Bad Neustadt

Atelier und Exponate von Lothar Bühner als Geschenk für den Landkreis

Für die Kunstsammlungen des Landkreises soll in der ehemaligen Kaserne in Mellrichstadt ein Depot errichtet werden. Erste Entwürfe in der Kreistagssitzung vorgestellt.
Lothar Bühner, der in Bad Neustadt sein Atelier hatte, galt als der beste Riemenschneider-Kopist. Oftmals hatte er in seiner Werkstatt die Originale Riemenschneiders, um diese nachzuschnitzen. Exponate  aus dem Schaffen Lothar Bühners und sein Atelier hat die Familie dem Landkreis Rhön-Grabfeld geschenkt. 2022 ist eine Ausstellung über den 2012 verstorbenen Künstler geplant.
Foto: Hanns Friedrich | Lothar Bühner, der in Bad Neustadt sein Atelier hatte, galt als der beste Riemenschneider-Kopist. Oftmals hatte er in seiner Werkstatt die Originale Riemenschneiders, um diese nachzuschnitzen.

Kunstwerke des Bad Neustädter Bildhauers Lothar Bühner, der vor acht Jahren gestorben ist, sowie dessen Atelier gehen als Geschenk der Familie an den Landkreis Rhön-Grabfeld. Das berichtete Kulturmanagerin Dr. Astrid Scherpf den Mitgliedern des Kreistags. Der gebürtige Sandberger galt als der beste Riemenschneider-Kopist und war über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt und gefragt. Dieses Renommee verschaffte sich Lothar Bühner 1977 mit der Kopie der Maria Magdalena für den Riemenschneideraltar in Münnerstadt. An das Schaffen des Künstlers soll eine Ausstellung zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 2022 erinnern, sagte die Kulturmanagerin.

Sie erwähnte dies bei ihrem Bericht über die Sammlungen des Landkreises Rhön-Grabfeld. Im Zusammenhang mit den Künstlernachlässen nannte sie auch Uwe Günther, einst Lehrer der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim. Eine Sammlung seiner Werke ist in Bischofsheim. Dort seien die konservatorischen Bedingungen allerdings nicht ideal, so dass Handlungsbedarf bestehe. Zu den Künstlernachlässen gehören aber auch kulturhistorische oder volkskundliche bedeutende Objekte oder Sammlungen. Ob diese in die Kunstsammlungen des Landkreises aufgenommen werden, soll eine Fachjury mit Kulturdirektor Professor Dr. Klaus Reder, Landrat Thomas Habermann, Kulturmanagerin Astrid Scherpf und Eva-Maria König vom Rhönmuseum entscheiden. Eingebunden werden sollten als beratende Mitglieder die Kreisheimatpfleger. René van Eckert schlug vor, noch die Leiterin des Fränkischen Freilandmuseums Ariane Weidlich ins Team zu nehmen. Dagegen gab es keine Einwände.

Regionaler Bezug zur Rhön und dem Grabfeld

Bei der Sitzung des Kreistags in der Stadthalle berichtete die Kulturmanagerin von der  kreiseigenen Gemälde- und Skulpturensammlung, die in den 1970er Jahren vom damaligen  Landrat Dr. Karl Grünewald begonnen wurde. Landrat Fritz Steigerwald erweiterte die Sammlung und es entstand die Kreisgalerie im Alten Spital in Mellrichstadt. Landrat Thomas Habermann setzt diese Tradition fort, forciert die Präsentation auch im Landratsamt und lässt insbesondere durch gezielte Ankäufe die Sammlungslücken schließen. Sammlungsschwerpunkt und zugleich Leitbild der Sammlungen Rhön-Grabfeld ist der regionale Bezug zur Rhön und dem Grabfeld, wie auch zu Unterfranken. Der Fokus lag von Anfang an auf Regionalität.

Die Kunstsammlung des Landkreises nannte die Kulturmanagerin ein Alleinstellungsmerkmal. "Kreiseigene Sammlungen sind in Deutschland selten und bilden singuläre Erscheinungen und deshalb können wir uns etwas darauf einbilden." Von 2006 bis heute wurden durch die Kulturagentur Ankäufe getätigt, so eine Sammlung mit 30 Masken oder auch die "Rhönwackler." Auch Schenkungen kamen hinzu. Seit einigen Jahren wird deshalb über ein Zentraldepot diskutiert. Es soll in der ehemaligen Kaserne in Mellrichstadt entstehen und zwar in der einstigen Bekleidungskammer. 

Erste Entwürfe für das Depot in Mellrichstadt

Ein Depot-Planer aus München übernommen hat schon erste Entwürfe vorgelegt. Büro und Materiallager sind in den ersten Planzeichnungen ebenso enthalten wie die geplanten Fahrregale oder ein Rahmen- und Techniklager. In diesem Zusammenhang sagte die Kulturmanagerin, dass dies kein Archiv sei und es auch keinen freien Zugang zum Depot geben werde. Das Depot in Mellrichstadt ist auch nicht für archäologische Funde vorgesehen. Diese sind zum Teil bereits in der archäologischen Staatssammlung München. Geplant ist die Unterbringung weiterer archäologischer Funde, besonders der archäologischen Arbeitsgruppe, im Depot in Bad Königshofen. Momentan befinden sich die Funde im Keller des Landratsamtes.

Kreisrat Egon Sturm verwies auf die Notwendigkeit, Kulturgut zu erhalten, aber auch zugänglich zu machen. Das sei ebenso wichtig, wie die Mundart der jeweiligen Region. Für das neue Depot ist eine Investition für die Einrichtung in Höhe von rund 300 000 Euro vorgesehen, sagte Kreisbaumeister Herbert Bötsch. Die Betreuung und der Bauunterhalt seien als gering einzustufen. Die Umsetzung könnte ein bis zwei Jahre dauern. René van Eckert sprach eine Liste an, die den Kreisräten jährlich zur Einsicht vorliegen sollte, um über die Kunstankäufe informiert zu sein. Auf die Frage der Eröffnung sagte Kulturmanagerin Dr. Scherpf, dass man sich noch nicht auf das Jahr festlegen könnte. Landrat Thomas Habermann nannte das Jahr 2022 als bezugsreif.

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