Eyershausen

Der Herrgott wacht wieder übers Grabfeld

In rund elf Metern Höhe wurde der neue Corpus am Lahnbergkreuz durch Christian Schüller und Alois Büttner angebracht.
In rund elf Metern Höhe wurde der neue Corpus am Lahnbergkreuz durch Christian Schüller und Alois Büttner angebracht. Foto: Hanns Friedrich

Gut ein Jahr ist es her, dass der Corpus am Lahnbergkreuz in Eyershausen aus Gründen der Sicherheit abgenommen worden war. Wind und Wetter, aber auch Spechte hatten ihm schwer zugesetzt, berichtet Clemens Behr von der Initiative Denkmalpflege Eyershausen. Die Abnahme erfolgte durch  Rüdiger Stamm und Klaus Endres. Seit wenigen Tagen ist ein neuer, lebensgroßer Corpus aus Kunstharz in Holztönen, für den Außenbereich geeignet, wieder in rund elf Metern Höhe angebracht. Andreas Bauer von der Firma Baustoffe Bauer aus Trappstadt hievte mit einem Teleskoplader Christian Schüller und Alois Büttner von der Firma Metallbau Schüller aus Eyershausen in die Höhe. Fachmännisch wurden die alten Halterungen abmontiert und der neue 1,60 Meter große Corpus am Stamm befestigt.

Doch das war gar nicht so einfach, denn nach der Abnahme der alten Halterungen mussten neue Löcher durch den Holzstamm gebohrt werden. In luftiger Höhe ein schwieriges Unterfangen, da man das große Holzkreuz nicht festhalten konnte und es sich leicht nach hinten wölbte. „Hoffentlich geht alles gut, das wackelt doch ganz schön", meinten „Zaungäste“ die zu diesem Termin gekommen waren. Noch dazu brannte die Sonne vom Himmel, und so kamen Christian Schüller und Alois Büttner, aber auch die Gäste am Boden ganz schön ins Schwitzen. Doch nach gut einer dreiviertel Stunde Arbeit war es geschafft. Nur noch die Muttern mussten aufgeschraubt werden, wobei auch das Fingerspitzengefühl erforderte, denn die waren an der Rückseite und von vorne nicht einsehbar. Dann das von Clemens Behr gesungene „Halleluja“, während der Hubwagen die beiden Männer wieder auf die Erde zurückholte.

Kreuz stand schon immer am Lahnberg

„Nun wacht der Herrgott wieder über unser Grabfeld und Eyershausen“, meinten einige Umstehende. Wann das Kreuz auf den 395 Meter hohen Lahnberg gekommen ist, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. „Ein Kreuz stand schon immer dort oben“, wissen ältere Eyershäuser. Bei der 1200-Jahrfeier von Eyershausen 1999 wurde die Idee vom damaligen Bürgermeister Clemens Behr und Hobbyschnitzer Alfred Schnaus geboren, das Lahnbergkreuz mit einem Christus-Corpus zu ergänzen. Pfarrer Zenon Skolasinski feierte im Juni 2002 den Sonntagsgottesdienst unter dem Kreuz und schlug vor, einmal im Jahr hierher zu pilgern und einen Gottesdienst inmitten der Natur abzuhalten. Für das neue Kreuz hatte der Alfred Schnaus in langer Kleinarbeit den 157 Zentimeter großen Christus-Korpus geschnitzt. Die  Firma Katzenberger aus Eyershausen übernahm die Blecheinfassung und Überdachung.

Sie waren auf dem Lahnberg mit dabei, als der Christuskörper am Kreuz montiert wurde: (von links) Rolf Hebborn, Berthild Bauer, Edith Jungjohann, Eugen Behr, Johannes Volz mit Enkel Jonas, Andreas Bauer mit Sohn Ricardo, Clemens Behr, Alois Büttner und Christian Schüller.
Sie waren auf dem Lahnberg mit dabei, als der Christuskörper am Kreuz montiert wurde: (von links) Rolf Hebborn, Berthild Bauer, Edith Jungjohann, Eugen Behr, Johannes Volz mit Enkel Jonas, Andreas Bauer mit Sohn Ricardo, Clemens Behr, Alois Büttner und Christian Schüller. Foto: Hanns Friedrich

Clemens Behr hatte einst als Bürgermeister von Bad Königshofen bei der Übergabe auf den Rundweg „von Kreuz zu Kreuz“ verwiesen, auf dem auch der Lahnberg liegt. Er erwähnte den bekannten Spruch: „Überall in der Natur siehst du des großen Gottes Spur, und willst du Gott noch größer sehn, so bleibe unterm Kreuze stehn." Heute noch ist der Lahnberg ein beliebter Treffpunkt und Ausflugsziel. Von hier aus bietet sich dem Wanderer ein weiter Blick ins Grabfeld, auf Eyershausen, die Stadt Bad Königshofen mit den umliegenden Ortschaften. An einem weiteren Aussichtspunkt blickt man weit in die Rhön, sieht die Ortschaften, Aubstadt, Ottelmannshausen und Herbstadt und den Thüringer Wald. Eben ein idyllisches Fleckchen Erde.

2005 wurde eine Spruchtafel angebracht

Im Jahr 2005 war es, dass eine Spruchtafel angebracht wurde. Johannes Volz hatte die Idee, für ein passendes, kurzes Gedicht seines ehemaligen Lehrers und Heimatdichters Otto Schulz. Finanziell unterstützt wurde er vom Jagdpächter Rolf Heborn. Schreinermeister Georg Werner fräste die Worte in eine Holztafel. Bürgermeister Clemens Behr durfte die Spruchtafel enthüllen, die von der Fränkischen Fahne bedeckt war. Der Text auf der Tafel lautet: "Kreuz auf der Höhe, Ferne und Nähe, froh aufwärts schaut. Wehre den Wettern, dass sie nicht zerschmettern, was wir erbaut. Kreuz auf der Höhe! Ferne und Nähe schlingen ein Band. Den Frieden erhalte, den Glauben entfalte – schütz unser Land."

Im Jahr 2019 beschlossen Förderer der Interessengemeinschaft für Denkmalpflege Eyershausen, einen neuen Corpus anzuschaffen  und den Kaufpreis über 2400,00 Euro durch Spenden zu finanzieren. Dies gelang mit einer großzügigen Finanzspritze des Jagdpächters Rolf Hebborn und Edith Jungjohann sowie der weiteren Unterstützung der Jagdgenossenschaft Eyershausen. Hinzu kam die persönliche Vorstellung des Projektes von Johannes Volz und einigen Hausbesuchen durch Clemens Behr. „Wir konnten feststellen, dass die Eyershäuser für das Lahnbergkreuz viel übrig haben und es auch lieben.“ Bereits im Oktober 2019 segnete Pfarrer Karl Feser den Corpus, der nun angebracht werden konnte. Clemens Behr von der Interessengemeinschaft Denkmalpflege bedankte sich bei den Spendern, Helferinnen und  Helfern,  die ehrenamtlich ihren persönlichen Einsatz für die Denkmalpflege geleistet  haben.

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