Bad Neustadt

Der König hätte seine Freude gehabt

Messias Kantorei Riegler dirigiert       -  In der Christuskirche sang der große Chor der Evangelischen Kantorei Händels „Messias“. Die Leitung hatte Kantorin Karin Riegler, es spielte das Orchester „Soli Deo gloria“ aus Weimar.FOTO: Stefan Kritzer
| In der Christuskirche sang der große Chor der Evangelischen Kantorei Händels „Messias“. Die Leitung hatte Kantorin Karin Riegler, es spielte das Orchester „Soli Deo gloria“ aus Weimar.FOTO: ...

Mit Superlativen sollte man ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Nach dem langen und begeisterten Schlussapplaus in der Christuskirche gibt es aber nur ein Adjektiv, welches das gebotene Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) treffend umschreibt: grandios. Der Evangelischen Kantorei unter der Leitung von Karin Riegler, dem Orchester und den Solisten ist eine wunderbare und in allen Belangen hervorragende Interpretation des berühmten Werkes gelungen.

Ja, vielleicht war es tatsächlich der beste Auftritt, den die Evangelische Kantorei je präsentiert hat. Auf die Minute genau vorbereitet – und die Vorbereitungen dauerten bei diesem Mammutwerk besonders lange – glänzten die Sängerinnen und Sänger und boten ein Konzertereignis erster Güte. Es passte einfach alles zusammen: Orchester, Chor, Solisten und das erwartungsvolle Publikum in der nicht ganz ausverkauften Christuskirche.

Das Orchester „Soli Deo Gloria“ aus Weimar zeigte sich von Beginn an bestens aufgelegt. Teilweise präsentierten die Musik historische Instrumente, unter anderem eine Posaune, die immer wieder für Aufmerksamkeit sorgte. Über die gesamte zweistündige Aufführung ging das Orchester hochkonzentriert zur Sache und folgte Dirigentin Karin Riegler in allen Belangen.

Monatelang geprobt

Die Kirchenmusikdirektorin hatte den großen Chor in monatelanger Arbeit auf den großen Moment in der Christuskirche vorbereitet. Alle Mühen hatten sich gelohnt für die Sängerinnen und Sänger. In allen Stimmlagen bot der Chor ein außergewöhnlich klares und prägnantes Klangbild, das die verschiedenen Themen des dreisätzigen Oratoriums in verschiedenartigster Weise zu interpretieren wusste.

Händel hatte den „Messias“ in seiner Wahlheimat London im Jahre 1741 in lediglich drei Wochen komponiert. Mehrere Teile des Werkes gehören bis heute zu den populärsten Auszügen der klassischen wie geistlichen Musik. Der „Messias“ beinhaltet die Geschichte des Heilands, ausgehend von alttestamentlichen Prophezeiungen über die Geburt Jesu und dessen Tod am Kreuz. Das Hoffen auf die Wiederkehr Christi ist im dritten Teil des Werkes mit einem Ausblick in die Ewigkeit thematisiert.

Der bekannteste Ausschnitt

Der bekannteste Ausschnitt aus dem „Messias“ ist das „Halleluja“ zum Ende des zweiten Teils. Als die Kantorei dieses wunderbare Stück Musik mustergültig und stimmgewaltig zelebriert hatte, konnte auch im dritten Teil nichts mehr schief gehen. Dazu trugen auch die glänzend aufgelegten Solisten bei. Sopranistin Anna Nesyba verlieh Rezitativen wie Arien einen ganz eigenen Zauber, der vielleicht in der Arie „Ich weiß, daß mein Erlöser lebet“ am besten zum Tragen kam. Altistin Katrin Edelmann glänzte in den dramatischen Momenten, unter anderem in der Arie „Er ward verschmähet“. Dramatisch, klar im Ausdruck und würdevoll Tenor André Khamasmie, seine Arie „Doch du ließest ihm dem Tode nicht“ einer der Höhepunkte des Konzerts. Nicht weniger zum gelungenen Zusammenspiel aus Chor, Orchester und Solisten trug Bass Tobias Freund bei, unter anderem in der glänzenden Arie „Warum denn rasen und toben die Heiden im Zorne?“ Die Wahl von Solisten wie Orchester und die punktgenaue Vorbereitung der Kantorei gereichten Karin Riegler zu Ehren und zu langem wie verdientem Beifall. Auch der große Chor applaudierte der Kirchenmusikdirektorin nach Abschluss des Konzerts.

Nach einer Legende soll sich König Georg II. von England beim erstmaligen Hören des „Halleluja“ erhoben haben und bis zum Schluss stehen geblieben sein. In der Christuskirche mit der Evangelischen Kantorei hätte er das auch getan.

Messias Kantorei Solisten       -  Die Solisten (von links) Anna Nesyba (Sopran), Katrin Edelmann (Alt), André Khamasmie (Tenor) und Tobias Freund (Bass).FOTO: Stefan Kritzer
| Die Solisten (von links) Anna Nesyba (Sopran), Katrin Edelmann (Alt), André Khamasmie (Tenor) und Tobias Freund (Bass).FOTO: Stefan Kritzer
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