Nordheim

Beim AZV "Obere Streu" werden die Weichen gestellt

Thomas Fischer (Mitte) aus Nordheim führt weiter den Vorsitz beim AZV 'Obere Streu'. Stellvertreter sind seine Bürgermeisterkollegen aus Fladungen und Sondheim/ Rhön Michael Schnupp (links) und Thilo Wehner (rechts).
Thomas Fischer (Mitte) aus Nordheim führt weiter den Vorsitz beim AZV "Obere Streu". Stellvertreter sind seine Bürgermeisterkollegen aus Fladungen und Sondheim/ Rhön Michael Schnupp (links) und Thilo Wehner (rechts). Foto: Eva Wienröder

In der Kulturscheune traf sich die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbandes (AZV) "Obere Streu" zum ersten Mal in neuer Besetzung, um die formellen Weichen für die anstehende Amtsperiode zu stellen.

Eingangs griff der erste Vorsitzende, Nordheims Bürgermeister Thomas Fischer den Verbandsgedanken auf. "Verbände sind für kleine Gemeinden und Städte lebensnotwendig. Denn ein Verband regelt das, was der Einzelne nicht mehr leisten kann. Im Verband wird es deshalb immer notwendig sein, dass der Große den Kleinen und der Kleine den Großen unterstützt", so Fischer, der das gute Miteinander der Mitgliedsgemeinden herauskehrte.

Zusammenarbeit seit mittlerweile vier Jahrzehnten

Immerhin arbeitet man schon seit vier Jahrzehnten zusammen. Der AZV "Obere Streu" wurde in der konstituierenden Sitzung am 31.10.1979 in Nordheim gegründet. Gründungsmitglieder waren die Stadt Fladungen, die Gemeinden Sondheim/ Rhön und Nordheim. Die Anlage hatte man damals auf den Einwohnergleichwert von 10 000 ausgelegt, die Gemeinde Hausen und der Ostheimer Stadtteil Urspringen waren im Falle eines Beitritts bereits eingerechnet. Im Januar 1991 folgte schließlich der Beitritt des Gemeindeteils Hausen und die beiden thüringischen Gemeinden Melpers und Frankenheim kamen per Anschlussvertrag hinzu. Ein Jahr später wurde die Stadt Ostheim für ihren Stadtteil Urspringen Mitglied. Im Jahr 2001 kam der AZV Roth-Stetten hinzu, der dann schließlich Ende 2007 gänzlich aufgelöst wurde.

Die Verbandsversammlung setzt sich derzeit aus 15 stimmberechtigten Vertretern der Mitgliedskommunen zusammen. Fladungen stellt fünf, Hausen und Nordheim jeweils drei sowie Ostheim und Sondheim jeweils zwei Räte. Daneben entsenden die thüringischen Mitgliedsgemeinden zwei Vertreter mit beratender Funktion.

Investitionen von mehreren hunderttausend Euro

Unter Fischers Vorsitz wurden in den letzten zwölf Jahren zahlreiche Investitionen im Wert von mehreren hunderttausend Euro in die Verbandsanlagen getätigt. Unter anderem wurden nacheinander die Scheibentauchkörperanlagen im Nordheimer Klärwerk erneuert. Daneben schlug die Klärschlammentsorgung mit mehr als 500 000 Euro zu Buche. Eine größere Investition machte das Regenrückhaltebecken bzw. der Umbau des Durchlaufbeckens in Nordheim erforderlich, nachdem durch einen Defekt der Drosselklappen im August 2012 Schmutzwasser in die Streu gelangt war und ein Fischsterben verursacht hatte.

Sie sind aus der Verbandsversammlung des AZV 'Obere Streu' ausgeschieden (von links): Sebastian Orf, Jürgen Scharfenberger, Joachim Schubert, Ludwig Perleth, Gerhard Bach, Ulrich Waldsachs und Agathe Heuser-Panten.
Sie sind aus der Verbandsversammlung des AZV "Obere Streu" ausgeschieden (von links): Sebastian Orf, Jürgen Scharfenberger, Joachim Schubert, Ludwig Perleth, Gerhard Bach, Ulrich Waldsachs und Agathe Heuser-Panten. Foto: Eva Wienröder

Die von den beiden Fachkräften für Abwassertechnik, Johannes Friedrich und Nico Klamt, betreute Verbandsanlage funktioniere im Moment dem Alter entsprechend sehr gut, so Fischer. Allerdings laufe zum 31. Dezember diesen Jahres die gültige Betriebserlaubnis ab. Eine Verlängerung habe man bereits beantragt. Nachdem die Anlage in die Jahre gekommen ist, wird sich für den Verband in den nächsten Jahren die Frage stellen, ob man die Verbandsanlagen generalsaniert oder ob stattdessen ein Anschluss an den AZV "Mellrichstädter Gruppe" angestrebt werden sollte. Man hat deshalb ein Planungsbüro mit den erforderlichen Berechnungen und Wirtschaftlichkeitsanalysen beauftragt. Wenn auch bereits Planungsarbeiten laufen, müsse man trotzdem die Anlage pflegen und gegebenenfalls Reparaturen zeitnah durchführen, so Fischer, der im Zuge der konstituierenden Sitzung wieder einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt wurde.

Vorsitzender erhält Entscheidungsbefugnis

Einigkeit herrschte auch bei der Wahl der Stellvertreter. Neuer zweiter Vorsitzender ist Fladungens Bürgermeister Michael Schnupp als Nachfolger von Agathe Heuser-Panten. Hausens Gemeindeoberhaupt Friedolin Link verzichtete auf den Posten des dritten Vorsitzenden zugunsten seines Sondheimer Amtskollegen Thilo Wehner.

Der Rechnungsprüfungsausschuss wurde mit Christopher Hohmann (Gemeinde Hausen, Vorsitz), Sebastian Hippeli (Nordheim, Stellvertreter), Alexander Zink (Sondheim) und Pius Müller (Fladungen) besetzt.

Die Versammlung beschloss die Fortgeltung der bisherigen Geschäftsordnung mit der Maßgabe, dass der Vorsitzende über Beschaffungen und Maßnahmen mit Kosten bis zu 10 000 Euro Entscheidungsbefugnis erhält sowie über außer- und überplanmäßige Ausgaben bis 5000 Euro. In der Entschädigungssatzung fanden die beamtenrechtlichen Erhöhungen Berücksichtigung. Der dritte Vorsitzende erhält demnach eine Entschädigung von 174,19 Euro monatlich und der zweite 232,27 Euro. Dem ersten Vorsitzenden steht neben 464,52 Euro noch eine monatliche Reisekostenpauschale in Höhe von 200 Euro zu. Das Sitzungsgeld für die Verbandsräte wurde um fünf Euro angehoben auf 25 Euro.

Am Ende der Sitzung wurden die ausgeschiedenen Verbandsmitglieder verabschiedet. Zwei Jahre dabei war Sebastian Orf aus Hausen. Von 2014 bis 2020 gehörten für die Stadt Fladungen Ludwig Perleth, Jürgen Scharfenberger und Agathe Heuser-Panten dem Gremium an. Heuser-Panten war zudem zweite Vorsitzende. Die Stadt Ostheim wurde zwölf Jahre von Ulrich Waldsachs und sechs Jahre von Joachim Schubert vertreten. Am längsten wirkte der Sondheimer Gerhard Bach mit. Er brachte es auf 30 Jahre, wobei er zwischenzeitlich mehrfach dem Rechnungsprüfungsausschuss vorgestanden hatte.

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