Bad Königshofen

Borkenkäfer: So kann die Stadt Privatwaldbesitzern helfen

Die Borkenkäfer-Situation im Wald wird immer brisanter. Das trockene Wetter begünstigt die Ausbreitung. Die Förster kommen kaum hinterher befallene Fichten zu entfernen.
Der Borkenkäfer findet momentan beste Bedingungen für seine Ausbreitung, auch die Privatwaldbesitzer sind verpflichtet, die befallenen Bäume zu beseitigen.
Der Borkenkäfer findet momentan beste Bedingungen für seine Ausbreitung, auch die Privatwaldbesitzer sind verpflichtet, die befallenen Bäume zu beseitigen. Foto: Regina Vossenkaul

Trocken und warm. Das gefällt dem Borkenkäfer. Die Waldarbeiter kommen kaum hinterher die Fichten abzutransportieren, damit sich die Käfer nicht noch weiter vermehren. Die Stadt Bad Königshofen und das Forstamt haben den Privatwaldbesitzern nun ein ganz besonderes Angebot gemacht, um ihnen bei der Bewältigung der Krise zu helfen.

An welchen Fichten findet sich Bohrmehl?

Der Befall der Bäume wird von den Forstleuten unter anderem am Bohrmehl erkannt, das sich am oder unter dem Stamm befindet. Hebt man die Rinde des Baumes an, sieht man die Gänge und die Larven. Die Schädlinge befallen vorgeschädigte Bäume, nach Stürmen oder nach langer Trockenheit. Jedes Weibchen legt pro Gang ungefähr 40 Eier ab, insgesamt können es pro Vegetationsperiode bis zu 150 Eier werden. Vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert die Entwicklung unter günstigen Bedingungen (warm und trocken) vier Wochen. Man kann sich vorstellen, wie schnell sich die Käfer-Plage ausbreitet.

Sie haben ein Angebot für die privaten Waldbesitzer: Herbert Geßner, Jörg Meckler, Wilhelm Schmalen, Thomas Helbling und Peter Laubmeier.
Sie haben ein Angebot für die privaten Waldbesitzer: Herbert Geßner, Jörg Meckler, Wilhelm Schmalen, Thomas Helbling und Peter Laubmeier. Foto: Regina Vossenkaul

Die Stadt Bad Königshofen hat nun 280 Privatwaldbesitzer angeschrieben und ihnen ein Angebot zur Hilfe unterbreitet, nur etwa zehn Prozent haben bisher geantwortet. Wie Wilhelm Schmalen vom Forstamt in Bad Neustadt erläuterte, können sich die Eigentümer aus Aub, Althausen und Teilen von Merkershausen der Stadt anschließen und den Harvester nutzen, der gerade im Bereich des Sambachswaldes tätig ist. Die privaten Waldgrundstücke sind oft sehr klein, die Bestellung eines Harvesters lohnt sich nicht oder sie bekommen ihn nicht, weil die Firmen alle auf Hochtouren arbeiten und keine Kapazitäten frei haben. Die Eigentümer sind aber verpflichtet, die befallenen Bäume zu entfernen.

Harvester momentan im Sambachswald

Schmalen, der von Bürgermeister Thomas Helbling, Förster Peter Laubmeier, der das Forstamt derzeit für ein Jahr unterstützt, Revierförster Herbert Geßner und Jörg Meckler, Leiter der Forstbetriebsgemeinschaft, begleitet wurde, ging vor Ort am Sambachswald auf die Bedingungen ein, die für die privaten Waldbesitzer gelten. Sie müssen für ein Jahr Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft werden, denn über diese wird das Holz vermarktet. Die privaten Waldbesitzer kommen so über die so genannte Bagatellgrenze hinaus und bekommen Zuschüsse. Die Abrechnungen übernimmt die Stadt Bad Königshofen.

Wer an einer Teilnahme interessiert ist, kann sich noch in dieser Woche melden entweder beim zuständigen Förster Herbert Geßner oder beim Forstamt in Bad Neustadt.   

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