeitsreduzierung offenbar nicht wahr oder nicht ernst. "Es wird in Schmalwasser gerast. Ein Wunder, dass bisher noch nichts Schlimmes passiert ist", ärgert sich Denise Weiß über rücksichtsloses und unverantwortliches Verhalten.

Neubürgerin wird aktiv

Sie ist im April diesen Jahres mit ihrem Mann nach Schmalwasser gezogen und wundert sich seitdem über die Situation am Ortseingang. "Ich habe beschlossen, für die Kinder und die Bevölkerung hier in Schmalwasser zu kämpfen", wendet sie sich an diese Redaktion.

Der an der Hauptverkehrsstraße liegende Kindergarten sei einer ständigen Gefahr ausgesetzt. "Vor etwa einem Jahr hat man es nach langem Hängen und Würgen geschafft, eine Tempo-30-Zone einzurichten",  so Weiß. "Nun haben wir sie, jedoch hält sich kaum jemand an diese Geschwindigkeit", schimpft die Neubürgerin.

Umgefahrene Kindergarten-Mauer

Nun wurde bei einem Unfall am Kindergarteneingang die Mauer umgefahren. Grund für Weiß, an die Öffentlichkeit zu gehen. Enttäuscht sei sie von der Reaktion der Polizei in Schweinfurt wie auch des Staatlichen Bauamtes, von woher keine Lösungsvorschläge kämen. Denise Weiß kann sich vorstellen, dass man das Ortsschild versetzt, einen Zebrastreifen vor dem Kindergarten errichtet und regelmäßig blitzt. 

Sperrung für Motorradfahrer?

Im Zuge der Sanierung der Staatsstraße zwischen Sandberg und Schmalwasser könne man eine Verkehrsinsel nahe der Ortseinfahrt errichten. Um der vielen Motorradfahrer vor allem im Sommer Herr zu werden, schlägt sie gar eine Sperrung der Straße für Zweiräder vor. "Dies ist im Altmühltal auch möglich", sagt Weiß. Letztlich gehe es ihr nämlich nicht alleine um den Kindergarten, sondern auch um den Schutz und die Sicherheit der Kirch- und Friedhofsgänger sowie der Besucher des Jugendclubs.

Äußerst sensibler Bereich

Sebastian Roth von der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts ist die Problematik bestens bekannt. Seit September 2018 ist er im Amt. "Der Vorgang hat seitdem meinen Tisch nicht mehr verlassen", so Roth. Allen Beteiligten sei seit langem bewusst, dass die Lage in Schmalwasser mit dem Kindergarten an der Hauptstraße äußerst sensibel sei.

Die bauliche Situation in Schmalwasser könne nicht verändert werden. Man prüfe weitere Maßnahmen, müsse sich aber an rechtliche Vorgaben halten. Der Gedanke, die Straße für Motorradfahrer an Sonntagen zu sperren, sei bisher nicht an ihn heran getragen worden. Dafür gebe es hohe rechtliche Hürden.

Auch die Kindergartenleiterin klagt

Leiterin Ute Rustler ist seit über 40 Jahren im Kindergarten Schmalwasser tätig. "Der Verkehr hat extrem zugenommen. Die Geschwindigkeiten sind zum Teil enorm. Gebremst wird erst im Ort unterhalb des Kindergartens in der Kurve", beschreibt sie die Situation. 

Überbleibsel eines Unfalls am Kindergarteneingang in Schmalwasser. Er ereignete sich allerdings außerhalb der Öffnungszeiten. Foto: Marion Eckert

Für den Alltag im Kindergarten bedeute dies, dass die Kinder im abgeschlossenen Bereich des Spielhofs mit Laufrädern und Bobbycar zwar fahren können, aber niemals in der Nähe des Tors an der Straße. Ein extra Sicherheitsriegel sichere das Tor.

Der Spielplatz des Kindergartens liegt hinter dem Feuerwehrhaus. Um dorthin zu gelangen, müssen die Erzieherinnen mit den Kindern ein Stück an der Straße entlang gehen. Die Eltern, die ihre Kinder im Kindergarten abholen und mit dem Pkw kommen, parken auf der anderen Seite der Hauptstraße. Auch hier sieht Rustler Gefahren.

Zusätzlicher Gehweg geplant

Bürgermeisterin Sonja Reubelt, selbst aus Schmalwasser, ist die Problematik seit Jahren bekannt. "Die Gemeinde hat die Tempo-30-Zone durchgesetzt. Der Antrag kam von uns", betont sie. Im Zuge des geplanten Ausbaus der Straße zwischen Schmalwasser und Sandberg sei ein Gehweg vom Ort bis zur Einmündung in den Weg zum Feldberg gebaut. Das werde zu einer besseren Wahrnehmbarkeit des Ortseingangs führen. Weitere Ideen könne man diskutieren.

Staatliches Bauamt will keine Insel

"Wir bauen keine Inseln als Bremse ein", stellt Manfred Rott vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt klar. Eine solche Querungshilfe müsse am richtigen Platz sein, denn Umwege werde niemand gehen, daher scheide der Ortseingangsbereich vermutlich aus.

Wann der Ausbau der Straße zwischen Schmalwasser und Sandberg realisiert werden soll, konnte Rott nicht sagen. Klar sei, dass zunächst die Straße zwischen Sandberg und Waldberg umgesetzt werde, doch für 2020 gebe es hierfür keine Haushaltsmittel.

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