Wollbach

Wollbach: Diskussionen um das "Räumle" nehmen kein Ende

Ein offenes Miteinander, gemeinsame Gespräche und die Suche nach beiderseits zufriedenstellenden Lösungen – Jungbürgerversammlungen wie diese im "Räumle" vor vier Jahren sind wohl der richtige Weg, um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Auch zum Thema "Räumle" soll eine Lösung gefunden werden. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Großer Andrang bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Zahlreiche Jugendliche hatten sich auf den Weg in den Sitzungssaal des Rathauses gemacht, wo die Zukunft ihres Jugendtreffs "Räumle" auf der Tagesordnung stand. Dazu lag den Bürgervertretern nun ein offenes Schreiben der Dorfjugend vor, in dem sie Stellung zu den in der letzten Ratssitzung geäußerten Bekundungen der Ratsmitglieder nahm.

Jugendmitbeauftragter Konrad Werner berichtete über ein Treffen und ein Gespräch mit den "Räumle"-Nutzern, das er zusammen mit dem Jugendausschuss geführt hat. Erfreulich dabei vor allem die große Resonanz seitens der Jugendlichen. "Die Atmosphäre und die Gespräche waren wirklich gut", bestätigte auch Ute Bernhardt-Fiedler. Werner gestand ein, dass der Vorwurf seitens der Jugend, die Kommunikation zwischen Gemeinde und "Räumle" wäre nicht optimal verlaufen, durchaus berechtigt sei. Auch Nebenkostenabrechnungen waren früher von den Jugendlichen gezahlt worden. Inzwischen werden aber keine mehr von der Verwaltung vorgelegt.

Gemeinde ist für den baulichen Zustand verantwortlich

"Diese Jugendlichen engagieren sich auch für die Allgemeinheit", machte Ute Bernhardt-Fiedler deutlich. Dem hielt Bürgermeister Thomas Bruckmüller allerdings die nächtlichen Ruhestörungen, vor allem im Sommer, die nicht zugelassenen Feiern im Hof usw. entgegen, die auch die Nachbarn auf die Palme gebracht hätten. "Das ist einfach inakzeptabel. Wenn du als Bürgermeister nachts um vier Uhr wegen Ruhestörung im Räumle aus dem Bett geklingelt wirst und dich dann im Jugendtreff mit 10 bis 15 Promille unterhalten sollst – das macht wirklich keinen Spaß." Ein Problem ist vor allem aber der bauliche Zustand des "Räumle", für den die Gemeinde verantwortlich ist.

Michael Theune meldete sich als Vertreter der "Räumle"-Benutzer zu Wort und wies auf die flache Hierarchie im "Räumle" hin, bot an, Ansprechpartner zu benennen, die im Konfliktfall (zum Beispiel Lärmbelästigung) zur Verfügung stehen. "Hier sitzen keine 25 Chaoten auf einem Haufen", betonte er.

Um einen Schritt weiter und an einer Schließung des "Räumle" vorbei zu kommen, machte das Ortsoberhaupt schließlich den Vorschlag, eventuell einen Verein zu gründen und damit der Nutzung eine gewisse Struktur zu geben. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen bis zur nächsten Gemeinderatssitzung einige Verantwortliche benennen, die als Ansprechpartner für das weitere Vorgehen fungieren. Gleichzeitig wird sich die Gemeinde erkundigen, auf welcher Basis Jugendvereine oder-clubs in anderen Ortschaften gegründet worden sind. Konrad Werner bot an, sich regelmäßig mit den Vertretern vor den Gemeinderatssitzungen zu treffen und so die gewünschte offene Kommunikation zu betreiben. Eine endgültige Lösung wurde in der Sitzung nicht gefunden. Die Frage wird den Gemeinderat auch in der nächsten Sitzung beschäftigen.

Zustimmung fanden die vorliegenden Bauanträge. So wurde dem Neubau eines Einfamilienwohnhauses "Am Weissenrain" im Baugebiet "Südlich der Unslebener Straße" ebenso grünes Licht gegeben wie dem Projekt eines Wohnhausneubaues mit zwei Einliegerwohnungen in der Straße "Am Rhönblick" und einem Carport-Neubau in der Röderstraße. "Der Wollbach hat wieder Wasser, was zur Folge hat, dass der Biber inzwischen im Gewerbegebiet angekommen ist", vermeldete Bürgermeister Thomas Bruckmüller. "Wir müssen ihn weiter beobachten. Die Sauerwiese hat er schon überschwemmt."

Das Dorffest zum 800. Jubiläum soll am 26. und 27. Juni 2021 stattfinden, auch wenn Wollbach dann schon 801 Jahre alt sein wird. Grund für die Verschiebung sind die Bauarbeiten am Dorfplatz, die wohl erst im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden können. Noch ungeklärt ist, ob die Erneuerung der Brunnensteuerung in der Trinkwasserversorgung öffentlich ausgeschrieben werden muss. Weiterhin wird geprüft, ob die Maßnahme mit staatlichen Mitteln gefördert wird. Der "extrem schlechte" Wirtschaftsweg "Langenberg" (Sandgrube bis Wollbacher Halle) soll auf einer Länge von 1,4 Kilometern saniert werden. Gedacht ist an eine Sanierung wie am Weg zum Grünabfallplatz. Insgesamt wird das Projekt wohl an die 20 000 Euro kosten. Der Gemeinderat stimmte den Arbeiten zu, die möglichst noch in diesem Jahr ausgeführt werden sollen.

Für die Kommunalwahl im kommenden Jahr wurde Altbürgermeister Alois Gensler zum Wahlleiter, Gerlinde Finsterle zu seiner Stellvertreterin berufen.

Aktive Maßnahmen für den Klimaschutz

"Wollbach for future" – Klimaschutz in der Gemeinde. Unter diesem Stichwort machte Ratsmitglied Ute Bernhardt-Fiedler den Vorschlag, sich auch in der Kommune konkret mit Umweltschutz auseinandersetzen. Dazu beantragte sie, einen Klimaschutzbeauftragten zu benennen und aktive Maßnahmen für den Klimaschutz durchzuführen. "Keine schlechte Idee, um vor allem auch Jugendliche in die kommunale Arbeit einzubinden", kommentierte Bürgermeister Bruckmüller. Bis zur nächsten Sitzung wird sich Ute Bernhardt-Fiedler näher erkundigen.

Der Bauausschuss war unterwegs gewesen. Einig war man sich, vor dem Anwesen Schroll einen Schotterrasen anzulegen. Drei restaurierte Kreuzwegplatten aus dem Jahr 1899, die früher Teil eines Kreuzwegs an der Kapelle auf dem Schulberg waren, sollen in die Friedhofsmauer am Anwesen Ludwig Reichert integriert werden. Mit Stimmenmehrheit sprach sich der Gemeinderat für einen zehnprozentigen Zuschuss für die von der Pfarrgemeinde geplante Bonifatiusbeleuchtung an der Kirche aus.  Als gemeindlicher Vertreter in der neuen Vorstandschaft der Dorfflurbereinigung wurde Bürgermeister Bruckmüller bestätigt.

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