Wülfershausen

Wieder Leben im „Wohnzimmer der Wülfershäuser“

Die Brückenschänke in Wülfershausen wurde am Freitag wiederöffnet. Der neue Pächter freut sich auf die Herausforderung, hat aber auch ein großes Problem.
Mehrere hundert Jahre Wirtshaustradition: Die Brückenschänke in Wülfershausen wurde am Freitag wiedereröffnet.
Mehrere hundert Jahre Wirtshaustradition: Die Brückenschänke in Wülfershausen wurde am Freitag wiedereröffnet. Foto: Alfred Kordwig

Dem Wülfershäuser Bürgermeister Wolfgang Seifert war die Erleichterung anzumerken, als er am Freitagabend der Brückenschänke einen Besuch abstattete, um dem neuen Pächter Stavros Kalteremidis zur Wiedereröffnung alles Gute zu wünschen. Der aus Griechenland stammende Gastwirt hat das Traditionsgasthaus gepachtet und will es wie sein Vorgänger als eine Art „urige Dorfkneipe“ weiterbetreiben.

„Wir brauchen im Ortskern einfach eine Wirtschaft, in der man sich in gemütlicher Runde unterhalten und am Abend auch mal ein Bierchen trinken kann“, meinte der Rathauschef bei der Wiedereröffnung des Lokals, das er auf Grund seiner langen Tradition als das „Wohnzimmer der Wülfershäuser“ bezeichnete.

Vier Monate lang geschlossen

Als Udo Maly nach über 15 Jahren Ende November vergangenen Jahres die Brückenschänke schloss, um sich in Privatleben zurückzuziehen, war die Zukunft der Dorfwirtschaft noch ungewiss. Würde es der Gemeinde als Eigentümerin gelingen, einen neuen Pächter zu finden? Oder wird das Gebäude dauerhaft leer stehen, wie es bei etlichen anderen ehemaligen Wirtshäusern im Grabfeld bereits der Fall ist?

Freuen sich darüber, dass wieder Leben in die Brückenschänke einkehrt (von links): Pater Silvester, Bürgermeister Wolfgang Seifert, der neue Pächter   Stavros Kalteremidis und Brauereichef Werner Lang.
Freuen sich darüber, dass wieder Leben in die Brückenschänke einkehrt (von links): Pater Silvester, Bürgermeister Wolfgang Seifert, der neue Pächter Stavros Kalteremidis und Brauereichef Werner Lang. Foto: Alfred Kordwig

Mit Unterstützung des bisherigen Pächters und Waltershäuser Brauereichefs Werner Lang, der die Brückenschänke an Udo Maly unterverpachtet hatte, machte sich Bürgermeister Wolfgang Seifert sofort auf die Suche nach einem neuen Betreiber.

Zugleich wurde mit einigen dringend erforderlichen Renovierungsarbeiten begonnen, die sich laut Seifert am Ende auf 70 000 bis 80 000 Euro summieren werden. So wurden die Fußböden erneuert und die Wände frisch gestrichen, die Küche technisch „aufgerüstet“ und die Toiletten modernisiert. Bis Mai soll Biergarten fertig sein, der komplett neu gestaltet wird. Außerdem wird es ein so genanntes Clubzimmer geben, in dem man gemeinsam Fußballspiele anschauen kann.

Neuer Wirt freundlich empfangen

Dass der neue Pächter der Brückenschänke am Freitagabend etwas verspätet zur Einweihungsfeier kam, tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Angeführt vom Vorsitzenden des Musikvereins Harald Schwarz spielten die Wülfershäuser Musikanten Stavros Kalteremidis mehrere Ständchen, nachdem ihm Bürgermeister Wolfgang Seifert dafür gedankt hatte, dass er die Wirtschaft übernommen hat. „Wir drücken die Daumen, dass alles so funktioniert, wie Sie es sich vorstellen“, sagte der Rathauschef, der sich auch über den Besuch von Pater Silvester freute, der die neu hergerichteten Räume segnete.

Beliebter Treffpunkt: Die Brückenschänke in Wülfershausen hat eine lange Tradition.
Beliebter Treffpunkt: Die Brückenschänke in Wülfershausen hat eine lange Tradition. Foto: Alfred Kordwig

Stavros Kalteremidis ist im Grabfeld kein Unbekannter. Der 48-jährige Gastwirt, der aus der Nähe von Saloniki stammt und seit über 20 Jahren mit seiner Familie in Deutschland lebt, war in der Vergangenheit mit seinem Bruder mehrere Jahre lang Pächter des Bayerischen Hofs und des Kurzentrum-Restaurants in Bad Königshofen. Er wohnt in Bad Neustadt und will die Brückenschänke zunächst jeden Tag geöffnet halten - unter der Woche ab 17 Uhr, am Samstag ab 15 Uhr und an Sonn- und Feiertage durchgehend ab 10 Uhr. 

Personal nur schwer zu finden

Der neue Betreiber der Wülfershäuser Brückenschänke freut sich auf die neue Herausforderung und ist zuversichtlich, dass seine Kneipe gut angenommen wird. „Die Leute hier sind nett und über den freundlichen Empfang habe ich mich sehr gefreut“, so Stavros Kalteremidis, der allerdings ein großes Problem hat, mit dem auch andere Gastwirte schon länger zu kämpfen haben: „Es wird sehr schwer werden, geeignetes Personal zu finden, das mich bei der täglichen Arbeit in der Kneipe unterstützt.“

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