Bad Neustadt

Bad Neustadts Koffer zum Gedenken an die Deportation

Der Stadtrat von Bad Neustadt beauftragt Hanna Kraft mit der Umsetzung ihres Entwurfs für den GedenkOrt Aumühle.
Der Entwurf von Bad Neustadt zum Gedenken an die Juden-Deportation stammt von Hanna Kraft, Schülerin der Holzschnitzschule in Bischofsheim. Es ist eine mit Pech übergossene  Koffergrundform aus Eichenholz, umschlossen von Bändern aus Corten-Stahl.
Foto: Entwurf Hanna Kraft | Der Entwurf von Bad Neustadt zum Gedenken an die Juden-Deportation stammt von Hanna Kraft, Schülerin der Holzschnitzschule in Bischofsheim.

In seiner Sitzung Ende November 2017 hat der Stadtrat von Bad Neustadt beschlossen, sich am Kunstprojekt "DenkOrt Aumühle" in Würzburg zu beteiligen. Es ist ein Projekt, das an die Deportation unterfränkischer Juden vom ehemaligen Güterbahnhof Aumühle in Würzburg erinnern soll. Dafür hat der Künstler Matthias Braun am östlichen Rand des Würzburger Bahnhofs eine Rampe mit Stelen und Sitzgelegenheiten konzipiert, die an einen Bahnsteig erinnert.

Dort sollen aus allen Gemeinden, aus denen Juden deportiert wurden, Koffer und Taschen aus unterschiedlichen Materialien stehen - Symbole für die Gepäckstücke, die die Juden bei ihrem Transport in die Vernichtungslager dabei hatten. Jeweils ein gleichartiger Koffer wird in den Gemeinden stehen, aus denen die Deportierten kamen. 

Eiche, Pech und Cortenstahl 

Geschäftsführender Beamter Michael Weiß stellte einen Entwurf von Hanna Kraft im Stadtrat vor. Sie ist Schülerin der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim. Andere Gemeinden im Landkreis lassen ebenfalls Ideen von Schülern der Bischofsheimer Schule für das Projekt umsetzen, so Weiß. Der Entwurf von Hanna Kraft besteht aus einer Koffergrundform aus Eichenholz, die mit Pech übergossen wird und von zwei Bändern aus Cortenstahl umschlossen ist. 

Warum es nur diesen einen Entwurf von der Berufsfachschule gibt, wollte Angelika Högn-Kößler wissen. Den habe der künstlerische Leiter der Schule, Martin Bühner, empfohlen, erklärte Weiß. Außerdem hätten andere Landkreis-Kommunen bereits andere Entwürfe für sich übernommen. Eigentlich sei geplant gewesen, dass ein Künstler oder eine Künstlerin beauftragt werden sollte, die sich an einem Wettbewerb zur künstlerischen Ausgestaltung der Stadthalle beteiligt. Dieser Wettbewerb sei derzeit aber noch nicht angedacht. So sei man auf die Idee mit der Berufsfachschule in Bischofsheim gekommen.   

Tafel zur Erklärung

Ob Holz das richtige Material sei, zweifelte Angelika Griewing an, schließlich soll der Koffer bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes von Bad Neustadt als Gedenkstätte einen Platz im Freien bekommen. Für Bürgermeister Bruno Altrichter kein Problem, Eiche sei haltbar genug. Zwar sei der Koffer künstlerisch verfremdet, aber das sei sinnvoll für den Zweck der Erinnerung, befand Gerald Pittner. Rita Rösch kann sich das Kunstwerk auch gut in verwittertem Zustand vorstellen. Petra Bieber findet, dass man in den Entwurf viel hinein interpretieren kann, empfiehlt aber als Ergänzung eine Tafel zur Erklärung.   

Der Stadtrat beauftragte schließlich einstimmig Hanna Kraft mit der Umsetzung ihres Entwurf. Ein Koffer wird dann in Würzburg an der Gedenkstelle stehen und ein Zwilling davon am Bad Neustädter Bahnhof. Je Koffer fallen 500 Euro Kosten für die Stadt an.

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