Oberelsbach

Ein Sommermärchen der Nachhaltigkeit für Oberelsbach

Eine der nachhaltigsten Kommunen Deutschlands kommt aus der Rhön und wurde daher für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert: Der Markt Oberelsbach setzt sich seit Jahrzehnten für Naturschutz, Umweltbildung und Artenvielfalt ein. Das Bild zeigt (von links) Caroline Borst (Zweite Bürgermeisterin), Birgit Erb (Bürgermeisterin), Martin Mandewirth (Dritter Bürgermeister), Michael Sperl (Leitung kommunaler Bauhof), Kathrin Scholz (Beauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Markt Oberelsbach).
Eine der nachhaltigsten Kommunen Deutschlands kommt aus der Rhön und wurde daher für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert: Der Markt Oberelsbach setzt sich seit Jahrzehnten für Naturschutz, Umweltbildung und Artenvielfalt ein. Das Bild zeigt (von links) Caroline Borst (Zweite Bürgermeisterin), Birgit Erb (Bürgermeisterin), Martin Mandewirth (Dritter Bürgermeister), Michael Sperl (Leitung kommunaler Bauhof), Kathrin Scholz (Beauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Markt Oberelsbach). Foto: Sabrina Pörtner

In Oberelsbach haben die Verantwortlichen einen guten Grund, stolz zu sein. Der Markt ist für die Endausscheidung beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) 2021 in der Kategorie "Kleinstädte und Gemeinden“ bis 25 000 Einwohner nominiert. Das hat das Büro Deutscher Nachhaltigkeitspreis mit Sitz in Düsseldorf bekannt gegeben. „Es ist eine großartige Nachricht, dass der Markt Oberelsbach mit seinen rund 2700 Einwohnern zu den vier besten Kleinstädten beziehungsweise Gemeinden in Deutschland gehört“, sagt Bürgermeisterin Birgit Erb sichtlich erfreut. „Wir stehen im Finale und hoffen auf ein Rhöner Sommermärchen, wenn am 30. Juli 2020 die Expertenjury die Sieger aus den drei Kategorien Großstädte, Städte mittlerer Größe, Kleinstädte und Gemeinden kürt“. Schließlich gilt der Preis als Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement. Prämiert werden die besten Konzepte gegen Erderwärmung, Ressourcenübernutzung, Artensterben und gesellschaftliche Spaltung.

München, Stuttgart, Gera und Oberelsbach

Insgesamt sind elf Kommunen in drei Kategorien für den DNP nominiert. Bei den Großstädten sind Kiel, München und Stuttgart nominiert, bei Städten mittlerer Größe Buxtehude, Gera, Greifswald und Neukirchen-Vluyn. Bei den Kleinstädten und Gemeinden zählen Eltville am Rhein, Flecken Steyerberg, die Stadt Witzenhausen und eben Oberelsbach zu den Top vier. Die Sieger der drei Rubriken erhalten ein Preisgeld von jeweils 30 000 Euro, das wiederum für Nachhaltigkeitsprojekte eingesetzt wird.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis prämiert Vorreiter der Nachhaltigkeit und sucht leuchtende Beispiele, die zur Inspiration für andere dienen können. Für die Oberelsbacher ist daher schon die Nominierung Anlass zu großer Freude: Sie zeigt, dass der Markt eine der nachhaltigsten Kommunen Deutschlands ist und damit ein Vorbild für andere Gemeinden sein kann. Der DNP ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit und gilt als größter seiner Art in Europa.

„Die Nominierung ist eine große Ehre für uns und eine Wertschätzung der bisher geleisteten Arbeit“, so Bürgermeisterin Birgit Erb. „Der Markt Oberelsbach macht sich bereits seit Jahrzehnten auf den Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit... Unser Ziel ist es, Mensch und Natur, Wirtschaft, Umwelt und Soziales in Einklang zu bringen.“ Dies hat auch die Jury des DNP in ihrer Begründung für die Nominierung so formuliert: „Der unterfränkische Erholungsort Markt Oberelsbach geht die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung in vielen Bereichen an: Als Teil mehrerer Naturschutzgebiete und im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön gelegen, richtet Oberelsbach mit der höchsten Biotopdichte, dem größten ökologisch bewirtschafteten Flächenanteil und den meisten Weidetieren im Landkreis Rhön-Grabfeld einen besonderen Fokus auf Biodiversität.“

Landrat Thomas Habermann bekräftigt: „Die Nominierung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis ist eine großartige Leistung, die die außergewöhnliche Zukunftsorientierung unserer Region unter Beweis stellt. Seit Jahren schon setzen sich die vielen engagierten Akteure im Markt Oberelsbach für eine nachhaltige Entwicklung ein. Damit gestalten sie den ökologischen und sozialen Fortschritt unserer Region maßgeblich mit.“

Der Nominierung ging ein mehrstufiger Bewerbungsprozess voran. „Wir haben weit über 400 Seiten Material eingereicht, um die jahrzehntelangen Leistungen des Marktes Oberelsbach in verschiedenen Themenfeldern zu belegen“, erläutert Erb. Nachdem die erste Hürde mit Bravour genommen war, wurde der Markt Oberelsbach zum Interview eingeladen. „Normalerweise besucht die Expertenkommission die nominierten Städte und Gemeinden vor Ort. Da hätten wir natürlich ein Feuerwerk für alle Sinne gezaubert: Tagsüber hätten wir der Jury unsere engagierten Protagonisten im Markt Oberelsbach vorgestellt. Natürlich hätten wir Rhönschafe gekrault und uns kulinarisch als einer der 100 Bayerischen Genussorte präsentiert. Und abends hätten wir zum Sterne-Beobachten geladen“, verrät Kathrin Scholz, Beauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rathaus Oberelsbach.

Stabiles Breitband-Netz

Wegen der Corona-Pandemie müssen die Vor-Ort-Besuche in diesem Jahr leider entfallen. Stattdessen fand eine zweistündige Videokonferenz statt. Auch hier zeigte sich der Markt Oberelsbach bestens vorbereitet und präsentierte einen eigens erstellten Imagefilm. Im Übrigen konnte so eindrucksvoll belegt werden, wie gut die Gemeinde den Breitband-Ausbau vorangetrieben hat – die Technik funktionierte ohne Probleme. „Das hat die Jury sicherlich nicht erwartet, dass eine relativ kleine Gemeinde in der Rhön mit einem so stabilen Netz aufwartet“, schmunzelt Erb.

An der Videokonferenz nahmen neben Expertinnen von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis und vom Wuppertal Institut auch Bürgermeisterin Birgit Erb und Abteilungsleiter aus der Gemeindeverwaltung teil. Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, schaltete sich ebenfalls dazu. Er hatte den Markt Oberelsbach ermuntert, sich für den Nachhaltigkeitspreis zu bewerben.

Freuen sich über die Nominierung: Erste Bürgermeisterin Birgit Erb (rechts) und Kathrin Scholz, Beauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Markt Oberelsbach.
Freuen sich über die Nominierung: Erste Bürgermeisterin Birgit Erb (rechts) und Kathrin Scholz, Beauftragte für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Markt Oberelsbach. Foto: Sabrina Pörtner

„Jetzt kann man nur noch abwarten und die Daumen für den Markt Oberelsbach und die Rhön drücken“, so Erb. Diesen Donnerstag, 30. Juli, entscheidet die Jury, wer von den vier nominierten Kleinstädten und Gemeinden zum Sieger gekürt wird. Wann die Sieger bekanntgegeben und wie die Preisverleihung erfolgen wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

Wieder könnte Corona dem üblichen Prozedere einen Strich durch die Rechnung machen: „Vielleicht findet die Preisverleihung nicht als Festakt in den Siegerorten statt, sondern im Dezember auf der größten deutschen Nachhaltigkeitstagung in Düsseldorf. Dann müssen wir uns noch sehr lange gedulden – und aus dem ersehnten Oberelsbacher Sommermärchen wird vielleicht ein Winterzauber“, hofft Erb.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Der Preis wird in acht Wettbewerben mit über 1000 Bewerbern vergeben. Der Preis ist Europas größte Auszeichnung für ökologisches und soziales Engagement und prämiert die besten Konzepte gegen Erderwärmung, Ressourcenübernutzung, Artensterben und gesellschaftliche Spaltung. Für den Jahrgang 2021 sind im Wettbewerb für Städte und Gemeinden in drei Kategorien elf Kommunen nominiert, der Markt Oberelsbach ist eine davon. Die drei Sieger erwartet jeweils ein Preisgeld in Höhe von 30000 Euro, das zweckgebunden für Nachhaltigkeitsprojekte verwendet wird.
Quelle: Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Oberelsbach
  • Marion Eckert
  • Thomas Pfeuffer
  • Artenschwund
  • Biodiversität
  • Biosphärenreservat Rhön
  • Biosphärenreservate
  • Birgit Erb
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Erderwärmung
  • Großstädte
  • Kleinstädte
  • Michael Geier
  • Nachhaltige Entwicklung
  • Naturschutzgebiete
  • Städte
  • Thomas Habermann
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!