Mellrichstadt

Autobahnkirche A 71 hat eine enorme Anziehungskraft

Bei einer Vorstandsitzung, verbunden mit einer kleinen Gedenkandacht, wurde die neue Ehrentafel in der Autobahnkirche A 71 vorgestellt. Unser Bild zeigt (von links): Winfried Gänßler, Professor Dr. Josef Trabert, Gerhard Bracher, Christiane Michel, Hans Joachim Schonert, Gertraute Koch, Ralf Luther und Pfarrer Michael Schlauraff.
Bei einer Vorstandsitzung, verbunden mit einer kleinen Gedenkandacht, wurde die neue Ehrentafel in der Autobahnkirche A 71 vorgestellt. Unser Bild zeigt (von links): Winfried Gänßler, Professor Dr. Josef Trabert, Gerhard Bracher, Christiane Michel, Hans Joachim Schonert, Gertraute Koch, Ralf Luther und Pfarrer Michael Schlauraff. Foto: Hanns Friedrich

Fünf Jahre waren es am Freitag, 26. Juni 2020, auf den Tag genau, dass Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die Autobahnkirche an der A 71 eröffnete. Der Wunsch, der damals in vielen Grußworten geäußert wurde, dass das kleine Gotteshaus ein Ruhepunkt für Menschen sein möge, hat sich fünf Jahre später voll und ganz erfüllt.

Die Autobahnkirche an der A 71  erinnert an die friedliche Wiedervereinigung und wurde vor fünf Jahren offiziell eingeweiht. Bislang haben rund 13 000 Besucher das kleine Gotteshaus als Ruhepunkt und 'Tankstelle für die Seele' angenommen. Viele Einträge, Bitten und Gebete zeugen in den Anliegenbüchern davon.
Die Autobahnkirche an der A 71 erinnert an die friedliche Wiedervereinigung und wurde vor fünf Jahren offiziell eingeweiht. Bislang haben rund 13 000 Besucher das kleine Gotteshaus als Ruhepunkt und "Tankstelle für die Seele" angenommen. Viele Einträge, Bitten und Gebete zeugen in den Anliegenbüchern davon. Foto: Hanns Friedrich

Das zeigen die Besucherzahlen, die man anhand der verkauften Kerzen in etwa auf rund 13 000 festmachen kann. Im kleinen Kreis feierte die Vorstandschaft des Vereins Autobahnkirche A 71 e.V. "Kirmes", wie der evangelische Pfarrer Michael Schlauraff (Bibra) in seinem geistlichen Wort feststellte. Erinnert wurde aber auch an den vor neun Jahren verstorbenen Rhön-Grabfeld Landrat Dr. Fritz Steigerwald, einer der Initiatoren, wie Ralf Luther, Vorsitzender des Vereins Autobahnkirche A 71 e.V., zuvor in seinem Rückblick erwähnte. Er verwies auf die zahlreichen Sponsoren, die es möglich machten, dass das kleine Gotteshaus entstehen konnte. Rund 400 Namen liest man auf der neuen Ehrentafel.

Erinnerung an den Ideengeber

Erinnert wird an die Ideengeber, Dr. Fritz Steigerwald, den Künstler Gernot Ehrsam und den ehemaligen Superintendenten von Meiningen, Wolfram Hädicke. "Herzlich willkommen in der Kirche der Einheit - Herbst '89" heißt es. Der Besucher erfährt, dass der Trägerverein 2004 gegründet wurde, vier Jahre später der Bau der Kirche begann, der 2016 beendet wurde. Architekten waren Wolfgang Paulisch, Professor Dr. Josef Trabert und Evelyn Körber. Die Namen der Vorstandschaft sind aufgelistet und die Unterstützer.

Verwiesen wird auf die Sponsoren der Außenwandfronten. Hier gab es großzügige Spenden von den Vierzehnheiligen-Wallfahrern aus Bad Königshofen, der Firma Kurt Richter & Sohn aus Kaltenwestheim sowie der Familie Christiane und Thomas Michel aus Meiningen. Die vier Fenster wurden vom Rotary Club Schmalkalden, Norbert Dressel Steuerberater aus Darmstadt sowie den Familien Ulrike und Harald Täubert aus Bad Neustadt und Gisela und Ralf Luther aus Rosa gespendet. Der Altar von Dan Hesse Dynapox Spezialbau GmbH Weimar. Dann folgen die Namen der mehr als 400 Einzelspender.

Alle Einzelspender mühevoll herausgesucht

Sie wurden in mühevoller Kleinarbeit aus den zahlreichen Unterlagen vorn Gisela Luther und ihrem Mann Ralf herausgesucht. "Die meiste Arbeit hatte meine Frau und dafür muss man einmal besonders danken", sagte der Vorsitzende. Ein Dankeschön galt der Familie Gerhard Bracher, die für die Sauberkeit in der kleinen Kirche zuständig ist sowie Thomas Dietz aus Mellrichstadt, der über die Firma Reich aus Mellrichstadt einen Schrank für die Elektroinstallation kostenfrei zur Verfügung stellte. Farblich angepasst wurde er von René Winne aus Bibra.

Die Beleuchtung mit Bewegungsmelder installierte die Firma Elektro-Wolf als Spende. Damit ist der Innenraum der Autobahnkirche nun auch in den Abendstunden beleuchtet. Die Firma MaTec GmbH aus Viernau erstellte die Ehrentafel. Kurze Diskussionen gab es zu Gebetsstelen entlang des Weges vom Parkplatz zur Kirche. Hier hatte die Firma Steinbach das Angebot gemacht, Kalksteinblöcke, wie am Golfplatz Maria Bildhausen, zur Verfügung zu stellen, an denen man die Gebetstexte anbringen könnte.

Sieben neue Stelen sollen entstehen

Die Vorstandschaft entschied sich jedoch für sieben Stelen von Professor Josef Trabert. Hier können die Texte auch problemlos ausgetauscht werden. Nicht anfreunden konnte man sich mit sieben künstlerisch gestalteten Holzskulpturen "Die Schöpfung" der Holzschnitzschule Empfertshausen. Man war der Auffassung, dass damit die kleine Kirche zu "überladen" wirke. Angenommen wurde aber der Kauf von drei größeren Sitzgelegenheiten, die, wie die vorhandenen Hocker, von der Holzschnitzschule Empfertshausen gefertigt werden. Bleiben sollen auf jeden Fall die Stühle in der Kirche, da sie gerade für ältere Besucher angenehmer sind und schon immer sehr gut angenommen wurden.

In seinem geistlichen Wort ging Pfarrer Michael Schlauraff auf den Psalm 84, der am Tag einer Kirchweihe gut passe, ein. Dort heißt es unter anderem: "Gott, ein Tag in deiner Nähe ist mehr wert als alle verlorene Zeit. Ich würde lieber in der Kirche wohnen, als mit bösen Menschen unter einem Dach…". Kurz streifte der Pfarrer das Jahr 2004, als die Idee für diese Kirche entstand, man sogar von zwei Kirchen an der einstigen DDR Grenze sprach. Viele dieser Ideen von damals und in den vergangenen Jahren würden in der Autobahnkirche weiter leben.

Zeichen des Friedens und der Versöhnung

Die Kirche sei modern gestaltet und spiegelt den Glauben wider. Viele Vorbeifahrenden würden sie als Ruhepunkt annehmen. Das kleine Gotteshaus habe einen besonderen Reiz als Zeichen des Friedens und der Versöhnung. All das sei aus einer Idee entstanden, die weiter lebt. Pfarrer Michael Schlauraff: "Gut, dass es diese Kirche gibt, denn sie ist wichtig gerade auch in unserer heutigen Zeit."

Besprechung am Weg vom Parkplatz zur Autobahnkirche an der A 71. Hier sollen künftig sieben Stelen stehen, mit entsprechenden Gebetstexten. Professor Josef Trabert wird sie gestalten. Mit auf dem Bild Pfarrer Michael Schlauraff, Gertraute Koch und Ralf Luther.
Besprechung am Weg vom Parkplatz zur Autobahnkirche an der A 71. Hier sollen künftig sieben Stelen stehen, mit entsprechenden Gebetstexten. Professor Josef Trabert wird sie gestalten. Mit auf dem Bild Pfarrer Michael Schlauraff, Gertraute Koch und Ralf Luther. Foto: Hanns Friedrich

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