Höchheim

Ackerbau im Grabfeld: Der Start ins Jahr war vielversprechend

Überall in der Region trifft man heuer vitale und gut entwickelte Rapsbestände an. Die Aufnahme entstand nördlich von Gollmuthhausen.
Foto: Wolfgang Ruck | Überall in der Region trifft man heuer vitale und gut entwickelte Rapsbestände an. Die Aufnahme entstand nördlich von Gollmuthhausen.

Vieles konnten die Landwirte im Grabfeld heuer schon auf den Feldern erledigen. Schon Anfang März wurden die ersten Flächen bearbeitet und zur Aussaat hergerichtet. Nur die Kälte und der Niederschlag nach Ostern haben die Arbeiten ein wenig ausgebremst. Dies ist aber nicht weiter schlimm. Die Bauern sind dankbar und froh für jeden Tropfen, der vom Himmel fällt. Denn die Wasservorräte in den Böden sind nach wie vor sehr knapp. Der Regen Mitte März war Gold wert und reichte aus, um die bis dahin ausgesäten Kulturen zum Keimen zu bringen.

Die Wirkung ist schon verpufft

Die Wirkung der Niederschläge ist mittlerweile schon wieder verpufft. Schon Ende März verursachten die Bauern beim Eggen ihrer Felder riesige Staubwolken. Da ist es wichtig, dass die Fahrzeugkabinen geschlossen bleiben und der Fahrer möglichst nicht vom Traktor absteigen muss. Ein Landwirt erzählt augenzwinkernd: "Wenn ich mir die Nase putze, ist mein Taschentuch ganz schwarz."

In der Region ist mittlerweile die Aussaat von Sommergerste und Hafer abgeschlossen. Früh gesäte Bestände sind schon aufgelaufen. Die jungen Pflänzchen haben sich Ende März ans Tageslicht gekämpft und leuchten momentan kess in der Frühlingssonne. Die nächtlichen Minusgrade machen den jungen Getreidepflänzchen nichts aus. Rüben oder auch Sonnenblumen sind deutlich anfälliger gegen Frost und werden deshalb in der Regel etwas später ausgesät. Das überwinternde Getreide wie Weizen, Roggen oder Wintergerste ist gut ins Frühjahr gestartet.

Klirrende Kälte ist kein Problem

Die klirrende Kälte im Februar konnte diesen Kulturen nichts anhaben, da die Flächen schneebedeckt waren. Der Schnee hat für das Wintergetreide eine schützende Funktion. Starke Fröste auf schneefreiem Boden können dem Weizen, der Wintergerste und dem Roggen dagegen den Garaus machen und zu einem kompletten Abfrieren des Getreides führen. Mit diesem Phänomen hatten die hiesigen Landwirte zuletzt 2012 zu kämpfen.  

Momentan bereiten die Landwirte ihre Felder für die restliche  Frühjahrsaussaat vor. Hier ist Ulrich Bergner aus Höchheim beim Eggen einer Fläche vor der Rübenaussaat zu sehen.
Foto: Wolfgang Ruck | Momentan bereiten die Landwirte ihre Felder für die restliche Frühjahrsaussaat vor. Hier ist Ulrich Bergner aus Höchheim beim Eggen einer Fläche vor der Rübenaussaat zu sehen.

Erstaunlich gut präsentieren sich heuer auch die Rapsbestände. Schon im Herbst konnten die Rapssaaten zügig keimen und auflaufen. Sie gingen in einem optimalen Wachstumsstadium in die Vegetationsruhe. Sobald in den nächsten Tagen die Felder wieder abgetrocknet sind, dürften die Aussaatarbeiten fortgesetzt werden. Es steht die Aussaat der  Zuckerrüben an. Diese wird in der Regel nicht von den Landwirten, sondern von Lohnunternehmen durchgeführt. Die spezielle GPS-gestützte Technik wäre für den einzelnen Landwirt zu teuer. Ganz zum Schluss wird der Mais in den Boden gebracht. Dieser gilt als wärmeliebende Frucht. Er benötigt mindestens acht Grad Bodentemperatur zum Keimen.

Blühstreifen angelegt

Auch heuer beabsichtigen viele Bauern die Anlage von Blühstreifen und die Ansaat von sogenannten Wildäckern. Diese Flächen bieten dem Wild  Deckung und Äsungsmöglichkeiten.  Solche Flächen sind eine bunte Mischung von beispielsweise Malwe, Fenchel, Ringelblume, wilde Möhre und Sonnenblume. Auch die Bienen dürften sich dort besonders wohlfühlen. Die Ansaatkosten je Hektar liegen hier bei rund 400 Euro. Die verstärkte Aussaat solcher Mischungen resultiert auch aus dem Volksbegehren "Artenvielfalt - rettet die Bienen".

Positiv sehen die Bauern heuer den Umstand, dass zwischendurch immer mal Niederschlag fällt. Erst der Wechsel zwischen Wärme und Wasser lässt die Pflanzen wachsen und gedeihen. 2020 raubte eine Trockenheit in den Monaten März und April den Landwirten den letzten Nerv. Ausgesäte Früchte vertrockneten und hatten deutliche Wachstumsdepressionen mit geringen Erträgen zur Folge. Witterungstechnisch gesehen war also der Start in den Frühling 2021 deutlich vielversprechender als im Vorjahr.

Wolfgang Ruck

Wolfgang Ruck ist seit 1991 BBV-Obmann in Höchheim, also genau 30 Jahre. Sein Vorgänger im Amt war Helmut Kürschner, der diesen Posten abgab, als er zum Höchheimer Bürgermeister gewählt wurde. Der 54-Jährige bewirtschaftet in Höchheim einen Ackerbaubetrieb im Vollerwerb. Die Tierhaltung wurde aufgegeben. Den Hof hat er von seinen Eltern übernommen.
Quelle: ak
Die Anfang März gesäten Felder sind bereits aufgelaufen. Das Bild zeigt ein Sommergerstenfeld in der Höchheimer Gemarkung "Mendhäuser Weg". Seit Ende März ist hier die junge Saat sichtbar.
Foto: Wolfgang Ruck | Die Anfang März gesäten Felder sind bereits aufgelaufen. Das Bild zeigt ein Sommergerstenfeld in der Höchheimer Gemarkung "Mendhäuser Weg". Seit Ende März ist hier die junge Saat sichtbar.
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