Willmars

Zähes Ringen um den Dorfladen in Willmars

Nach wie vor wird in Willmars nach einer Lösung gesucht, wie der inzwischen geschlossene Dorfladen reaktiviert werden könnte. Foto: Eckhard Heise

Für den Dorfladen von Willmars zeichnet sich nach wie vor keine Lösung ab. Intensiv suchten die Gemeinderäte bei ihrer jüngsten Zusammenkunft nach einem Weg, wie die inzwischen geschlossene Einrichtung wiederbelebt werden kann.

Nach wie vor dreht sich die Diskussion um grundsätzliche Fragen, wie etwa um Ideen, mit denen zusätzliche Kunden zum Einkaufen ermuntert werden können. Denn trotz des Engagements zahlreicher Mithelfer wird der Laden von der Bevölkerung nicht richtig angenommen, hieß es mehrfach im Gemeinderat.

Die Argumente gingen bei der Beratung hin und her. Die einen forderten eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde. Die würde laut Bürgermeister Reimund Voß jährlich bei rund 20 000 Euro liegen, weil sich der Laden bei dem derzeitigen Angebot bei Weitem nicht allein tragen würde. Die anderen waren eher skeptisch, glaubten nicht an steigende Umsatzzahlen und lehnten eine langwierige finanzielle Unterstützung in dem genannten Umfang ab.

Dorfladen in den Mittelpunkt stellen

Werner Palancares, der frühere Dorfladenbetreiber, war der festen Meinung, dass ein Konzept für die Einrichtung auf den Tisch muss. Seine Gedanken gehen dabei dahin, bei der Betrachtung der gesellschaftlichen Aktivitäten innerhalb von Willmars den Dorfladen in den Mittelpunkt zu stellen.

Voß nahm auch eine Anregung aus dem Gremium auf, das Sortiment und den Verkaufsraum zu verkleinern oder gar mit einem einmal wöchentlich geöffneten Cafe´ einzusteigen. Je nach dem wie die Einrichtung angenommen wird, könnte dann das Angebot gesteigert werden.

Voß wies außerdem auf die finanzielle Situation der Gemeinde hin und erinnerte daran, dass mit der Investition für den Kindergarten eine erhebliche Belastung auf die Gemeinde zukomme. "Kein Dorfladen ist auch nicht der Untergang des Dorfes", erinnerte Voß an die Zeiten, als es eine solche Einrichtung nicht gegeben hat.

Neues Konzept für den Laden ausarbeiten

Palancares forderte die Gemeinde schließlich auf, die Bevölkerung zu ermuntern, sich im Arbeitskreis zu engagieren, um sich stärker mit dem Laden zu identifizieren. So sollen nun bei einer Versammlung am 3. Februar konkrete Vorschläge für ein Ladenkonzept ausgearbeitet werden.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte Voß ein Projekt der Streutal-Allianz zur Ausgabe kostenloser Beratungsgutscheine für Architektenleistungen vor. Danach können Eigentümer von älteren Anwesen bei Sanierung oder Umbau bis zu 20 Beratungsstunden in Anspruch nehmen. Die Hauptkosten übernimmt der Freistaat, den Rest von etwa 40 Prozent steuert die Gemeinde bei. Einstimmig befürwortet das Gremium das Vorhaben.

Momentan keine weiteren Bürgerversammlungen

Ferner befasste sich das Gremium mit einem Antrag von Helga Seidel-Barthelmes. Die Gemeinderätin fordert darin den Bürgermeister auf, noch vor der Kommunalwahl auch in Filke und Völkershausen Bürgerversammlungen zu halten. Sie sieht es nicht als bürgerfreundlich an, wenn Voß sich nur in Willmars den Fragen der Bürger stellt und verweist auf die eingeschränkte Mobilität vor allem älterer Mitbürger. Der Bürgermeister berief sich hingegen auf die Gemeindeordnung, in der nur eine Bürgerversammlung vorgesehen ist. Er schlug daher vor, die Angelegenheit dem neuen Gremium zu überlassen, das eine entsprechende Änderung der Gemeindeordnung erlassen kann.

Grünes Licht gab es anschließend noch für die Sanierung und den Umbau eines Wohnhauses in der Oberdorfstraße, ebenso für die Errichtung einer Gartenlaube an der Neuen Straße in Filke.

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