BAD KÖNIGSHOFEN

Wiedereinstieg leicht gemacht

Frauen im Mittelpunkt: Um den Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Familienphase ging es bei den Workshops im Haus St. Michael in Bad Königshofen. Dabei gewesen sind (von links) Landrat Thomas Habermann, Angelika Schleicher vom Jobcenter Bad Neustadt, Referentin Doris Küfner-Schönfelder, Ilona Sauer, Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt Rhön-Grabfeld, Alexandra Elbert, Geschäftsführerin Jobcenter Bad Neustadt und Thomas Stelzer, Leiter der Agentur für Arbeit, Schweinfurt. Foto: Vossenkaul

Die Kinder sind im Kindergarten, in der Schule oder ganz aus dem Haus, die häuslichen Pflichten haben sich reduziert oder das Leben hat sich aus persönlichen Gründen umfassend verändert? In dieser Lebensphase denken viele Frauen daran, wieder in ihren alten Beruf einzusteigen oder sich ganz allgemein auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen. Dazu gaben die Agenturen für Arbeit Schweinfurt und Rhön-Grabfeld im Haus St. Michael unter dem Motto „Frauen mittendrin statt nur dabei – Wiedereinstieg leicht gemacht“ umfassende Informationen und praktische Ratschläge und zeigten mögliche Perspektiven auf.

Einen Tag lang standen den teilnehmenden Frauen Beraterinnen zur Verfügung und boten Workshops an, außerdem konnten bei Kaffee und Mittagessen Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Begrüßung am Morgen erfolgte durch den Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, Thomas Stelzer, der sich beim Kooperationspartner, dem Mehrgenerationenhaus St. Michael, für die gute Betreuung bedankte. Die Frauen werden gebraucht, sagte er, der Bedarf sei vorhanden und es gebe viele Möglichkeiten.

Auch Landrat Thomas Habermann machte den Frauen Mut. Man sollte sie als eigenständige Individuen sehen, die am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollen und sollen und durch ihr Berufsleben auch Lebensglück erfahren können, wenn sie eine Tätigkeit finden, die ihnen Spaß macht und ihren Neigungen und Begabungen entspricht. Die Gesellschaft sei auf Frauen und Männer gleichermaßen angewiesen, alle hätten die Verpflichtung, sich einzubringen. Er warnte aber davor, die Frauen zu Dienstleistern der wirtschaftlichen Bedürfnisse zu machen und sie nur dort einspringen zu lassen, wo Arbeitskräftemangel herrscht. Auch Ältere könnten sich noch mal ganz neu orientieren, eine Ausbildung absolvieren und dabei Unterstützung erfahren, meinte er. Für ihn sind Frauen, die Erfahrungen als Familienmanagerinnen und in der Kindererziehung mitbringen, die besten Mitarbeiterinnen überhaupt.

Einen Überblick über die Bedingungen auf dem regionalen und dem landkreisweiten Arbeitsmarkt gab zunächst die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Doris Küfner-Schönfelder, und musste dabei einiges zurechtrücken, was momentan durch die Medien geistert. Angeblich werden überall Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen gesucht – in dieser Region jedoch nicht. Durch die vorhandene Ausbildungsstätte in Münnerstadt übersteigt die Zahl der Arbeitssuchenden das Angebot hier überproportional (96 Arbeitssuchende, 22 offene Stellen). Auch bei den typisch weiblichen Berufen im kaufmännischen Bereich stehen im Arbeitsamtsbezirk Schweinfurt (mit Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Haßfurt sowie Schweinfurt Stadt und Land) 953 Arbeitslose 98 offenen Stellen gegenüber, im Hotel-, Tourismus- und Gaststättenbereich gibt es 155 offene Stellen für 399 Arbeitssuchende. Noch extremer ist es bei den Reinigungsberufen, hier stehen 661 Arbeitssuchende 85 offenen Stellen gegenüber.

Die Arbeitsschwerpunkte liegen in Rhön-Grabfeld in den männerdominierten Branchen Elektrogeräte und Kfz-Zulieferer, dazu kommt die Gesundheitsbranche. Wer einen Bürojob sucht, hat hier grundsätzlich schlechtere Karten als in einer Stadt mit vielen Verwaltungsaufgaben. Natürlich könnte eine Frau auch hier eine Anstellung als Bürokraft finden, das gleiche aber bisweilen einem Sechser im Lotto, so Küfner-Schönfelder. Trotz allem liegt die Arbeitslosenquote im Arbeitsamtsbezirk nur bei 4,1 Prozent und es gibt einen Bereich, der einen krisensicheren Arbeitsplatz verspricht: medizinische Berufe und die Altenpflege-Berufe. Examinierte Pflegekräfte werden gesucht und das wird angesichts des demografischen Wandels lange so bleiben. Momentan gibt es 55 offene Stellen und nur elf Arbeitssuchende.

Engagierte Frauen werden vor allem im Pflegebereich dringend gebraucht, berichtete Küfner-Schönfelder, zu diesem Thema gab es am Nachmittag ein eigenes Beratungsangebot. Wichtig sei für alle Wiedereinsteiger, sich klar zu machen, wo eine Nische, eine Beschäftigung mit Zukunftsaussichten gefunden werden kann, ob auch ein Ortswechsel möglich wäre, ob eine Weiterbildung notwendig ist und ähnliches.

Informationen im Internet unter www.perspektive-wiedereinstieg.de.

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