BAD KÖNIGSHOFEN

Zu Quelle, Schloss und Kirchen

Auf geht's in die Radsaison: In den Haßbergen erwarten die Ausflügler herrliche Flusslandschaften und reizvolle Aussichten.HASSBERGE TOURISMUS Foto: Foto:

Kette geschmiert, Reifen aufgepumpt, Bremsen überprüft? Prima, dann kann es losgehen zu einer ersten Radeltour in der Saison. Unsere Fahrt beginnt in Bad Königshofen am Radler-Infopunkt Kurpark an der Saline – und wird auch dort wieder enden. Erst einmal hält man sich an die Zielangabe Bad Rodach und fährt aus der Stadt hinaus.

Erste Rast an der Wallfahrtskirche

Ein früher erster Halt empfiehlt sich schon nach einem Kilometer, in Ipthausen mit seiner Wallfahrtskirche Mariä Geburt aus der Mitte des 18. Jahrhundert. Denn an der Außenwand der Kirche finden sich schöne Figuren, im Innern Werke der bekannten Kirchenmaler Johann Peter Herrlein und Georg Anton Urlaub.

Auch am nächsten Wegweiser am Ortsausgang geht es weiter in Richtung Bad Rodach. Der Weg führt reizvoll durch die breite Flussaue nach Eyershausen (km 5,1), wo die Kirche St. Wendelin auf einer Anhöhe thront. Im 18. Jahrhundert wurde der marode gewordene Vorgängerbau durch einen Neubau, eine „heitere Pfarrkirche“, ersetzt. Die Gestaltung der Deckenfresken übernahm Georg Anton Urlaub. Den Hochaltar, in den ein Altarbild von Johann Peter Herrlein integriert ist, schuf Bildhauer Johann Josef Kessler.

Auf einem Radweg neben der Staatsstraße fährt man nun nach Trappstadt (km 8,3). Der Ort lag einst an der Handelsstraße von Nürnberg nach Norddeutschland. Hier zweigte auch Heer- und Handelsstraße Richtung Schweinfurt ab. Sehenswert sind in Trappstadt das Torhaus und das Wasserschloss.

Zur Quelle der Saale

Der Fahrradwegweiser am Kirchweg zeigt das Ziel „Alsleben/Saalequelle“ an, und durch das Torhaus geht es über Alsleben genau dorthin, wo der Fluss entspringt (km 14). Die Quelle ist nur wenige hundert Meter von der Wasserscheide entfernt, die bis 1989 West- und Ostdeutschland trennte. Direkt auf der Grenze befindet sich ein sehenswertes Kreuz als Mahnmal, gefertigt aus Streckmetall, dem gleichen Material wie die DDR-Grenzzäune.

Am Wegweiser in der Nähe der Quelle fährt man nun in Richtung Sternberg. Die Fahrradroute führt oberhalb der Wallfahrtskapelle St. Ursula vorbei, wo man vor wenigen Jahren auch einen Friedwald geschaffen hat. Man gelangt nun nach Sternberg (km 18,8). Das bewohnte Schloss dort ist eine mächtige barocke Vierflügelanlage, die sich um einen zentralen Innenhof gruppiert, an deren Ecken jeweils ein Turm mit Zwiebelhaube postiert ist.

Ohne Radwanderzeichen führt die Tour nun auf der Kreisstraße nach Zimmerau (km 19,7), wo sie an der Einmündung auf die Hauptstraße wieder auf eine markierte Radwanderroute trifft und ihr rechts einbiegend über Schwanhausen (km 22) nach Serrfeld (km 28) folgt. Der Ort wurde erstmals 1340 unter dem Namen „Seiherfelt“ urkundlich genannt. Möglicherweise aber ist er sehr viel älter, wie Ausgrabungen vermuten lassen. Die im 13./14. Jahrhundert errichtete Kirchenburg birgt im Innenraum einen spätgotischen Flügelaltar sowie eine Madonnenfigur und vier reliefgeschnitzte Szenen aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts.

Vorbei an Badesee und Wasserschloss

Der Wegweiser an der Kirchenburg zeigt den weiteren Weg nach Sulzdorf an der Lederhecke an. Gleich am Ortsanfang (km 32) biegt unsere Route links in die Hauptstraße ab (Richtung Bad Königshofen) und kurz darauf an der Brennhäuser Straße Richtung Aub. Es geht vorbei am Sulzdorfer Badesee zum scheinbar in einer unberührten Naturlandschaft gelegenen ungewöhnlichen Wasserschloss Brennhausen (km 35,3). Der gotische Stil einiger Fenster lässt darauf schließen, dass manche Teile der Burganlage auf das 13. Jahrhundert zurückgehen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Burg, die sich in Privatbesitz befindet, umfassend saniert und ist heute auch wieder ganz von Wasser umgeben.

Schlussspurt nach Bad Königshofen

Nun verläuft die Tour ein paar hundert Meter über eine Wiese. Der nächste Wegweiser befindet sich vor Aub (km 37): Dort fährt man in Richtung Gabolshausen/Untereßfeld. Auf dem Weg dorthin tangiert die Route in der Flur „ Himmelreich“ (links des Weges) ein mit über 150 Hügeln ausgesprochen großes vorzeitliches Hügelgräberfeld. In Unteressfeld (km 40,3) trifft man auf den Radfernweg Bamberg-Königshofen und folgt ihm zum Ausgangspunkt am Kurpark in Bad Königshofen (km 47). Wer mag, radelt gleich weiter zum Marktplatz mit dem sehenswerten Rathaus, der Stadtpfarrkirche und den zahlreichen Einkehrmöglichkeiten.

Woher das Grabfeld kommt

Übrigens, Grabfeld leitet sich nicht von „graben“ oder gar von „Gräbern“ ab, sondern soll aus dem Keltischen stammen und etwas mit dem typischen Baum unserer Region, der Buche, zu tun haben. So genau weiß man?s aber nicht. Bis ins 20. Jahrhundert wurde es auch „Grapfeld“ geschrieben. Im Übrigen ist das heutige Grabfeld der Rest des einstigen Fränkischen Grabfeldgaues, der von der Fulda bis an den Main bei Bamberg reichte.

Die Tour

Ausgangspunkt: Bad Königshofen am Radler-Infopunkt bei der Saline im Kurpark Streckenlänge: Circa 47 km Höhendifferenzen: Ca. 260 m kumuliert Kategorie: Leichte Fahrradtour, E-Bike-Tour Wege: Meist asphaltiert, teils geschottert Wegweisung: weiß-grüne Wegweiser mit Ziel- und Entfernungsangaben und Richtungswegweiser Einkehrmöglichkeit: Gasthöfe findet der Radfahrer, geöffnet je nach Saison und Tageszeit, in Eyershausen, Trappstadt, Alsleben, Sulzdorf an der Lederhecke und Bad Königshofen Sehenswertes: In Bad Königshofen Marktplatz mit Rathaus und Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt aus dem Jahr 1442, in Ipthausen die Wallfahrtskirche Mariä Geburt, Eyershausen die Kirche St. Wendelin, in Trappstadt das Alte und Neue Schloss und das Torgebäude, in Alsleben in Saalequelle, außerdem das Schloss in Sternberg, die Kirchenburg in Serrfeld, das Wasserschloss Brennhausen Karte und Buchtipp: Jochen Heinke: „Neue Radwandertouren in der Rhön“, ISBN: 978-3790004380 und „Mit dem Fahrrad wandern in der Rhön“ ISBN: 9783790003604, beide erschienen in Parzellers Buchverlag Fulda
Einkehrmöglichkeit: Die Straße der Fachwerkromantik führt in Alsleben am „Grünen Baum“, der ortsbildprägenden Gemeindegaststätte, vorbei. REGINA VOSSENKAUL Foto: Foto:
Sehenswert am Wegesrand: Das Wasserschloss Brennhausen bei Sulzdorf an der Lederhecke ist schön restauriert und heute wieder ganz von Wasser umgeben. Foto: Hanns Friedrich
Erhaben: Ein schöner Blick bietet sich auf die Kirche Eyershausen mit der schmucken Pfarrkirche St. Wendelin auf der Anhöhe.JOSEF KLEINHENZ Foto: Foto:

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