Waltershausen

Wer wird der nächste Energieheld?

Eugen Ehmann und Ingo Schroers werben für die Teilnahme am Bürgerenergiepreis. Als leuchtendes Beispiel kann Vorjahressieger Johannes Kürschner aus Waltershausen gelten.
Aus Alt mach Neu: So sah das Haus im Ortskern einmal aus. Christina und Johannes Kürschner haben es renoviert und energetisch bestens aufgestellt, dafür gab es den Bürgerenergiepreis und Zuschüsse aus dem Innenentwicklungsförderprogramm.
Aus Alt mach Neu: So sah das Haus im Ortskern einmal aus. Christina und Johannes Kürschner haben es renoviert und energetisch bestens aufgestellt, dafür gab es den Bürgerenergiepreis und Zuschüsse aus dem Innenentwicklungsförderprogramm. Foto: Regina Vossenkaul

Beim Vorjahressieger Johannes Kürschner in Waltershausen trafen sich Regierungspräsident Eugen Ehmann und Ingo Schroers, Mitglied der Geschäftsführung der Bayernwerk AG, um für die Teilnahme am Bürgerenergiepreis Unterfranken zu werben, der in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen wird. Das Projekt wurde mit Unterstützung der Regierung von Unterfranken 2015 initiiert. Der Bürgerenergiepreis ist insgesamt mit 10 000 Euro dotiert und richtet sich an Privatpersonen, Schulen und Vereine, die mit ihren Projekten aus den Bereichen Energieeffizienz und Ökologie wichtige Impulse für die Energiezukunft setzen.

"Als ich meine Bewerbung abgeschickt habe, hätte ich nie damit gerechnet, dass einmal der Präsident von Unterfranken an unserem Kaffeetisch sitzt", sagte Kürschner. Im Gemeindeblatt hatte er damals von dem Preis gelesen und sich beworben. Der Maschinen- und Anlagenprogrammierer arbeitet bei PIA in Bad Neustadt und erhielt den Bürgerenergiepreis für sein ganzheitliches Sanierungskonzept für ein im Ortskern erworbenes altes Anwesen, das er mit Ehefrau Christina im März 2016 beziehen konnte. Die Kombination aus einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, einer 10 kWp Photovoltaikanlage, einem 1500-Liter-Wasserspeicher und einer selbst entwickelten zentralen Steuerungseinheit überzeugte die Jury.

Werben für die Teilnahme am Bürgerenergiepreis auf dem Anwesen des Vorjahressiegers: Zum offiziellen Foto stellten sich (von links) Bürgermeister Norbert Bauer, stellvertretender Landrat Josef Demar, Johannes Kürschner, Christina Kürschner, Regierungspräsident Eugen Ehmann und Ingo Schroers, Leiter Kommunen und Kooperationen Bayernwerk Netz.
Werben für die Teilnahme am Bürgerenergiepreis auf dem Anwesen des Vorjahressiegers: Zum offiziellen Foto stellten sich (von links) Bürgermeister Norbert Bauer, stellvertretender Landrat Josef Demar, Johannes Kürschner, Christina Kürschner, Regierungspräsident Eugen Ehmann und Ingo Schroers, Leiter Kommunen und Kooperationen Bayernwerk Netz. Foto: Regina Vossenkaul

Energiehelden gesucht

"Mit dem Bürgerenergiepreis suchen wir diejenigen Energiehelden, die mit ihrem Engagement vorangehen und Vorbilder sind", sagte Ingo Schroers. Dabei gehe es nicht nur um große Bauprojekte, sondern um alle, die einen Beitrag für die lokale Energiezukunft leisten. "Die Energiewende ist ein Thema, das Bürgerengagement erfordert. Bayernwerk und die Regierung von Unterfranken wollen das persönliche Engagement honorieren. Bis zum 22. Juli können Projekte eingereicht werden, die entweder im laufenden Jahr begonnen wurden oder aufgrund ihrer inhaltlichen Qualität nach wie vor Bestand haben. Eine Jurysitzung findet am 30. September statt, die Preisverleihung im November.

Der Regierungspräsident ermunterte zur Teilnahme am Bürgerenergiepreis. Mit "Hut ab" kommentierte er den guten Zustand des Gebäudes in Waltershausen nach eineinviertel Jahren Bauzeit, dabei wurde auch an die erneuerbaren Energien gedacht. Die Energiewende könne nur vorangehen, wenn die Bürger mitmachen, so Ehmann. In vielen Dörfern stünden Häuser leer und es wäre wünschenswert, dass sich noch mehr junge Familien mit pfiffigen Ideen dort niederlassen. Er dankte auch den Eltern, Waltraud und Johannes Kürschner, die die jungen Leute unterstützen.

So funktioniert Innenentwicklung

Bürgermeister Norbert Bauer bestätigte, dass das junge Paar das Anwesen sehr schön hergerichtet hat, dazu haben unter anderem Zuschüsse aus dem Innenentwicklungsförderprogramm beigetragen. "Die Gemeinde ist daran interessiert, dass die Belebung des Innenorts vorangeht." Johannes Kürschner habe gezeigt, wie man verschiedene Energiesysteme sinnvoll vernetzt, sodass er fast autark ist. Er hoffe, dass er als "Daniel Düsentrieb" mit seinem Tüftlersinn noch mehr bewirkt.

Das Herzstück ist die Schaltzentrale, hier laufen alle Kabel zusammen, erklärte Johannes Kürschner Ingo Schroers und Regierungspräsident Ehmann.
Das Herzstück ist die Schaltzentrale, hier laufen alle Kabel zusammen, erklärte Johannes Kürschner Ingo Schroers und Regierungspräsident Ehmann. Foto: Regina Vossenkaul

Die Anerkennung des Landkreises sprach der stellvertretende Landrat Josef Demar aus, er hatte im Juni Johannes Kürschner nach Würzburg zur Preisverleihung begleitet. "Wo Energie ist, da ist auch Weiterentwicklung", so Demar. Er hoffe, dass man von dem Waltershäuser auch in Zukunft etwas hören wird, dies sei bestimmt nicht sein letztes Projekt. Ein Blick in die Schaltzentrale im Keller des Hauses vervollständigte den guten Eindruck, den die Gäste von dem renovierten Anwesen hatten.

Informationen über Teilnahmebedingungen am Bürgerenergiepreis 2019 unter www.bayernwerk.de

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