Bad Neustadt

Bad Neustadts Schützen können wieder trainieren

Die Bad Neustädter Schützen sind überglücklich: Die neue Schießsportanlage ist fertig. Das Training hat nach fast einem Jahr Pause wieder begonnen. Ein Wermutstropfen bleibt.
Das neue Schützenhaus der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft im Industriegebiet von Bad Neustadt ist fertig. Der Trainingsbetrieb hat wieder begonnen.
Das neue Schützenhaus der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft im Industriegebiet von Bad Neustadt ist fertig. Der Trainingsbetrieb hat wieder begonnen. Foto: Martina Harasim

Es macht schon was her, das neue Schützenhaus der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Bad Neustadt mit den modernen Schießsportanlagen im Industriegebiet am Altenberg. Nach fast zweijähriger Bauzeit können die Schützen wieder trainieren, auch Wettkämpfe sind wieder möglich.

Während die Schützen jeden Dienstagabend an den Schießständen fleißig trainieren, herrscht im nagelneuen Gastraum fast gähnende Leere. Dieser Umstand belastet die Verantwortlichen. Denn zur Schützengesellschaft gehören nicht nur die 50 aktiven Sportler. Getragen wird sie auch von den 145 Mitgliedern, von denen viele dienstagabends im Schützenhaus vorbeischauten.

Gesellschaftliches Leben

Zum gesellschaftlichen Leben gehören auch Stammtische, gemeinsame Feiern, Vogel- und Bürgerschießen - all das ist coronabedingt zurzeit noch nicht möglich. Das hat den Nebeneffekt, dass dem Verein die Einnahmen aus der Bewirtung fehlen.

Außenansicht: Das neue Schützenhaus der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Bad Neustadt.
Außenansicht: Das neue Schützenhaus der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft Bad Neustadt. Foto: Martina Harasim

Noch nicht einmal die Patenvereine dürfen zu Besuch kommen. Offizielle Eröffnung: Verschoben. Tag der offenen Tür und Helferfest: Auch noch nicht in Sicht. "Wir haben so viel Arbeit reingesteckt und keiner kann sie so recht würdigen", fasst Beisitzerin Hiltrud Hampl die unbefriedigende Situation zusammen.

Apropos Corona, die Pandemie hat die Bauarbeiten und die Abschlussarbeiten in die Länge gezogen. Lieferketten brachen zusammen. Die samstäglichen Arbeitseinsätze mussten erst mal ausgesetzt werden, später wurden die Arbeiten in coronaverträglichen Zweierteams weitergeführt.

6600 Stunden Eigenleistung

6600 Stunden Eigenleistung haben die Mitglieder bis jetzt eingebracht. Ohne diesen Beitrag hätte man die Finanzierung des über eine Million Euro teuren Bauprojekts nicht stemmen können. Viele Mitglieder haben ihre Freizeit geopfert und ihr Fachwissen sowie ihr handwerkliches Geschick in das Projekt eingebracht, lobt Vorstandsmitglied Alexander Pahl: "Das hat zusammengeschweißt."

Corona war nicht der einzige Stolperstein, mit dem der Verein zurechtkommen musste. Es fing schon mit der Bodenbeschaffenheit des Grundstücks an, die das Fundament 140 000 Euro teurer werden ließ als ursprünglich geplant. Und dann das Malheur an Weihnachten 2018. Damals stand gerade der Rohbau, es goss in Strömen. Wasser drang in den Bau ein. Die Schützen legten an Heiligabend und am ersten und zweiten Feiertag Sonderschichten ein, um Unmengen von Wasser aus den Räumen zu saugen oder zu kehren. Eine schöne Bescherung!

Das neue Schützenhaus: Ein Blick ins Innere.
Das neue Schützenhaus: Ein Blick ins Innere. Foto: Martina Harasim

Entscheidung für den Umzug

Zum Gelingen des Projekts trugen viele bei. Die Mitglieder, darunter auch viele junge Schützen, Sponsoren, die Stadt Bad Neustadt, der Landkreis Rhön-Grabfeld und der Freistaat Bayern, berichtet Schützenmeister Markus Harasim. Er rekapituliert die Entscheidung, die zu dem Neubau geführt hat: Die Substanz des alten Schützenhauses in der Schweinfurter Straße war so marode, dass ein Gutachter den Abriss des Hauptgebäudes empfahl. Die Kosten für den Neubau und dessen Anbindung an die restlichen moderneren Gebäudeteile schätzte er auf eine Viertelmillion Euro. Entwicklungsmöglichkeiten hätte es am alten Standort nicht gegeben.

Für die Verantwortlichen der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft waren Abriss und Neubau des Anwesens in der Schweinfurter Straße, dessen Grundsubstanz aus dem Jahr 1874 stammt, keine Option. Wenn sie schon Geld in die Hand nehmen, überlegten sie sich, dann sollten das Schützenhaus und seine Schießstände modernen Anforderungen an den Schießsport genügen.

Viele Interessenten

Das ist gelungen. Auf dem Grundstück, das die Stadt Bad Neustadt der Schützengesellschaft zur Verfügung gestellt hat, ist nun eine moderne und funktionale Schießsportanlage entstanden. Hier können Luftdruckschützen an elektronischen Ständen schießen. Die Langwaffenschützen werden nicht nur Kleinkaliber, sondern auch Großkaliber auf dem 50-Meter-Stand schießen können.

Dass die Königlich Privilegierte Schützengesellschaft jetzt sehr attraktive Trainingsmöglichkeiten anbietet, hat sich mittlerweile schon über die Landkreisgrenzen hinaus herumgesprochen. Vereine, Jäger und Behörden haben schon Interesse bekundet, dort zu trainieren.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.sgnes.de.

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