Bad Neustadt

Bevölkerung des Landkreises Rhön-Grabfeld vor Corona schützen

Stellungnahmen der Kreistagsmitglieder zur Entwicklung des Virus im Landkreis. Bürgermeister werden schneller mit aktuellen Informationen versorgt.
Die  Teststation in Heustreu wurde im Rahmen der jüngsten Sitzung des Kreistags angesprochen. Landrat Thomas Habermann lobte dabei vor allem das Ärzteteam, die Mitarbeiter des BRK und die Bundeswehr, die hervorragende Arbeit geleistet hätten.
Foto: Hanns Friedrich | Die Teststation in Heustreu wurde im Rahmen der jüngsten Sitzung des Kreistags angesprochen. Landrat Thomas Habermann lobte dabei vor allem das Ärzteteam, die Mitarbeiter des BRK und die Bundeswehr, die ...

Zum Thema Covid 19 und die Entwicklung des Virus in Rhön-Grabfeld nahmen sowohl Landrat Thomas Habermann als auch die Mitglieder des Kreistags in der jüngsten Sitzung Stellung. Kreisrat Eberhard Streit: "Das Virus ist uns immer einen Schritt voraus, denn die Zahlen, die wir erfahren, waren vor sieben Tagen aktuell". Von großen Herausforderungen an die Mitarbeiter im Krisenstab aber auch im Gesundheitsamt sprach Yatin Sha, stellte aber auch klar, dass man die Bevölkerung nicht unnötig verunsichern dürfe. "Zusammenfassend muss man sagen, dass Landrat und Krisenstab einen guten Job gemacht haben und das verdient Respekt und Anerkennung", stellte Karl Graf von Stauffenberg fest. Bemängelt wurde, dass die Bürgermeister bislang zu spät aktuelle Informationen erhalten haben. Das habe man geändert, da sie nun auf ihre persönliche Email-Adresse die Informationen erhalten, entgegnete Landrat Thomas Habermann.

Er mahnte auch zur weiteren Vorsicht, vor allem im Hinblick auf die Herbst- und Winterzeit. Es gebe viele Verordnung mit dem Ziel, die Bevölkerung zu sensibilisieren und zu schützen. Ein Dank sagte Thomas Habermann an seine Mitarbeiter, die über die Maßen belastet waren und noch sind, sowie an Bundeswehr, BRK und Gesundheitsamt in der Teststation Heustreu. Der Landrat sprach von unglaublichem Engagement und Leistungsbereitschaft. Herausgestellt hat er die Disziplin innerhalb der Rhön-Grabfeld-Bevölkerung. Sie nannte er verantwortungsvoll. Trotz allem sei weiterhin Geduld erforderlich. Nach wie vor sei unklar, wann ein Impfstoff zur Verfügung steht. "Es herrscht eine große Perspektivlosigkeit."

Einschränkung des öffentlichen Lebens verhindern

Birgit Erb, Fraktionssprecherin der CSU stellte klar, dass es das Ziel aller sein müsse, eine erneute Einschränkung des öffentlichen Lebens zu verhindern. Dies gelte insbesondere für Kindertageseinrichtungen und Schulen. Ein zweiter Lockdown hätte sowohl für die Wirtschaft, das Handwerk und die Industrie aber auch für das soziale Miteinander nicht zu unterschätzende Auswirkungen. Wichtig seien diszipliniertes Verhalten und Einhalten der Hygienevorschriften. Partys sollten vermieden und Familienfeierlichkeiten auf eine überschaubare Personenzahl minimiert werden. Birgit Erb dankte den Mitarbeitern des Landratsamtes, die enormes geleistet hätten. Herausgestellt hat sie Landrat Thomas Habermann. Mit Ruhe und Besonnenheit habe er manch schwierige Situation gemeistert. Birgit Erb: "Nur gemeinsam wird es gelingen, diese Krise zu überstehen".

Rene van Eckert (SPD) sagte den Menschen Dank, die sich in dieser Zeit für die Gesellschaft engagieren, sowohl in den Schulen, Kindertagesstätten, den Bediensteten in den sozialen Berufen sowie im Krisenstab und Gesundheitsamt. Kritik übte er an der bayerischen Staatsregierung, die es versäumte, in den Ferien ein optimales Belüftungssystem in den Schulen zu installieren. Schulen und Kindertagestätten dürften nicht wieder geschlossen werden, weshalb in den Bildungseinrichtungen im Landkreis die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden müssten. Angesprochen hat er den Sondertopf von einer Million Euro im Haushalt 2020. "Dieses Geld gilt es zu nutzen, um beispielsweise Vereine und caritative Einrichtungen zu unterstützen." Kein Verständnis hat Rene van Eckert dafür,"dass Vertreter demokratischer Parteien bei Demonstrationen der Verschwörungstheoretiker und auch mit dem rechten Mob mitspazieren."

Die Bürgermeister schnell informieren

Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung sei die Krise wieder sehr ernst geworden, sagte Kreisrat Eberhard Streit, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Problematisch sei es nach wie vor dort, wo Menschen zum Arbeiten oder anderen Gründen zusammen kommen müssen. Ihnen gelte ein besonderer Dank. Wichtig sei es, Bürgermeister betroffener Kommunen schnell und umfassend zu informieren. Eventuell über eine eigene Whatsapp-Gruppe. Angesprochen hat Eberhard Streit die Situation in den Schulbussen bezüglich der Abstandsregeln. Mit diesem Thema sollte man sich rechtzeitig auseinander setzen. Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzende seien gefragt. Zur jeweiligen aktuellen Situation sollte die Homepage des Landkreises genutzt werden.

Kreisrat Yatin Sha (Bündnis 90/Die Grünen) verwies auf die Herausforderungen der vergangenen sechs Monate, in denen viel passiert sei. Dies gelte vor allem für das schnelle und aktive Handeln. Notwendig sei ein Selbstvertrauen, dass die Situation gemeistert werden kann. Deutschland sei professionell ausgestattet. Weiterhin sei der Schutz der Risikogruppen und der chronisch erkrankten Menschen oberstes Gebot. Michael Custodis betonte die Notwendigkeit von Maßnahmen, die durchgeführt werden. Regeln, die vor Gericht sofort wieder gekippt werden, seien nicht zielführend. Oftmals würden Ängste geschürt und mit dem Lockdown gedroht. Die Politik sollte einen Weg finden, mit der Pandemie umzugehen, ohne dabei Vereine, Kultureinrichtungen, Gastronomie oder Reisebüros sterben zu lassen.

Symposium aus vielen Wissenschaftlern

Karl Graf von Stauffenberg dankte allen, die in den vergangenen Monaten entsprechend eingebunden waren und viel geleistet haben. Es gehe immer um die eigene Verantwortung, die Regeln einzuhalten. Viele Verordnungen hätten nicht geholfen, wie die Zahlen zeigen würden. Die WHO halte das Corona-Virus für nicht so schlimm, um weitere Lockdowns vorzunehmen. Das RKI sei anderer Meinung. Ein Vorschlag wäre ein Symposium aus vielen Wissenschaftlern, um einen Kompromiss zu erreichen.

Matthias Freund (Die Linke) listete unterschiedliche Tests auf und erwähnte den Rückgang der Sterberate. Das gelte für ganz Europa. Freund zog den Vergleich zur Grippewelle mit weit höheren Todesfällen in den vergangenen Jahren. Zur aktuellen Lage sagte der Kreisrat, dass viele Menschen, Unternehmen und Kultureinrichtungen unter den Maßnahmen leiden würden. Wichtig seien Maßnahmen zum Wohl der Bevölkerung.

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Bad Neustadt
Hanns Friedrich
Birgit Erb
Bundeswehr
Bündnis 90/ Die Grünen
CSU
Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Covid-19
Die Linke
Eberhard Streit
Fraktionssprecher
Freie Wähler
Gesundheitsbehörden
Grippewellen
Handwerk
Karl Graf
Kreisräte
Kreistage
Krisen
Michael Custodis
Mortalität
SPD
Thomas Habermann
Weltgesundheitsorganisation
Öffentlichkeit
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)