BISCHOFSHEIM

Wie viele Freiheiten bekommen Bauherrn in Wegfurt?

Der Pfarrstreich in Wegfurt aus Sicht vom Sportplatz. Hier sollen sieben Bauplätze entstehen. Foto: Anja Behringer

Knapp eineinhalb Stunden debattierte der Stadtrat darüber, wie eng die Bauvorgaben für sieben Bauplätze im Pfarrstreich in Wegfurt sein sollen. Das neue Baugebiet soll an der Brückenstraße am südwestlichen Ortsrand von Wegfurt unterhalb des Sportplatzes entstehen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand dabei die Frage, wie viele Freiheiten den künftigen Bauern zugestanden werden sollen.

Weniger Sichtschutz mehr Vorgaben

Gudrun Rentsch und Anja Hein vom Planungsbüro arc.grün stellten dem Ratsgremium zwei Konzepte für den Bebauungsplan vor. Die unterschieden sich lediglich darin, ob die Bäume entlang der Brückenstraße erhalten oder gefällt werden sollten. Die Vertreterinnen des Planungsbüros wiesen darauf hin, dass durch das Fehlen der Bäume kein Sichtschutz für das Baugebiet mehr bestehen würde. Aus diesem Grund schlugen sie dann genauere Festlegungen im Sinne eines einheitlichen Ortsbildes vor. Auf den jeweils rund 1000 Quadratmeter großen Grundstücken sollen jeweils Einzelhäuser mit maximal zwei Vollgeschossen gebaut werden. Die möglichen Dachformen sollten auf zwei Varianten beschränkt werden.

Individualität oder Einheitlichkeit?

Bürgermeister Georg Seiffert sprach sich im Prinzip für den Erhalt der Bäume aus, fragte sich aber, ob die alten Bäume noch lange leben oder die Bauzeit überstehen würden. Diese Meinung spiegelte sich bei vielen Stadträten wieder.

Für größere Diskussionen sorgte allerdings die Frage, ob man die möglichen Dachformen einschränken solle. Sollten neben Satteldächern und versetzten Pultdächern, auch Walmdächer und Zeltdächer möglich sein? Der Wegfurter Stadtrat Alfred Thalheimer gab als „Verfechter einer freien Bauweise“ zu bedenken, dass man durch Festsetzungen, wie die Einschränkung auf Satteldächer, in der heutigen Zeit keinen Bauherrn mehr locke. Seine Befürchtung, die von einigen Ratskollegen geteilt wurde, war, dass Interessierte nicht in Wegfurt bauen, wenn sie ihre individuellen Wünsche nicht umsetzen dürfen. Auch Benjamin Lenhard war der Meinung: „Mit sieben Häusern ändern wir das Ortsbild nicht“.

Spielplatz wird verlegt

Hier wurden allerdings Gegenstimmen laut. „Ich möchte eine Lanze für die Ästhetik brechen“, so der Bürgermeister. Er plädierte dafür, die Dachwahl nicht vollkommen frei zu lassen. Dachformen könnten bezeichnend für einen Landstrich sein.

Keine Diskussion gab es um die geplante Verlegung des Spielplatzes. Um keinen Bauplatz zu verlieren, soll er auf dem Grundstück direkt unterhalb des Sportgeländes neu entstehen. Wegen Lärmschutz-Vorschriften darf es nicht bebaut werden, das bisherige Gelände aber schon.

Einig war sich das Gremium auch bei der Frage einer möglichen Verbreiterung von Brückenstraße und Gehweg. Ob die Straße umgebaut werden soll, hängt mit dem Zustand der dort liegenden Kanäle zusammen. Laut Seiffert habe die Untersuchung bereits stattgefunden. Für die endgültige Entscheidung soll das Ergebnis abgewartet werden. Falls die Kanalisation in Ordnung ist, soll die Straße aus Kostengründen bleiben, wie sie ist. In jedem Fall soll an ihrem Rand ein Mehrzweckstreifen entstehen.

Nach reger Diskussion bat der Bürgermeister schließlich um Abstimmung. Zunächst stand die Entscheidung an, was mit dem Grünstreifen entlang der Brückenstraße geschehen soll. Der Vorschlag des Bürgermeisters, den das Gremium dann auch mit großer Mehrheit annahm, sah vor, dass die Bäume zunächst bleiben, aber keine Erhaltungspflicht besteht. Falls ein Bauherr einen Baum entfernt, müsse als Ausgleich ein neuer gepflanzt werden.

Dachauswahl wird begrenzt

Bezüglich der Dachformen stellte Seiffert schließlich die Beschränkung auf zwei Dachformen, Satteldach und versetztes Pulldach, zur Abstimmung. Sein Vorschlag wurde mit zwölf gegen fünf Stimmen angenommen. Der Bebauungsplan, so die Planerinnen, könnte bis zum Frühjahr 2019 fertiggestellt sein.

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