Bad Königshofen

Bad Königshofen: Impfstart bei den Hausärzten lief gut an

Impfungen in den Hausarztpraxen in Rhön-Grabfeld: Kurze Wege und Vertrauen zu den niedergelassenen Ärzten spielen eine große Rolle.
Die Nachfrage in den Hausarztpraxen nach Impfterminen ist enorm und weniger umständlich als in den Impfzentren. Kurze Wege und Vertrauen zu den niedergelassenen Ärzten spielen eine große Rolle. Hier bekommt gerade Reiner Hirschlein seine Injektion von Dr. Roland Köth.
Foto: Regina Vossenkaul | Die Nachfrage in den Hausarztpraxen nach Impfterminen ist enorm und weniger umständlich als in den Impfzentren. Kurze Wege und Vertrauen zu den niedergelassenen Ärzten spielen eine große Rolle.

"Wenn man einen Barren Gold hinlegen würde, wäre man nicht weniger nervös", beschrieb Apotheker Michael Weigand seine Gefühle, nachdem er am Dienstag vergangener Woche den ersten Impfstoff an eine Hausarztpraxis ausgeliefert hatte. "Alle sind froh, dass es endlich losgeht", das Impfen beim Hausarzt mache vieles einfacher.

"Wir haben gleich die Höchstmenge bestellt", informiert der Apotheker. Der Bezug vom zuständigen Großhändler habe gut geklappt und man habe die Lieferung ohne Zwischenlagerung gleich an die Arztpraxen weitergegeben.

80 Impfdosen von Biontech-Pfizer hat er an die Gemeinschaftspraxis Dr. Köth/Anselm in Bad Königshofen geliefert, die Logistik ist bekanntermaßen nicht ganz einfach. Der Impfstoff muss erschütterungsfrei, aufrecht stehend und gut gekühlt transportiert werden. "Die Stoppuhr läuft, wenn das Serum aus der Tiefkühlung raus ist, dann hat man fünf Tage Zeit", sagt Weigand, das sei aber kein großes Problem.

Sobald die Lieferung angekommen war, wurde sie gleich am nächsten Tag verarbeitet. Gute Vorbereitung ist alles, deshalb hat die Arztpraxis eine Liste der Patienten vorbereitet, die erste Priorität haben und noch nicht in den Impfzentren bedient wurden.

Viele Anmeldungen

Seit bekannt ist, dass die Hausärzte demnächst impfen dürfen, haben sich viele Impfwillige per Telefon angemeldet. "Es gab einen Ansturm, aber keine Vordrängler", sagt Christian Anselm. Man hätte aber viel mehr Patienten impfen können, die Zuteilung an Impfstoff pro Arztpraxis war knapp bemessen, soll aber im Laufe des April gesteigert werden.

Neben dem Vorteil der kurzen Wege war ein Grundgedanke, dass die Hausärzte ihre Patienten am besten kennen und beurteilen können. "Ich würde notfalls einen Jüngeren, der multiple Erkrankungen hat, einem gesunden Älteren vorziehen", so Anselm. Man müsse das Risiko abwägen. "Wir haben 150 Dosen bestellt und 80 bekommen, weil wir drei Ärzte sind", informierte der Mediziner. Er hofft auf größere Zuteilungen in den nächsten Wochen.

Sobald die Spritzen aufgezogen sind, hat der Arzt zwei bis drei Stunden Zeit, die Dosis zu verimpfen, danach ist sie unbrauchbar. "Reste gab es bei uns nicht", bekundete Anselm. Man habe in kurzer Zeit am Mittwochnachmittag nach der Liste alle infrage kommenden Patienten durchgeschleust.

Sieht wenig aus und ist auch wenig: Apotheker Weigand zeigt in seinem Kühlschrank die Zuweisung an Impfserum für eine Gemeinschaftspraxis.
Foto: Regina Vossenkaul | Sieht wenig aus und ist auch wenig: Apotheker Weigand zeigt in seinem Kühlschrank die Zuweisung an Impfserum für eine Gemeinschaftspraxis.

Knappes Zeitfenster

Gab es großen Beratungsbedarf? Da diesmal nur das Vakzin von Biontech-Pfizer angewendet wurde, gab es nur wenige Fragen, die Leute waren durch die Medien hinreichend aufgeklärt, war die Antwort auf diese Frage. Man hätte auch in dem knappen Zeitfenster keine Zeit für lange Gespräche gehabt.

Anders wird es wahrscheinlich, wenn AstraZeneca ins Spiel kommt. Die dritte Lieferung soll anscheinend ganz oder zur Hälfte aus dem Stoff bestehen, der wegen der möglichen Nebenwirkungen ins Gerede gekommen ist. Er wird momentan nicht an Frauen unter 60 verabreicht, es gibt deshalb Patienten, die die Impfung mit AstraZeneca total ablehnen, die Vorbereitung einer Patientenliste ist deshalb schwieriger und von der Art der Lieferung abhängig. Die zweite Lieferung soll noch zu hundert Prozent aus Biontech bestehen, hat Apotheker Weigand erfahren.

Hausärzte sorgen für Schub

Die Apotheken haben keinen Einfluss darauf, was geliefert wird. Dass es wichtig war, die Hausärzte in das Impfgeschehen einzubinden, zeigen die Zahlen aus Bayern: Mit rund 115.000 Corona-Impfungen an einem Tag ist ein neuer Rekord aufgestellt worden.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte am vergangenen Freitag: "Die Impfgeschwindigkeit in Bayern hat sich noch einmal deutlich erhöht. Konkret wurden gestern in Bayern 114.963 Menschen geimpft, davon 61.844 in Impfzentren und Krankenhäusern und 53.119 in Arztpraxen. Das ist ein großer Erfolg!" Der Gesundheitsminister freute sich, dass der Auftakt der Impfungen bei den Ärzten sehr gut verlaufen ist. Seit Beginn der Impfungen in den bayerischen Praxen am 31. März gab es dort bis einschließlich 8. April insgesamt schon 143.337 Impfungen. Er bedankt sich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten für ihren Beitrag zur Impfkampagne. Bundesweites Ziel ist, jedem Impfwilligen bis zum Sommer ein Impfangebot zu machen.

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