Sulzdorf

Die Junge Kantorei wurde mit Musik 60 Jahre jung

Ehrungen beim Jubiläumsfest der Jungen Kantorei mit dem Flötenchor, dem Chor und dem Posaunenchor: Dekan Matthias Büttner (rechts) und Pfarrer Lutz Mertten (links) nahmen die Auszeichnungen vor.
Foto: Hanns Friedrich | Ehrungen beim Jubiläumsfest der Jungen Kantorei mit dem Flötenchor, dem Chor und dem Posaunenchor: Dekan Matthias Büttner (rechts) und Pfarrer Lutz Mertten (links) nahmen die Auszeichnungen vor.

Als ein wesentliches Element der Verkündigung hat Pfarrer Lutz Mertten beim Fest "60 Jahre Junge Kantorei Sulzdorf" die Musik und den Gesang bezeichnet. Grund genug für Dekan Matthias Büttner (Bad Neustadt) nach Sulzdorf zu kommen, um mit Lutz Mertten die Ehrungen vorzunehmen. "Es ist mir eine Ehre und Freude, heute hier zu sein", sagte der Dekan.

In der Kirche umrahmte der Flötenchor unter anderem den Jubiläums-Gottesdienst.
Foto: Hanns Friedrich | In der Kirche umrahmte der Flötenchor unter anderem den Jubiläums-Gottesdienst.

Den festlichen Gottesdienst hatte das Pfarrer-Ehepaar Tina und Lutz Mertten besonders durch die gemeinsame Predigt eindrucksvoll gestaltet. "Alleine singen und alleine dreschen ist eine langweilige Arbeit", heißt es in einem alten Sprichwort, doch, so Pfarrerin Tina Mertten: "Singen muss in Sulzdorf Gott sei Dank niemand allein." Man feiere beim Gemeindefest das Jubiläum der drei Chöre: Kantorei, Posaunenchor und Flötenkreis. Die Predigt der beiden Pfarrer befasste sich logischerweise mit Musik. Wie das wohl klingen würde, wenn der ganze Erdkreis singt und alle Instrumente zur Ehre Gottes erklingen?, fragte Mertten seine Frau. Er fügte an: "Wer möchte da nicht in diesem Orchester spielen, mit allen Menschen dieser Erde: Weiße und Schwarze und Alte und Junge und Kleine und Große und Reiche und Arme!"

Gemeinsam lobe man Gott mit Gesang, Jubel, Harfen, mit Saitenspiel, Trompeten und Posaunen. "Ob es da nicht im Bauch kribbelt?", fragte Mertten seine Frau, die Tenorhorn spielt. "Von Tenorhörnern ist da keine Rede…"  entgegnete sie. Dürfe sie dann überhaupt in dem Welt-Orchester mitspielen? Beim Blick auf die Instrumente der anwesenden Musikerinnen und Musiker sagte der Pfarrer, dass es dann nur wenige wären, die in dem großen Welt-Orchester mitspielen würden. "Sicher ist das nicht so gemeint, jeder darf dabei sein!" Tina Mertten lobte das Tenorhorn mit seinem warmen Klang, das ein Gefühl von Heimat, Geborgenheit und Dazugehören mitbringt. "Und das braucht der Mensch - und findet es hoffentlich in seiner Gemeinde", so Tina Mertten. Ihr Mann spielt Trompete. "Dieses Instrument hat einen klaren Ton - und steht damit für Menschen, die zu ihrem Glauben stehen", fügte Lutz Mertten an. Und: Es brauche schon Übung, bis das satt und überzeugend klingt und nicht schrill und scheppernd. Musik und Glauben hätten also viel gemeinsam.

"In einem Gottesdienst will ich mich fallen lassen können, da will ich nicht ständig denken müssen und mir auch nicht vorkommen wie ein Tanzbär. Ich will die alten Texte aus meiner Lutherbibel hören und wissen, wann ich den Geldbeutel zücken muss für die Kollekte und 'Wer nur den lieben Gott lässt walten' singen. Dann fühl ich mich daheim", so Tina Mertten. Aber andere, so ihr Mann, bräuchten eine neuen, frischen Sound in der Kirche. Zum Glauben gebe es wahrscheinlich genauso viele Zugänge wie zur Musik. Wie in der Musik, so sei es auch im Glauben wichtig, nicht allein zu sein - gerade in schwierigen Zeiten, fasste der Pfarrer zusammen. Da dürfe dann auch mal einer daneben greifen oder schräg singen. "Ein Chor fängt so was auf. Jeder ist wichtig mit seiner Stimme. Wer singt, betet doppelt", soll schon der Kirchenvater Augustinus gesagt haben. Deshalb wurde auch im Jubiläums-Gottesdienst viel gesungen und gespielt.

Beim Festnachmittag im Gemeindezentrum wurden Annemarie und Hans Schätzlein für langjährige Mitgliedschaft mit einem Präsentkorb ausgezeichnet. Annemarie Schätzlein (Mitte) nahm die Ehrung in Empfang. Unser Bild zeigt weiter (von links) Pfarrer Lutz Mertten, Dietmar Unger, Dekan Matthias Büttner und Chorleiter Hartmut Scheider.
Foto: Hanns Friedrich | Beim Festnachmittag im Gemeindezentrum wurden Annemarie und Hans Schätzlein für langjährige Mitgliedschaft mit einem Präsentkorb ausgezeichnet. Annemarie Schätzlein (Mitte) nahm die Ehrung in Empfang.

Am Nachmittag gab es im Gemeindezentrum Sulzdorf gesangliche und musikalische Darbietungen, so vom Chor der Jungen Kantorei, vom Flötenchor und dem Gesangverein Memmelsdorf. Der Dekanatsposaunenchor unter Leitung von Christoph Schindler umrahmte die Ehrungen.

Ehrungen, Flötenchor, 25 Jahre: Katrin Dellert, Jasmin Eckhardt, Angelika Baum und Julia Hesselbach. Chor, 60 Jahre: Walter Schad und Hans Schätzlein. 50 Jahre: Annemarie Schätzlein und Annette Vogel. 40 Jahre: Helene Scheider, Erika Schleicher,  Hannelore Fischer, und Hannelore Hülbig. 30 Jahre: Anita DeSacco, Gerhard Voltz und Marliese Scheller. Posaunenchor: Annemarie Schätzlein (25 Jahre), Ralf Kriegsmann, Werner Schleicher, Dietmar Unger, Karl Heinz Götz (40 Jahre). 50 Jahre: Gerald Dellert, Siegfried Schweinfest, Berthold Scheider und Hartmut Scheider. 65 Jahre: Hans Schätzlein.

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