Fladungen

Agathe Heuser-Panten: Bewährtes erhalten, Neues gestaltet

Agathe Heuser-Panten: Bis zum letzten Tag im Bürgermeisteramt ist sie im Fladunger Rathaus anzutreffen.
Agathe Heuser-Panten: Bis zum letzten Tag im Bürgermeisteramt ist sie im Fladunger Rathaus anzutreffen. Foto: Marion Eckert

Agathe Heuser-Panten liebt Arbeit. Ob als Bürgermeisterin von Fladungen oder bei ihren beruflichen Aufgaben, die sie in der Vergangenheit inne hatte - anzupacken, war ihr immer wichtig und berufstätig zu sein, erfüllte sie. Das werde auch nach dem 30. April nicht anders sein. Auch mit fortgeschrittenem Alter hat sie keine Lust sich aufs Altenteil zurückzuziehen. Sie wird zwar nicht mehr als Bürgermeisterin Fladungen vorstehen. Als Stadträtin möchte sie ab Mai weiterhin für ihre Wahlheimat aktiv sein. "Mein Interesse an der Stadt ist ja nicht weg", begründete sie ihr weiteres Engagement.

Erklärtes Ziel: Stadt für die Zukunft rüsten

Sechs Jahre führte Agathe Heuser-Panten die Verwaltung. Sie kann auf eine ebenso arbeitsreiche wie erfolgreiche Zeit zurückblicken. Fladungen für die Zukunft gut zu rüsten, war vom ersten Tag ihr Ziel und Leitfaden. Dabei setzte sie auf Gemeinsamkeit, um sachlich, fachlich und gewissenhaft alt Bewährtes zu erhalten und Neues zeitgemäß zu gestalten. Eines der wichtigsten und größten Projekte war der Bau "Haus der Kinder", um Kindergarten, Kinderkrippe und Kinderhort in der Schule unterzubringen. Dabei mussten auch schwierige Entscheidungen getroffen werden, wie die Schließung des Kindergartens in Oberfladungen. "Alle Entscheidungen in den vergangenen sechs Jahren wurde mit Mehrheit des Stadtrats getroffen", betonte sie ausdrücklich, denn sie setzte von Anfang an auf breit getragene Mehrheitsentscheidungen.

Ob Schulhausumbau, Realisierung des Nahwärmenetzkonzeptes, die Stadtentwicklung, Gründung der Streutalallianz, das Straßensanierungskonzept mit Kanal- und Wasserkonzept, die Breitbandversorgung – das alles musste auch finanziert werden. In ihren sechs Jahren als Bürgermeisterin hat die Stadt Investitionen in Höhe von 11,3 Millionen Euro getätigt und Darlehen in Höhe von 3,1 Millionen Euro getilgt.  Die Verschuldung von 1,7 Millionen in 2014 konnte auf 518.887 Euro zurückgefahren werden. Fördermittel von 8,1 Millionen Euro holte sie in ihrer Amtszeit zudem nach Fladungen.

Schwimmbad konnte erhalten werden

Agathe Heuser-Panten war sich auch nie zu schade, selbst mit anzupacken. Sei es beim Weihnachtsmarkt oder um das Schwimmbad für Gäste und Einheimische zu erhalten. Schon als stellvertretende Bürgermeisterin war sie hier aktiv. Es gelang die Einrichtung nicht nur zu erhalten, sondern auch zu modernisieren. "Weil wir alle, auch die Ortsteile, an einem Strang gezogen haben." Noch unter ihrer Regie wurde die Modernisierung des Campingplatzes auf den Weg gebracht.

Natürlich waren auch eine Menge Pflichtaufgaben zu stemmen und Probleme zu meistern. Der Weggang des Rewe-Marktes war noch bis zur Bürgermeisterwahl im März ein heftig umstrittenes Thema. "Ich bin sehr zufrieden, dass es gelungen ist Norma als Nachfolger Genau - wo du Recht hast ...für Fladungen zu gewinnen."  In ihren sechs Jahren im Amt gab es durchaus auch schwierige Zeiten. Agathe Heuser-Panten musste sich mehr als einmal der Kritik stellen und ihrerseits an faire und offene Diskussionen ohne Taktieren erinnern, um den Frieden im Gremium und der Stadt halbwegs zu wahren. Ihre innere Stärke und Ruhe waren ihr dabei gute Ratgeber. "Ich habe die Gene meiner Mutter, die immer sagte, es gibt für alles eine Lösung. "

Erst Stadträtin, dann Stellvertretende Bürgermeisterin

 Agathe Heuser-Panten stammt aus der Nähe von Köln. Sie arbeite im Bankwesen und später in leitender Stellung in einem Architekturbüro. Schon in den 1970er-Jahren lernten sie und ihr Mann aus beruflichen Gründen Fladungen kennen. Sie bauten sich einen Freundeskreis auf, den sie intensiv pflegten, um 1995 selbst nach Fladungen zu übersiedeln. Ihr Mann war eine Periode im Stadtrat tätig, kandidierte nicht mehr, stand aber in enger Verbindung mit dem Wählerblock Ortsteile Fladungen. Als es im Jahr 2008 darum ging einen Bürgermeisterkandidaten für Fladungen aufzustellen, tagte der Wählerblock im Büro von Familie Heuser-Panten. "Ihr habt mich ja nicht gefragt", habe sie gesagt, als sich kein Kandidat finden wollte. Agathe Heuser-Panten kandidierte, konnte das Bürgermeisteramt 2008 aber nicht für sich gewinnen. Sie wurde Stadträtin und aufgrund ihrer hohen Stimmenzahl auf Anhieb stellvertretende Bürgermeisterin. "In diesen Jahren habe ich viel Einblick bekommen und Bürgermeister Robert Müller oft vertreten. Als ich 2014 Bürgermeisterin wurde, wusste ich, um was es sich handelt."

Bis Ende April ist sie nun noch im Amt. Eigentlich wollte sie nach der Bürgermeisterwahl Mitte März erst einmal ein paar Tage Urlaub machen, doch es lag noch viel zu viel Arbeit auf ihrem Schreibtisch. "Was abgeschlossen werden kann, das werde ich noch abschließen." Sie wünscht dem neuen Bürgermeister und dem neuen Stadtrat einen guten Start und viel Erfolg für die Stadt und die Ortsteile Fladungen.

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