Bad Neustadt

Die Glosse: Dr Späichel in’n Babbedeggl in die Karaasch

Dialekt ist das Herrlichste, was die Sprache zu bieten hat. Sei's im Spessart wie hier auf unserem Bild aus Frammersbach oder eben in der Rhön und im Grabfeld mit seinen sprachlichen Eigenarten.
Foto: Archiv: Monika Büdel | Dialekt ist das Herrlichste, was die Sprache zu bieten hat. Sei's im Spessart wie hier auf unserem Bild aus Frammersbach oder eben in der Rhön und im Grabfeld mit seinen sprachlichen Eigenarten.

Weil mer doss blöd C-Wurrd wallich nix mer ghör konn, well ich mich heut amoll nur mit a D-Wurrd befass, n Dialekt. Iss doch woss schönns, odder? Im Heimat-Jahrbuch 2021 hodd der Stefan Zehfuß vo Wollbich a herrliche Gschicht gschriewe: „Das falsch verstandene Kreuzberglied“. „Komm mit mein Schatz …..“, ihr kennts alle.

Der Stefan Zehfuß iss Vorstand vonn Wollbicher Tschernobyl-Hilfsverein unn a befreunder Verein aus die Pfalz, wo der Stefan herstammt, wor zu Besuch. S iss nauf n Kreuzberg gange unn die Wollbicher hömm ihr Pfälzer Gäst s Kreuzberglied vuurgsunge.

Eine Anekdote von Stefan Zehfuß 

Alle worrn begeistert unn wie‘s middn Bus wieder hemmwärts nooch Wollbich gange iss, hodd a Pfälzer Bekannte n Stefan gfräächd, ob er nedd noch amoll doss schö Lied mit dem Klopapier gsing könnd. „Mit dem Klopapier???“ hodd der Stefan gfräächd. „Ja, du wässd scho, des Schatz merke dir, hier gibt’s prima Klopapier!“ Ja, ja, die Pfälzer! Ich hobb mütterlicherseits aa Verwandschofd dürrd unn mir gfällt der Pfälzer Dialekt richtig gut. S gidd Schlimmere!

Öm den Pfälzer Dialekt zu beschreibe, hodds ömmer ghässe: „In der Palz gedd der Parrer mit der Peip in die Kärsch.“ Die Pfälzer brenges, worömm aach ömmer, eefoch nedd fertig, statt „P“ s „Pf“ zu sooche. Erstaunlich, owwer bis nei die Pfalz brauche mer goor nedd zu genn, ömm solche sprachliche Fänomene aufzudunn.

Die Wargolshäuser

A Worchelshäuser zum Beispiel konn kee lang gedehnts „ie“ gsooch. Der Spiegel iss der „Späichel“, der Mist iss der „Mäist“ unn die grüne Wiese würrd zur „grüe Wäise“. Ähnlich erstaunlichs hört mer im höchstgeleechm Durf Unterfrankens, Ööwerweißebrönn. Wenn du n Ööwerweißebrönner „Äboridschinäl“ ärger wissd, reedn oo unn sooch, er söll amol „rrrrrrrrrrrrrrrrrrr“ sooch. Browiers aus, die Antwurrd iss „chchchchchchch“. Die Zunge künnd nedd ömms Verregge ins Rolle, s „R“ bleid hinne in die Gurgel stegge unn verhungert zum „ch“.

Worömm? Frääch mich nedd. Obwohls doch hochintressant wär, a wissenschaftliche Begründung dofür zu grieche. Ower gut, mir Franke hömm halt unner Brobleme. Könne kee „P“ unn kee „T“ unn s enzig Wurrd mit a „K“ n Oofang iss frei nooch Michl Müller die „Karaasch“. Trotzdem herrlich, wie mir reede, unn unübedroffe, wenn a fränkisch Kind zu sein Vodder seechd: „Babba, babb amol a Babberla off dan Babbedeggel drauf.“ Servus, der Eustach.

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