Herschfeld

Die Glosse: Herschfelder Bingo mit Ginkgo und Twingo!

Die Herschfelder sind sich mit den Strippenziehern im Neuschter Rathaus nicht ganz grün. Darum ärgern sie sich über gefällte Bäume schwarz. Für den Frieden sieht der Rhönkauz rot.
Ein Herz für die Natur, wer hat das nicht? Schließlich sorgt nur eine intakte Natur für ein gutes Klima. Das ist zwischen Herschfeld und dem Rathaus gerade etwas frostig.
Foto: Paul Diestel | Ein Herz für die Natur, wer hat das nicht? Schließlich sorgt nur eine intakte Natur für ein gutes Klima. Das ist zwischen Herschfeld und dem Rathaus gerade etwas frostig.

Manchmal stellt sich der Rhönkauz die richtigen Fragen. Zum Beispiel die, warum Herschfeld ausgerechnet Herschfeld heißt. Hat es damit zu tun, dass dort besondere Bedingungen herrschen? Oder damit, dass die Frage noch gar nicht geklärt ist, wer hier wirklich herrscht?

Die Machtfrage scheint jedenfalls nicht geklärt. Der Rhönkauz will noch nicht von einem Hort der Aufständischen sprechen, die da den Traum von der geeinten Stadt mit ihren Stadtteilen torpedieren. Aber der Widerstand ist schon auffällig. Zuletzt war es die Fällung von sieben Ginkgo-Bäumen entlang der Falltorstraße, die den Unmut der Bürger erregte. 

Twingo und die Poesie

Der Rhönkauz, der in erster Linie poetisch denkt, ist -  er kann es nicht anders sagen - glücklich, dass es Ginkgo-Bäume waren. Sonst wäre es niemals zu dem genialen Protest-Schriftzug "Ginkgo statt Twingo" gekommen auf den Holztafeln der Demonstranten. Der Rhönkauz hat lange sein kleines Gehirn angestrengt, ob es Alternativen zu diesem Spruch gegeben hätte. Er ist nur bis "Grüne Tann' statt Sharan" gekommen. Und beim Zweitplatzierten "Nur Morsche für den Porsche" hat er dann aufgegeben. Es ist auf der anderen Seite ja auch schon genug Papier aus gefällten Bäumen für die Leserbrief-Spalten bedruckt worden. 

Klar, dass sich bei sieben Ginkgos, die gefällt wurden, sogleich die Aktivisten von Fridays for Future gemeldet haben. Sie beklagen, dass der Kahlschlag den Klimawandel beschleunigt. Ehrlich gesagt freut sich der Rhönkauz auf diesen Klimawandel. Denn das Klima zwischen dem Bad Neustädter Rathaus und den Herschfeldern muss sich einfach ändern, damit es nicht zu einer Permafrost-Zone in den Saaleauen kommt. 

Der Campus im Fokus

Sollten die Herschfelder ihre Proteste auf den bekannten Klinikkonzern auf ihrem Hausberg ausweiten, dann bietet der Rhönkauz als Unterstützung den griffigen Slogan "Schampus statt Campus" zur freien Verwendung an. Auf der anderen Seite: Sollte Herschfeld vielleicht doch einmal die Selbstständigkeit anstreben, könnte man den Firmensitz und damit Gewerbesteuer näher an das Klinikum auf Herschfelder Gemarkung ziehen. Parkplätze für das Top-Management gibt es genug.  

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