Bad Neustadt

Die Glosse: Das Los des Politikerseins

Die Zeit ist reif für keine Frau an der Spitze der Kreisstadt Bad Neustadt. Das Losglück und die Parteitaktik kennen keine Gleichberechtigung.
Das Fotoarchiv vergisst nichts: Das Thema Losglück und die bisherige stellvertretende Bürgermeisterin Rita Rösch wird auf diesem Motiv trefflich vereint. In der politischen Wirklichkeit war das Losglück ihr nicht hold. Stattdessen hatte Norbert Klein Glück, dem bisher die Wählergunst bei Bürgermeisterwahlen nicht hold war.
Das Fotoarchiv vergisst nichts: Das Thema Losglück und die bisherige stellvertretende Bürgermeisterin Rita Rösch wird auf diesem Motiv trefflich vereint. In der politischen Wirklichkeit war das Losglück ihr nicht hold. Stattdessen hatte Norbert Klein Glück, dem bisher die Wählergunst bei Bürgermeisterwahlen nicht hold war. Foto: Archiv Andreas Sietz

"Alles neu macht der Mai", so heißt das schöne deutsche Sprichwort. Er besetzt einige Bürgermeisterposten im Landkreis neu, schickt neue Kreisrätinnen und Räte ins Amt und viel, um mit einem Bild zu sprechen, viel junges Gemüse schickt sich an, im politischen Feld Wurzeln zu schlagen und zu gedeihen.

Was aber beim Alten bleibt, das sind die politischen Ränkespiele, um es zugespitzt zu formulieren. Eines davon hat der Stadttürmer in der Kreisstadt Bad Neustadt beobachten können just zur konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats. Ein simpler Loszettel sorgte dafür, dass die langgediente stellvertretende Bürgermeisterin Rita Rösch ihren Posten verlor. Zuvor hatte CSU-Mann Norbert Klein Anspruch auf den Stellvertreterposten erhoben. Es gab zweimal Gleichstand bei der Wahl, also entschied das Los.

Die Zeit ist reif für keine Frau

So ist das politische Geschäft, denkt sich der Stadttürmer. Und er erinnert sich an den Spruch der unterlegenen Bürgermeisterkandidatin Christiane Hanshans vom März, als sie etwas indigniert sagte "Bad Neustadt ist offensichtlich noch nicht reif für eine Bürgermeisterin". Damals brachte die CSU also das Frauen-Argument in die Diskussion. Jetzt, bei der konstituierenden Sitzung, hätte eine Frau immerhin zweite Bürgermeisterin bleiben können. Aber es gibt Momente, das taugt das Geschlechter-Argument nicht mehr so ganz und andere Erwägungen kommen ins Spiel.

Nun ist also der langjährige Stadtrat Norbert Klein der zweite Bürgermeister der Kreisstadt. Carlo Breitenbücher ist der dritte. Die SPD rechnet zwar vor, dass 2.711 Stimmen für Klein 4.425 Stimmen für Rösch überstimmt haben. Aber warum soll die SPD nicht von der CSU lernen, wie Umverteilung geht?

Michael Werner senkt den Schnitt

Am Ende sind die Bürgermeisterposten in Bad Neustadt nun rein männlich besetzt. Vielleicht auch, weil in Sachen Landrats-Stellvertreter auch schon geschachert wird? Der Stadttürmer will den erwiesenermaßen rüstigen Stellvertretern von Michael Werner nicht zu nahe treten. Aber es braucht schon einen 31-jährigen Bürgermeister, damit Spötter nicht sagen können, Bad Neustadt wird von alten, weißen Männern regiert. 

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