Wollbach

Wollbacher Gemeinderat will keinen Partytreff im "Räumle"

Die Zukunft des Jugendtreffs "Räumle" steht auf der Kippe. Der Gemeinderat zeigte sich in seiner jüngsten Sitzung nicht begeistert von der Entwicklung, die der Treff genommen hat. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Das Thema "Jugendraum"  ist aktuell. Entsprechenden Raum nahm es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ein. Das "Räumle" ist  Treffpunkt der eher älteren "Jugend". "Es hat ja heuer auch schon mehrfach gekracht. Sowohl was den Lärm betrifft und auch was den Ärger mit den Nachbarn angeht", stellte Bürgermeister Thomas Bruckmüller fest. "Ist es Aufgabe der Gemeinde, für ältere Jugendliche und junge Erwachsene, die 30 bis 35 Jahre alt sind und selbst für eine Bleibe sorgen könnten, einen Treff auf Kosten der Allgemeinheit zu unterhalten?",  wurde kritisch aus dem Gemeinderat gefragt.  Zusätzlich ist das "Räumle" im ehemaligen Jentsch-Anwesen in einem baulich fragwürdigen Zustand.

Als weiteres Problem wurde darauf hingewiesen, dass es sich hier nicht mehr um organisierte Jugendarbeit wie früher handelt. "Das Räumle ist zum Feierraum geworden!", so das ernüchternde Fazit.  Für organisierte Jugendarbeit  gibt es Räumlichkeiten im Pfarrheim, aber auch im Untergeschoss  des Rathauses.  "Es ist nicht unsere Aufgabe, gemeindliche Partyräume zur Verfügung zu stellen!", betonte das Ortsoberhaupt. "Die Jugend sucht heute nur noch Räume, in denen sie sich ohne Regeln aufhalten und sich selbst verwirklichen kann!", fand diese Ansicht Unterstützung aus der Mitte des  Gemeinderates. "Ich bin absolut dafür, dass wir für heranwachsende Jugendliche einen Raum als Treffpunkt zur Verfügung stellen, aber auf keinen Fall einen Partyraum!", bekräftigte Thomas Bruckmüller. "Wir können die Aufsichtspflicht nicht für die Eltern übernehmen !"

Gravierende Baumängel

Ernsthaft überlegt der Gemeinderat  nun angesichts der Entwicklung, das "Räumle" den jetzigen Nutzern als Mietobjekt anzubieten.  Allerdings wurde andererseits auch auf gravierende Baumängel hingewiesen, die grundsätzlich gegen eine weitere Nutzung sprechen. Vor einer Entscheidung soll daher der Bauausschuss sich ein Bild von der Situation vor Ort machen.

In Wollbach wird auch im Herbst munter weitergebaut. Zwei Baugesuche lagen zur jüngsten Gemeinderatssitzung auf dem Ratstisch. Und beide bekamen den "Segen"  der Bürgervertreter. In der Joachim-Baumeister-Straße soll auf einem früheren landwirtschaftlichen Anwesen  die Scheune und der frühere Stall abgerissen und dafür am zweigeschossigen Wohnhaus ein Balkon errichtet werden. Mehrfach war ein Bauantrag in der Neustädter Straße bereits im Ratsgremium behandelt worden. Nachdem nun auf eine Erhöhung des Kniestockes an dem ohnehin schon dreigeschossigen Wohnhaus verzichtet wird und nur eine zusätzliche Dachdämmung eingebracht wird, konnte der Gemeinderat die beantragte Errichtung von Dachgauben und einer Doppelgarage  akzeptieren.

Neues von der Umgestaltung des Dorfplatzes: Die  Betonteile für die Mauer zur Brüstung befinden sich zur Zeit in der Fertigung. Ausgewählt wurde eine sandgestrahlte Oberfläche, teilte Bürgermeister Thomas Bruckmüller mit. Aktuell, so eine weitere Info des Ortsoberhauptes, sind die Gemeindearbeiter mit der Neuanlage des Kinderspielplatzes  „Am Sand“ beschäftigt.

Neue Brunnensteuerung

Zum dritten Mal hat Dietbert Schmitt einen Anlauf unternommen und beantragt, von gemeindlicher Seite aus einen Defibrillator zu erwerben und am Rathaus bereit zu halten.  Mit dem Thema soll nun bei der NES Allianz ein Vorstoß unternommen werden. Matthias Scholz bekam vom Gemeinderat auf seinen Antrag hin einen Zuschuss nach dem kommunalen Förderprogramm für die Sanierung seines Fachwerkhauses in der Hauptstraße in Aussicht gestellt. Zustimmung signalisierte der Gemeinderat zu einem Antrag, der die Möglichkeit der Bestattung von vier Urnen in einem Einzelgrab auf dem Friedhof zum Inhalt hatte. Die Friedhofssatzung soll entsprechend angepasst werden.

Da zuletzt die Brunnensteuerung für die Trinkwasserversorgung mehrfach ausgefallen ist,  wird eine Erneuerung wohl unumgänglich sein, die rund 70 000 Euro kosten wird. Allerdings soll es dafür auch Fördermittel geben, wie Bürgermeister Bruckmüller in Aussicht gestellt wurde. Im kommenden Jahr läuft auch die wasserrechtliche Entnahmegenehmigung für die beiden Trinkwasserbrunnen aus, kündigte er weiter an.  Ein Verlängerungsantrag muss rechtzeitig gestellt werden.

Die Kommunalwahlen im kommenden Jahr werfen bereits ihre Schatten voraus. Bekanntlich wird Bürgermeister Thomas Bruckmüller für eine weitere Amtsperiode kandidieren. Daher wird man in der nächsten Sitzung einen Wahlleiter und einen Stellvertreter suchen.

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