Bad Königshofen

Amerikaner im Grabfeld: Mit dem Rad auf den Spuren der Vorfahren

Back to the Roots
Es kann losgehen: Pam Homer (links), James Taylor (rechts) und ihr Begleiter Rainer Plößl kurz vor dem Start ihrer ganztägigen Radtour durchs Grabfeld, bei der sie auch auf den Spuren von Pam Homers Vorfahren wandelten.
Foto: Alfred Kordwig | Es kann losgehen: Pam Homer (links), James Taylor (rechts) und ihr Begleiter Rainer Plößl kurz vor dem Start ihrer ganztägigen Radtour durchs Grabfeld, bei der sie auch auf den Spuren von Pam Homers Vorfahren wandelten.

Unter Wanderern und Radtouristen hat es sich schon länger herumgesprochen: Das Grabfeld mit seinen sanften Hügeln hat nicht nur seine landschaftlichen Reize, sondern es hat auch in kultureller Hinsicht einiges zu bieten. Für die US-Amerikaner Pam Homer und James Taylor, die vor wenigen Tagen zu einer ganztägigen Fahrradtour durchs Grabfeld aufbrachen, gab es noch einen weiteren Grund für ihre Stippvisite ins nördliche Unterfranken: Die Vorfahren von Pam Homer stammen aus dem Bad Königshöfer Stadtteil Althausen. Deshalb machte das Ehepaar im Rahmen ihrer knapp dreiwöchigen Österreich-Deutschland-Tour in Bad Königshofen Station, wo es sich für zwei Tage in  einem kleinen Ferienhäuschen einmietete.

Zwischenstopp in Kleinbardorf: Am Nachbau des Wasserschlosses legte die kleine Radler-Gruppe eine kurze Rast ein.
Foto: Rainer Plößl | Zwischenstopp in Kleinbardorf: Am Nachbau des Wasserschlosses legte die kleine Radler-Gruppe eine kurze Rast ein.

Opa wanderte mit elf Jahren aus

„Mein Großvater Kilian Georg Homer lebte bis zum Alter von elf Jahren in Althausen, bevor er mit seinen Eltern nach Amerika auswanderte“, erzählt Pam Homer in perfektem Deutsch. Die Sprache lernte sie vor vielen Jahren während ihres Studiums in Innsbruck, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann vor ihrem kurzen Abstecher ins Grabfeld Freunde von damals besuchte. „Ich wollte einfach einmal die Gegend kennenlernen, in der meine Vorfahren früher gelebt haben“, so die Amerikanerin, die als Regierungsmitarbeiterin in einer Wasserwirtschaftsbehörde in Santa Fe in New Mexiko arbeitet.

Unter dem Motto „Back to the Roots“ steuerten Pam Homer und ihr Ehemann James Taylor, ein Mathematiklehrer im Ruhestand, mehrere Grabfeldortschaften an, von denen sie wussten, dass dort einst die Vorfahren der Amerikanerin lebten. Sulzfeld war darunter und natürlich Althausen, letzter Wohnort der Familie Homer, bevor sie Anfang des vergangenen Jahrhunderts Deutschland in Richtung Vereinigte Staaten verließ. Auf sichtbare Spuren ihrer Ahnen stieß Pam Homer bei ihrer Radtour durchs Grabfeld leider nicht.  So gibt es den Althäuser Friedhof neben der Kirche schon lange nicht mehr, er befindet sich jetzt etwas außerhalb des Dorfkerns.

Das Schloss Sternberg in Sichtweite:  Bei der Tour durchs Grabfeld gab es mehrere Gelegenheiten, sich einige Sehenswürdigkeiten anzusehen.
Foto: Rainer Plößl | Das Schloss Sternberg in Sichtweite: Bei der Tour durchs Grabfeld gab es mehrere Gelegenheiten, sich einige Sehenswürdigkeiten anzusehen.

„Trotzdem war die Tour sehr interessant und hat uns großen Spaß gemacht“, schwärmt Pam Homer nach der 60 Kilometer langen Rundfahrt, bei der auch der Märchenwald am Sambachshof und die Schlösser Brennhausen und Sternberg angesteuert wurden. Tags darauf ging es dann auf die nächste Etappe der Europareise: Mit dem Zug fuhr das Ehepaar über Berlin für einige Tage nach Hamburg, um dann von dort wieder zurück in die Vereinigten Staaten zu fliegen.

Professionelle Begleitung

Dass sie ihren Aufenthalt im Grabfeld noch lange in guter Erinnerung behalten werden, lag zum einen am schönen Wetter. Es war zwar schwülwarm am vergangenen Montag,  doch bis zur Rückkehr in ihre Unterkunft blieben die Rad-Ausflügler von Regen oder gar Gewittern verschont. Zum anderen hatte das Ehepaar aus den Staaten einen erfahrenen Begleiter an seiner Seite: Rainer Plößl aus Bad Königshofen, der vor zehn Jahren die „Grabfeld Tourismus UG“ gründete. Er hatte die Tour vorbereitet, außerdem stellte er moderne Fahrräder samt dazugehöriger Ausrüstung zur Verfügung.

Schöne Aussicht: Von der Sambachsteige aus genoss das Ehepaar aus Amerika den Blick über das Grabfeld.
Foto: Rainer Plößl | Schöne Aussicht: Von der Sambachsteige aus genoss das Ehepaar aus Amerika den Blick über das Grabfeld.

Plößl, der mit mehreren erfahrenen Tour-Guides zusammenarbeitet, bietet seit Gründung seiner Firma für Touristengruppen geführte Radtouren durch das Grabfeld und die angrenzenden Regionen an und kümmert sich auch um die Unterbringung der Teilnehmer.  „Wir haben hier bei uns ideale Voraussetzungen für Touren mit dem Rad und wollen mit unserem Engagement dazu beitragen, den Radtourismus in der Region zu fördern“, sagt Plößl.

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