MEININGEN

Wieviel Utopie braucht Zukunft?

An diesem Dienstag, 16. Oktober, beginnt um 19 Uhr in den Kammerspielen des Meininger Theaters das Forum „Wieviel Utopie braucht Zukunft? Gegen die marktkonforme Demokratie – für demokratiekonforme Märkte“ mit dem Schriftsteller Ingo Schulze und dem Kulturwissenschaftler Dietmar Ebert.

Ist es Ihnen vielleicht auch so gegangen? Eigentlich haben Sie sich gefragt, wie Managergehälter und Bankenrenditen fast ins Unermessliche steigen können ebenso wie Staatsverschuldungen, ohne dass irgendjemand Anstoß daran nimmt oder irgendetwas geschieht. Und dann haben Sie doch geschwiegen und bei sich gedacht – ich hab ja keine Ahnung von Wirtschaftsprozessen, also halte ich lieber den Mund und frage lieber auch nicht nach. Die Experten werden schon wissen, was sie tun. Es könnte ja sein, man wird als unverzeihlich dumm angesehen, so wie es viele am Hofe des Kaisers fürchteten, der am Ende ja doch gar nichts anhatte.

Der Schriftsteller Ingo Schulze wählte in seiner Dresdner Rede, die er am 26. Februar im Staatsschauspiel gehalten hat, das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ als Parabel, um zu zeigen, wie politische Doktrin und Sprachmanipulation des Neoliberalismus funktionieren und blind machen. Der Text stellt unangenehme Fragen wie jene nach der Privatisierung von Gewinnen und der Sozialisierung von Verlusten. Er konstatiert und kritisiert die Ökonomisierung aller Lebensbereiche.

Die Rede ist im Hanser Verlag Berlin unter dem Titel „Unsere schönen neuen Kleider. Gegen die marktkonforme Demokratie – für demokratiekonforme Märkte“ erschienen. Dies zum Anlass nehmend, wird Ingo Schulze an diesem Dienstag im Foyer der Kammerspiele nicht nur aus der neuen Publikation lesen, sondern auch zum Gespräch mit dem Kulturwissenschaftler Dietmar Ebert und mit dem Publikum zur Verfügung stehen. Tickets gibt es an der Abendkasse (zehn Euro).

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