Bad Neustadt

Arbeitsagentur: Mit Kurzarbeitergeld bauen Unternehmen Brücken

Trotz Kurzarbeit: Die Corona-Pandemie hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt in Rhön-Grabfeld. Wie sieht der Lehrstellenmarkt aus?
Neun von zehn Mitarbeiter des Gastgewerbes waren im vergangenen Monat von Kurzarbeit betroffen.
Neun von zehn Mitarbeiter des Gastgewerbes waren im vergangenen Monat von Kurzarbeit betroffen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Unsicherheiten und Auswirkungen des Corona-Virus ließen die Arbeitslosigkeit im gesamten Arbeitsamtsbezirk Schweinfurt (Schweinfurt Stadt, Landkreise Schweinfurt, Haßberge, Bad Kissingen und Rhön Grabfeld) ansteigen. In Rhön-Grabfeld war der Anstieg am gravierendsten: Im Vergleich zum Mai 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um knapp 45 Prozent, im Vergleich zum April 2020 waren es nur 0,2 Prozent mehr.

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis ist von April auf Mai um 89 auf 1552 Personen gestiegen. Das waren 481 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im Mai 3,4 Prozent; vor einem Jahr waren es 2,3 Prozent, heißt es im Monatsbericht der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

Regionaler Arbeitsmarkt stark unter Spannung

„Der regionale Arbeitsmarkt steht durch die Corona-Pandemie stark unter Spannung. Der Lockdown hinterließ deutliche Spuren in fast allen Bereichen der Wirtschaft. Der Konsum wurde momentan enorm ausgebremst. Importe und Exporte brachen ein. Investitionen wurden aufgrund des Corona-Virus zurückgefahren. All dies wirkte sich stark auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit aus. Mithilfe des Kurzarbeitergeldes bauen wir vielen Unternehmen eine Brücke, ihre Mitarbeitenden zu halten und damit die Arbeitslosigkeit für die Menschen zu vermeiden", erläutert Walter Seit, der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Situation.

Jedes dritte Unternehmen zeigte Kurzarbeit an

Noch nie haben so viele Betriebe in der Region Main-Rhön Bedarf für Kurzarbeit angezeigt. Seit Anfang dieses Jahres gingen von Betrieben im Arbeitsagenturbezirk Schweinfurt 4036 Kurzarbeitsanzeigen ein. Dies entsprach rund einem Drittel der 10 955 Unternehmen in der Region.  Insgesamt bezogen sich die Anzeigen auf 52 800 Personen. Stark betroffen (90 Prozent) waren die Branchen Gastgewerbe, Kunst sowie Unterhaltung und Erholung, gefolgt von (50 Prozent) Friseure, Wäschereien, Bäder, Saunen, Gebäudereinigung und die Sicherheit, sowie der Handel und die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, das Grundstücks- und Wohnungswesen waren mit 30 Prozent bei den Anzeigen zu Kurzarbeit vertreten.

Im Zuge der Corona-Krise war die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin verhalten. In Rhön-Grabfeld verzeichnet die Agentur für Arbeit 674 offene Stellen, vor einem Jahr waren es noch 901.

Wie sieht der Lehrstellenmarkt aus?

Auch während der Corona-Pandemie ging es auf dem regionalen Ausbildungsmarkt weiter, jedoch mit geringerem Tempo. Von Oktober 2019 bis Mai 2020 meldeten sich bei den Arbeitsagenturen 2419 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, 282 weniger (minus 10,4 Prozent) als im Vorjahr. Von diesen waren 884 im Mai noch auf der Suche. Gleichzeitig waren 3710 Ausbildungsstellen gemeldet, 261 weniger (minus 6,6 Prozent) als vor einem Jahr. Davon waren im Mai noch 1654 Ausbildungsstellen unbesetzt. Am häufigsten wurden Ausbildungsstellen für das verarbeitende Gewerbe (945 Stellen), für den Handel, die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (801 Stellen) sowie für das Baugewerbe (635 Stellen) gemeldet.

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