Filke

Corona schlägt sich auf die Finanzen der Gemeinde Willmars nieder

Der Willmarser Gemeinderat beschloss die Neufassung der Friedhofs- und Bestattungssatzung. Berücksichtigt wurden dabei u.a. die zusätzlichen Bestattungsformen, wie die Urnengemeinschaftsanlagen in Willmars und Filke.
Foto: Eva Wienröder | Der Willmarser Gemeinderat beschloss die Neufassung der Friedhofs- und Bestattungssatzung. Berücksichtigt wurden dabei u.a. die zusätzlichen Bestattungsformen, wie die Urnengemeinschaftsanlagen in Willmars und Filke.

Mit vielen Zahlen hatte sich der Gemeinderat bei seinem monatlichen Treffen, das aufgrund von Corona wieder im Dorfgemeinschaftshaus Filke stattfand, zu befassen. Es ging unter anderem um den Jahresabschluss 2019 und die aktuelle Haushaltslage sowie um die turnusgemäß fällige Neuberechnung der Friedhofsgebühren.

Da fast der gesamte Gemeinderat nach der Kommunalwahl aus neuen Mitgliedern besteht, hatte Bürgermeister Reimund Voß angeregt, einen groben Überblick über das kommunale Haushaltsrecht zu geben. Marc Huter, der Geschäftsstellenleiter und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim, kam der Bitte gerne nach, indem er die wesentlichen Grundlagen erläuterte und Fragen der Ratsleute beantwortete.

In diesem Zusammenhang standen auch gleich der Jahresabschluss und die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2019 auf der Tagesordnung. Der Verwaltungshaushalt schließt mit einem Volumen in Höhe von 1,461 Millionen Euro ab, der Vermögenshaushalt mit 628 800 Euro, womit man nur gering von den Ansätzen abweicht. Die Einnahmen des Verwaltungshaushaltes aus den Gemeinschaftssteuern erzielten 2019 ein Rekordhoch – das sei eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren jedoch nicht so fortsetzen werde, wie Voß anmerkte. Bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer lässt sich hingegen ein drastischer Einbruch feststellen – die Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahr um 88 Prozent zurück und lagen nur noch bei knapp 16 000 Euro.

Dem Vermögenshaushalt konnten mit rund 60 000 Euro deutlich mehr Mittel zugeführt werden. als erwartet. Im Vermögenshaushalt wurden einige Maßnahmen begonnen, jedoch kam es zu Bauverzögerungen, u.a. beim Feuerwehrhausneubau Filke, weshalb die Haushaltsmittel im Plan für das Jahr 2020 neu angesetzt wurden. Ursprünglich war eine Entnahme in Höhe von 226 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage vorgesehen, nun konnten sogar 56 200 Euro zugeführt werden. Die Gemeinde, die noch einmal 200 000 Euro Stabilisierungshilfe erhalten hat, konnte von einer Kreditaufnahme absehen und Tilgungen in Höhe von knapp 168 000 Euro vornehmen und den Schuldenstand auf 394 000 Euro reduzieren.

Joachim Baumbach trug den Bericht des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses zur Jahresrechnung 2019 vor. Da es keine wesentlichen Beanstandungen gab, stand einer einstimmigen Entlastung nichts entgegen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie schlagen sich auch in den Finanzen der Gemeinde Willmars nieder. Bürgermeister Voß gab einen Zwischenstand zur Haushaltslage. Im Vergleich zu den Vorjahren werden heuer die Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern deutlich zurückgehen, man geht von Mindereinnahmen von 26 000 Euro aus. Die geplante Zuführung an den Vermögenshaushalt (49 000 Euro) wird sich entsprechend vermindern. Was die Investitionen betrifft, war 2020 einiges geplant. Etliche Maßnahmen wurden noch nicht begonnen und damit viele Mittel bislang nicht verbraucht. Auch fällt die Rücklagenentnahme deutlich geringer aus. Trotz der Einnahmeausfälle aufgrund der Corona-Krise dürfte ein Haushaltsausgleich möglich sein, wie der Bürgermeister in Aussicht stellte.

Urnengemeinschaftsanlage, Gräber ohne Grabeinfassung - in diesem Jahr wurden für den Friedhof in Filke zusätzliche Bestattungsformen festgelegt. Die Friedhofs- und Bestattungssatzung der Gemeinde für ihre drei Friedhöfe muss entsprechend geändert und ergänzt werden, wobei man sich an der Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetages orientiert. Der Gemeinderat gab der neuen Fassung mit Inkrafttreten zum 1. Januar 2021 seine Zustimmung. Ebenso stimmte er der von der Kämmerei erarbeiteten Neukalkulation der Grabnutzungsgebühren und der Gebühren für die Aussegnungshallen zu, welche alle vier Jahre erfolgen muss. Entsprechend wird die Friedhofsgebührensatzung neu erlassen.

Ein Biber ist wieder im Bereich Willmars zugange. Er hat nach den Worten des Bürgermeisters inzwischen vier Dämme außerhalb des Dorfes und sogar einen an der „Sulz“ mitten im Ort errichtet, mit der Folge, dass das Wasser über das Bachbett tritt. Da Biber unter Schutz stehen, dürfen die Dämme nicht einfach entfernt werden, auch wenn die Gefahr von Überschwemmungen besteht, betonte Voß. Vorgesehen ist deshalb, die Dämme gegebenenfalls zu verrohren und ein kleines Umgehungsbachbett zu baggern. Die Gemeinde hat einen entsprechenden Antrag bei der unteren Wasserbehörde am Landratsamt gestellt.

Als laufende Angelegenheit konnte die Verwaltung dem Antrag auf Errichtung einer Kleingarage in Willmars das gemeindliche Einvernehmen erteilen. Wie Bürgermeister Reimund Voß außerdem informierte, wurden in der letzten Gemeinderatssitzung im Zuge des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses Filke die Fliesenarbeiten an die Firma Harald Arnold für 28 607 Euro und die Innentüren an die Tischlerei Seyd für 2237 Euro vergeben.

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