RHÖN

Betonfertigteile ersetzen Holzbrücken

Morsch: Fünf Holzbrücken auf dem Radweg zwischen Bischofsheim und Bad Neustadt werden derzeit ausgewechselt. Für Radfahrer ist eine Umgehungsstrecke eingerichtet.
Foto: Thomas Pfeuffer | Morsch: Fünf Holzbrücken auf dem Radweg zwischen Bischofsheim und Bad Neustadt werden derzeit ausgewechselt. Für Radfahrer ist eine Umgehungsstrecke eingerichtet.

(top) Seit Anfang der Woche ist die beliebte Rad-, Wander- und Inliner-Strecke entlang der B 279 zwischen Bad Neustadt und Bischofsheim gesperrt. Vom Abzweig Richtung Kollertshof bis zur Einmündung auf die Straße nach Unterweißenbrunn verhindern rot-weiße Absperrungen jetzt die Nutzung der Strecke.

Grund für die Sperrungen sind Brückenarbeiten. An fünf der Brücken auf dem Radweg sind die aus Holz bestehenden Überbauten marode und müssen ausgetauscht werden. Wie Robert Haupt, Abteilungsleiter Brückenbau am Staatlichen Bauamt in Schweinfurt informiert, habe sich bei den regelmäßigen Prüfungen gezeigt, dass nicht nur die Holzbohlen, die man leicht hätte auswechseln können, sondern auch die darunter befindlichen, tragenden Holzbinder teilweise erheblich geschädigt sind.

Allerdings werden die Holzbrücken nicht ausgetauscht, sondern durch Betonfertigteile ersetzt. Wie Haupt dazu feststellt, ist die Lebensdauer von derartigen Holzüberbauten mit etwa 20 Jahren angesetzt, dieses Alter hätten die Brücken fast erreicht. Die Bahnlinie, auf deren Trasse der Radweg entstand, ist 1989 stillgelegt worden. Und Holz, das derart den Witterungseinflüssen ausgesetzt sei, habe nun einmal eine begrenzte Lebensdauer. Auch wenn es, wie im Fall der Brücken, gestrichen und imprägniert wurde.

Zwar sei der Einwand – wie er auch unter mainpost.de auf die erste Meldung über die Brückenbauarbeiten zu lesen ist – naheliegend, dass Brücken, die Züge tragen, einige Radfahrer leicht aushielten. Dennoch, die alten Bahnbrücken hätten sich in einem miserablen Zustand befunden und hätten weitgehend abgetragen werden müssen. Intakte Teile seien erhalten worden.

Warum seinerzeit Holz- und keine Betonbrücken gebaut wurden, kann Haupt so einfach nicht beantworten. Von einer Modeerscheinung will er nicht reden. Zum einen seien Holzbrücken günstiger als die aus Beton, zum anderen habe man damals auch Erfahrungen mit dem Baustoff Holz sammeln wollen. Die seien auch nicht nur negativ gewesen. Inzwischen neige man jedoch zu längerlebigen Baustoffen, weshalb nun die Betonfertigteile zum Einsatz kämen. Hier rechne man mit einer Lebensdauer von 70 bis 100 Jahren.

So werden nun die Holzteile der Brücken entfernt, der Unterbau bleibt erhalten. Die Widerlager müssen etwas angepasst werden, bevor die Betonfertigteile daraufgesetzt können. Schließlich muss noch das Geländer befestigt und Weg an die neuen Überbauten angeglichen werden.

Da es sich um Fertigteile handelt, sind die Arbeiten weniger witterungsabhängig und werden, so Haupt, noch in diesem Jahr abgeschlossen. Pro Brücke geht der Fachmann von Kosten in Höhe von 40 000 Euro aus, was bei den fünf Bauwerken also Aufwendungen von rund 200 000 Euro bedeutet.

Als weiteren Grund, weshalb nun Betonbrücken gebaut werden, nennt Haupt die größere Tragfähigkeit. So sei es künftig möglich, bei Unterhaltungsarbeiten und besonders auch beim Winterdienst mit einem Unimog die Brücken zu überqueren, was die Holzkonstruktion nicht zugelassen habe. Damit würden derartige Arbeiten natürlich vereinfacht.

Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt die Strecke gesperrt. Die beschilderte Umleitung aus Richtung Bad Neustadt führt über Kollertshof, Schönau und Wegfurt nach Unterweißenbrunn. Vor allem die Skater und Rennradfahrer werden sich im nächsten Jahren freuen, wenn sie wieder zwischen Bischofsheim und Bad Neustadt unterwegs sind. Das Geratter bei der Fahrt über die Holzbohlen-Brücken wird dann der Vergangenheit angehören.

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