Bad Neustadt

CSU-Kreisverbände: Keine Antwort auf die Frage aller Fragen

Auf das traditionelle Derblecken des Gegners beim politischen  Aschermittwoch musste heuer verzichtet werden. Die virtuelle Zusammenkunft war keine 'Hau-drauf-Veranstaltung'.
Foto: SymbolSven Hoppe | Auf das traditionelle Derblecken des Gegners beim politischen  Aschermittwoch musste heuer verzichtet werden. Die virtuelle Zusammenkunft war keine "Hau-drauf-Veranstaltung".

Keine Folklore, keine Maßkrüge, kein Abkanzeln, sondern nüchterner Informationsaustausch und sachliche Darstellung einer Audiokonferenz. Der gemeinsame virtuelle politische Aschermittwoch der CSU-Kreisverbände Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen hatte wenig mit dem zu tun, was sich in den vergangenen Jahren zum gleichen Anlass abspielte. Nahezu einziges Thema war die Pandemie, was wohl auch dem geschuldet war, dass der neue bayerische Gesundheitsminister, Klaus Holetschek, als Hauptakteur fungierte.

Moderator Steffen Vogel hatte andererseits gleich zu Beginn die Losung ausgegeben, dass die virtuelle Zusammenkunft keine "Hau-drauf-Veranstaltung" werden soll. Das sei allein schon dem Hauptthema geschuldet, das über Parteigrenzen hinaus gemeinsam bearbeitet werde. Vielleicht wollte er aber auch gleich von Anfang etwas Öl aus dem Feuer nehmen. Denn wie sich später zeigte, richtete sich der Unmut ebenso gegen Verdikte, die eigene Parteigenossen mitzuverantworten haben.

Wann kommen die Öffnungen?

Die Frage, auf die jeder gerne eine Antwort hätte – wann kommen die Öffnungen –, blieb indes weiterhin unbeantwortet. Holetschek appellierte vielmehr an die Vernunft, das Durchhaltevermögen und die Solidarität der Bevölkerung.

Immer wieder kam gewisses Unbehagen oder gar Unverständnis für Schließungen einiger Bereiche zum Ausdruck. Von "Gleichbehandlung" war dann bei Vogel die Rede oder von einem noch weiterhin vorhandenen Konsens innerhalb der Gesellschaft, an den Holetschek glaubt.

Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Schutzmaßmaßnahmen trat bei einigen der insgesamt 59 Teilnehmer nun aber auch Ungeduld offen zu Tage. Selbst bei Bezirksrätin Karin Renner, die mehr Aufmerksamkeit für Senioreneinrichtungen forderte oder bei Axel Popp, der zu geringe Fortschritte bei Schutzmaßnahmen in Schulen und Kindergärten bemängelte. Stellvertretender Landrat Josef Demar berichtete von einem Gespräch mit einem Blumenhändler, der sein Unverständnis zum Ausdruck gebracht hatte, dass er sein Geschäft geschlossen halten muss, während Baumärkte in einigen Bundesländern Blumen verkaufen. Angesprochen auf die inzwischen in den Hintergrund getretene Corona-App verwies Dorothee Bär auf datenschutzrechtliche Probleme.

Verunsicherung beim Thema "Impfung"

Auch beim Thema "Impfung" kam die allgemeine Verunsicherung zum Ausdruck. Insbesondere die jüngste Diskussion über die unterschiedlichen Wirksamkeiten hinterlässt ihre Spuren, wie an mehreren Wortmeldungen abzulesen war.    

Letztendlich zog Holetschek ein Fazit, welche Lehren zumindest für sein Ressort aus der Pandemie zu ziehen seien. Unter Beifall des Haßfurter Landrats Wilhelm Schneider, der die Defizite von zwei Kliniken zu tragen hat, kam dabei der Minister zu dem Schluss, dass das Gesundheitssystem im Ganzen unter die Lupe genommen werden müsse und insbesondere die kleineren Krankenhäuser und die Pflege insgesamt stärker in den Fokus rücken müssen.         

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