Bad Neustadt

Autos, die Maschinen antreiben

Fünf Elektroautos – viel Idealismus: Die Firma Jopp startet im Rahmen eines Modellprojekts für Elektromobilität einen Feldversuch, bei dem der Speicherstrom von Elektroautos in die Produktion einbezogen wird.
Foto: Eckhard heise | Fünf Elektroautos – viel Idealismus: Die Firma Jopp startet im Rahmen eines Modellprojekts für Elektromobilität einen Feldversuch, bei dem der Speicherstrom von Elektroautos in die Produktion einbezogen wird.

Eine kleine Flotte Elektroautos mit dem Jopp-Emblem wird künftig auf den Straßen zu sehen sein. Am Montag übergab das Mitsubishi-Autohaus Steinmüller fünf i-MiEVs an das Unternehmen und markierte damit gleichzeitig den Auftakt für den Feldversuch des Förderprojekts des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zur Erforschung von „bidirektionalem Laden von Elektrofahrzeugen im Firmennetz“.

„Durch den Einsatz der Akkus in den Elektrofahrzeugen sollen die Spitzen des Stromverbrauchs geglättet werden“, erklärt Firmenchef Hubert Büchs den Hintergrund des Projekts. Die Fahrzeuge werden Firmenmitarbeitern zur Verfügung gestellt. Sie kommen morgens zur Arbeit und verbinden das Fahrzeug mit einer Ladebox. Etwa zwischen acht und neun Uhr ist der Stromverbrauch in den Fabrikhallen am höchsten. Der zusätzlich benötigte Strom wird aber nun nicht mehr aus dem Netz gezogen sondern aus den Fahrzeugen. Später, wenn die Maschinen heruntergefahren sind, werden die Fahrzeugakkus wieder aufgeladen, beschreibt Büchs das Verfahren.

Es werde nicht weniger Strom verbraucht als vorher, aber die Spitzen sind weg und die bestimmen die Kosten und belasten das öffentliche Netz. Aus wirtschaftlicher Sicht, sei das Verfahren für das Unternehmen nicht gerade lukrativ, eher sei sogar das Gegenteil der Fall, da viel eigene Forschungsarbeit in Entwicklung und Überwachung des Versuchs stecke. Für die Weiterentwicklung der E-Mobilität habe das Projekt jedoch enorme Bedeutung. Bei einer großflächigen Anwendung könnte das deutsche Stromnetz erheblich entlastet werden.

Ein wenig Stolz zeigt Büchs darüber hinaus, weil das Unternehmen gleichzeitig Pionierarbeit leiste, denn seines Wissens nach sei der Versuch mit einer eigenen Betriebsflotte der erste seiner Art in Deutschland. Am Ende des etwa zweijährigen Tests soll eine Ladebox als Serienprodukt auf den Markt kommen.

Die Entwicklung der Vorrichtung fand im Technologietransferzentrum statt, fährt Professor Ansgar Ackva fort. Zwei Jahre sei mit Unterstützung des Überlandwerks Rhön an der „Power-Box“ gearbeitet worden, die den Bedarf überwacht und die Richtung des Stromflusses steuert. Interesse an der Technik gebe es von verschiedenen Seiten. Er habe auch schon private Anfragen von Hausbesitzern gehabt, die ihr Hausnetz mit den Fahrzeugakkus koppeln wollen. Das Mutterhaus von Mitsubishi in Japan habe ebenso ausdrücklich den Feldversuch abgesegnet, zumal keinerlei negative Auswirkungen auf den Speicher im Fahrzeug erwartet werden.

Für das TTZ sei das Projekt eine weitere Bestätigung seiner Arbeit und unterstreiche seine Notwendigkeit, bemerkt Ackva. Die Einrichtung müsse nur noch so weit sich etablieren, dass sie sich selbst trägt. „Ich will ja nicht, dass ich nach Ablauf der Förderinitiative durch den Freistaat den Laden dicht machen muss“.

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