Bischofsheim

Bischofsheims Schutzengel ist zurück

Bischofsheims Schutzengel ist zurück. An der Braunsmühle wurde der Schutzengel mit dem Kinde wieder aufgestellt. Es war in der Vergangenheit ein beliebtes Fotomotiv.
Bischofsheims Schutzengel ist zurück. An der Braunsmühle wurde der Schutzengel mit dem Kinde wieder aufgestellt. Es war in der Vergangenheit ein beliebtes Fotomotiv. Foto: Marion Eckert

Bischofsheim hat seinen Schutzengel wieder. Das beliebte Fotomotiv kam am Tag vor Christi-Himmelfahrt zurück in seine Nische an der Fassade der Braunsmühle. Viele Jahre mussten die Bischofsheimer auf ihren Engel verzichten. 2013 wurde er abgenommen. Die Witterung und ein Sturz hatten dem wertvollen Engel zugesetzt.

Das Original, das nach Schätzungen aus dem 18. Jahrhundert stammt, wurde restauriert, sollte aber nicht mehr der Witterung an der Braunsmühle ausgesetzt werden. Er kam als Leihgabe ins Seniorenzentrum Hammermühle.

Gehört zum Stadtbild

Doch so ganz ohne Schutzengel wollten die Stadtherren ihre Stadt nun doch nicht lassen. Zumal der Schutzengel mit dem Kinde einfach zum Stadtbild dazu gehören.  Holzbildhauermeister Uli Klemm erstellte eine Kopie. Aufgrund der Sanierung der Braunsmühle konnte der Schutzengel aber lange Zeit nicht aufgestellt aufgestellt werden.

George Hille (Oberelsbach) und seine Mitarbeiter Roland Ehmig (Bildhauer) und Viktor Wolf (Restaurator) haben den Engel und das Kind nun aufgestellt. Damit die Figuren sicher stehen wurden spezielle Halterungen angebracht. Das "Auge Gottes" über dem Schutzdach wurde vergoldet und die Nischenauskleidung wie ein Himmel ausgemalt. "Der Rahmen um den Schutzengel konnte im Original erhalten werden, er stammt vermutlich aus dem 19. Jahrhundert", erklärte Hille.

Eins zu eins kopiert

Wie Holzbildhauermeister Uli Klemm erläuterte, hat er das Original eins zu eins kopiert. "Es wurden keine Veränderungen vorgenommen." Wie für den Originalengel habe auch er Lindenholz verwendet. Wie alt der Original-Engel wirklich ist und welcher Künstler ihn fertigte, darüber wurden am Original keine Nachweise gefunden. "Ich schätze der Engel stammt aus der späten Renaissancezeit im Übergang zum Barock", vermutet Klemm.

Wie in der Vergangenheit schon, erstrahlt der Engel in weiß, obwohl Untersuchungen am Original zu Tage brachten, dass der Engel in früherer Zeit mit goldenen Elementen gefasst war. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Statue dann aber mehrfach mit weißer Farbe übermalt. Der neue Engel an der Braunsmühle wurde mit einem speziell für den Außenbereich altweißem Farbton lasiert.

In der Säkularisation verschleudert

Dabei ist die Braunsmühle gar nicht der eigentlich Originalstandort des Engels. In der von Reinhold Albert erstellten Chronik der Stadt Bischofsheim ist die Geschichte des Engels zu finden. Hier ist zu lesen, dass im Rahmen der Säkularisation 1803 die Friedhofskapelle geschlossen, deren Ausstattung verschleudert und darin ein Trockenhaus für die Tuchmanufaktur eingerichtet wurde. Wie der Engel, der ursprünglich zur Ausstattung der Josefskapelle gehörte, dann seinen Weg an die Braunsmühle fand, weiß heute niemand mehr. Vermutet wird, dass er nach der Säkularisation am Mühlengebäude angebracht wurde.

Um 1800 waren Müllermeister Anton Hohn und seine Ehefrau Elisabeth Besitzer der Braunsmühle. Zur Mühle gehörte wohl zu allen Zeiten auch eine Bäckerei. Mittlerweile ist die Stadt Bischofsheim Eigentümer der Braunsmühle, das vorgebaute Wohnhaus wurde abgerissen, um das Gebäude, das zu einen Innenstadthotel mit gehobener Gastronomie umgebaut wurde, besser zu Geltung zu bringen.

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