Bad Königshofen

Zufriedenstellende Ernte-Bilanz im Grabfeld

Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die Bauern bislang mit der Ernte zufrieden. Auch sie haben inzwischen schon auf den Klimawandel reagiert. Was wurde angebaut?
Seit kurzem läuft die Getreideernte. Die Aufnahme entstand in der Nähe von Ottelmannshausen. Thomas, Kaya und Kilian Baer ließen sich für den Schnappschuss kurz von der Arbeit abhalten. Foto: Wolfgang Ruck

Die Getreideernte in der Region begann heuer deutlich später als im vergangenen Jahr.  Vor allem die Niederschläge im Mai sorgten heuer dafür, dass die Früchte gleichmäßig und langsamer reif werden. Dies werten die Landwirte als gutes Zeichen. 2018 hatten Trockenheit und Hitze eine frühe Abreife und geringe Erträge verursacht.

Unweit von Ottelmannshausen bewirtschaftet die Familie Baer den Dörfleshof. Thomas Baer berichtet, dass er etwa ein Fünftel seiner Fläche gedroschen hat. Momentan sind die Baers mit der Ernte der Erbsen beschäftigt. Die Erbsen werden benötigt als Eiweißfutter in der zum Betrieb gehörenden Schafhaltung. Thomas Baer zeigt sich zufrieden mit den Erträgen seiner Erbsenfelder. Erbsen haben von Haus aus einen hohen Wasserbedarf. Gut verteilte Regenmengen während der Wachstumszeit sorgten dafür, dass die Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt wurden.

Froh ist Thomas Baer auch darüber, dass die Heuernte seit Anfang Juli abgeschlossen ist. "Schlimm und hektisch ist es, wenn Getreide- und Heuernte gleichzeitig laufen", so der Ottelmannshäuser Landwirt. Dann wird es arbeitstechnisch sehr turbolent. Glücklicherweise hatten sonnige und heiße Tage dafür gesorgt, dass das Heu noch vor Beginn der Getreideernte eingebracht wurde. Sowohl über die eingefahrenen Heumengen wie auch -qualitäten zeigt sich Thomas Baer zufrieden. Es hat nicht ins Heu geregnet und allein schon deshalb dürfte es sehr schmackhaft für die Tiere sein. Die Winterfütterung der Schafherde auf dem Dörfleshof ist damit gesichert.

Landwirt Erich Züchner aus Waltershausen schaut sich kurz vor der Ernte nochmal seinen Weizen an. Züchner rechnet mit durchschnittlichen bis guten Erträgen. Foto: Wolfgang Ruck

Zum ersten Mal hat Thomas Baer heuer Sonnenblumen im Anbau. Der Anbau dieser Frucht ist auch eine Reaktion auf den Klimawandel. Sonnenblumen kommen mit Hitze und Trockenheit gut zurecht. Momentan sind die Sonnenblumenfelder rund um den Dörfleshof in der Vollblüte und sorgen für gelbe Farbtupfer in der Landschaft. Diese Frucht reift relativ spät ab und wird erst nach Ende der übrigen Getreideernte gedroschen. Durch den späteren Erntetermin werden auch die Arbeitsspitzen etwas entzerrt und es müssen nicht alle Felder gleichzeitig geerntet werden.

In Waltershausen bewirtschaftet Erich Züchner einen Ackerbaubetrieb. Der Vollerwerbslandwirt hat bis jetzt nur die Wintergerste komplett geerntet. Diese wurde an einen Nachbarbetrieb verkauft, der die Wintergerste als Futter für seine Mastschweine benötigt. Erich Züchner legt bei der Vermarktung seiner Ernteerzeugnisse  Wert auf möglichst kurze Transportwege. Diese Einstellung ist im Zeitalter der Globalisierung nicht selbstverständlich. "Kurze Transportwege vom Erzeuger zum Weiterverarbeiter schonen die Umwelt und sorgen für eine gute Ökobilanz", so der Waltershäuser.

Auch die regionale Herkunft werde damit gewahrt. Seinen Mehlweizen verkauft Züchner an eine nur zwölf Kilometer entfernte Mühle. Züchners Braugerste gelangt in eine Mälzerei nach Mellrichstadt zur Weiterverarbeitung. Raps, Weizen und Sommergerste stehen bei Züchner zum größten Teil noch auf dem Feld. Sporadisch hat der Waltershäuser schon Sommergerste geerntet. Hier gilt es den richtigen Erntezeitpunkt abzupassen. Ist das Korn noch nicht reif genug, so liegt der Wassergehalt im hohen Bereich und es gibt Abzüge bei der Vermarktung. Erich Züchner präsentiert eines seiner Weizenfelder und meint: "Einen  Ertragsrekord gibt's sicher nicht... aber wir wollen mal nicht unzufrieden sein." Gute durchschnittliche Erträge und diese trocken eingebracht seien ja auch was wert.

Der Waltershäuser hat etwa ein Drittel seines Getreides mittlerweile geerntet. Dabei erinnert Züchner an das nasse Erntejahr 2017. Damals gab es sehr hohe Erträge. Allerdings wurden diese alle viel zu feucht eingefahren, mussten nachgetrocknet werden und wiesen schlechtere innere Qualitäten auf. Dies dürfte den Landwirten heuer nicht blühen. Das aktuelle Wetter spielt mit und sorgt für einen reibungslosen Ablauf der Erntearbeiten. Der Waltershäuser Landwirt hat beim Anbau ebenfalls schon auf den Klimawandel reagiert. Auf Böden mit schlechter Wasserversorgung baut Züchner neuerdings Roggen an. Diese Frucht steckt längere Hitze- und Trockenheitsperioden leichter weg als beispielsweise Weizen. Die Ernte ist zwar für die Bauern die arbeitsreichste Zeit im Jahr. Dennoch eine schöne Zeit. Denn es werden die Früchte eingefahren, die die Landwirte das ganze Jahr über gehegt und gepflegt haben. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter weiter mitspielt und die restlichen Erntearbeiten reibungslos und unfallfrei vonstatten gehen.

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