Bad Neustadt

Die Kultur leidet unter Corona

Vor allem die Gesangvereine leiden nach wie vor unter der Corona-Pandemie, da ein gemeinsames Singen aufgrund der Hygienerichtlinien und Abstandsregelung nicht möglich ist.
Vor allem die Gesangvereine leiden nach wie vor unter der Corona-Pandemie, da ein gemeinsames Singen aufgrund der Hygienerichtlinien und Abstandsregelung nicht möglich ist. Foto: Hanns Friedrich

Einblicke in den Bereich der Kultureinrichtungen in Rhön und Grabfeld zu Zeiten der Corona-Pandemie gaben Kulturmanagerin Dr. Astrid Hedrich-Scherpf und Sophia Mohr von der Kulturagentur Rhön-Grabfeld vor dem Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Kultur und Tourismus. Sie machten deutlich, dass Kunstschaffende und Kultureinrichtungen stark betroffen seien. Die staatlichen Hilfen würden oft nicht ausreichen oder greifen. Dazu machte Landrat Thomas Habermann deutlich, dass man wissen sollte, dass die Hilfen des Staates nicht zum Lebensunterhalt gedacht seien. Deshalb würden viele Künstler durch dieses Raster fallen. Hedrich-Scherpf wusste von einer einzigen Zuwendung für eine Ausstellung im Landkreis Rhön-Grabfeld. 

Sophia Mohr berichtete dem Gremium von einem virtuellen Kulturstammtisch der Kulturagentur Rhön-Grabfeld, zu dem seit Mai regelmäßig Kulturakteure aus dem Landkreis eingeladen sind. Dabei werden  die aktuellen Probleme und Herausforderungen für den Kulturbereich besprochen, sowie neue Ideen und Formate vorgestellt und gemeinsame landkreisweite Lösungen angestrebt.

Herbstausgabe des Kulturkalenders

Wie geht es mit dem Kulturkalender weiter? Hedrich-Scherpf sagte, dass die Sommerausgabe zunächst ausgesetzt ist. Eventuell werde, je nach Anzahl der Veranstaltungen, für August eine Onlineversion angeboten. Die Herbstausgabe (September bis November) soll regulär erscheinen. Was aus dem Weihnachtsmarkt im Kloster Wechterswinkel wird, sei noch unklar.

Angesprochen wurden die wieder geöffneten Museen und Ausstellungen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Dafür wurden Konzepte zur Hygiene und zum Besuchermanagement erarbeitet. Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen, das Orgelbaumuseum Ostheim, die Museen in der Schranne in Bad Königshofen, das Kloster Wechterswinkel und die Kreisgalerie Mellrichstadt, sowie das Bruder Franz Haus mit der Tourismusinformation auf dem Kreuzberg sind wieder geöffnet. Problematisch sei die Situation noch bei ehrenamtlich geführten Museen, da im Ehrenamt Tätige noch nicht arbeiten dürfen. Das Kirchenburgmuseum in Ostheim und das Salzhaus in Mellrichstadt sind davon betroffen. Hier suche man nach Möglichkeiten, zeitnah wieder zu öffnen.

Besucherzahlen bewegen sich nach unten

Die Museen und Angebote werden von den Besuchern sehr gut angenommen. Trotzdem stehe fest, dass sich die Besucherzahlen in diesem Jahr nach unten bewegen. Dr. Hedrich-Scherpf: "Wir müssen uns warm anziehen". Fatal sei es aber, im Kulturbereich zu sparen. Die eigentlich für den Zeitraum April bis Mai/Juni geplanten Ausstellungen wurden auf das nächste Jahr verlegt. Eröffnungen finden zurzeit keine statt. Ebenso gibt es aufgrund der bestehenden Maßnahmen keine Museumpädagogik und Angebote für Schulklassen und es finden keine Führungen statt.

Dafür wird zum Beispiel im Kloster Wechterswinkel ein Videoclip über die ausstellenden Künstler gezeigt. Mit der nächsten Ausstellung im Kloster Wechterswinkel sind wieder Führungen geplant mit begrenzter Teilnehmerzahl und Voranmeldung. Die Kulturmanagerin sagte, dass Konzert- und Kulturveranstalter weiterhin vor großen Herausforderungen stehen. Dies betrifft vor allem die begrenzte Anzahl der Gäste und das notwendige Hygienekonzept. Vereinzelt gab es Konzert- und Veranstaltungsformate wie den Neuschter Parkplatzsommer oder 1:1 concerts im Kloster Wechterswinkel. In den Musikschulen darf wieder Einzelunterricht erteilt werden, wobei ein Mindestabstand von 1,5 Metern gilt. Ebenso ist ein eingeschränkter Probenbetrieb für Instrumentalgruppen  möglich, allerdings unter Beachtung strenger Schutz- und Hygienemaßgaben in Gruppen von bis zu zehn Personen. Wegen der erhöhten Infektionsgefahr, die nach Einschätzung der Fachleute mit dem Singen verbunden ist, gilt dies nicht für Chöre und Gesangsgruppen.

Die Menschen an der Kultur teilhaben lassen

Kreisrat Egon Sturm nannte die kleinen, bodenständigen Kultureinrichtungen. Hier seien für Auftritte und Konzerte derzeit keine Vorbereitungen möglich, sie würden damit brach liegen. Das bestätigte Dr. Hedrich-Scherpf, aber man könne keine Ratschläge geben. Die Chöre und Musikkapellen sprach Kreisrätin Anne Zeisner an. "Die Musiker und Sänger leiden wahnsinnig." Überlegen sollte man, Kurse für Ältere über die Vhs anzubieten, damit zum Beispiel per Internet von zu Hause aus geübt werden kann. René van Eckert: "Wir müssen überlegen, wie man die Menschen im Landkreis weiter an der Kultur teilhaben lassen kann, damit die Kultur nicht ganz untergeht."  Hier sei das Internet, zum Beispiel YouTube, ganz wichtig. Dr. Jörg Geier sagte dazu, dass man dazu bereits Vorkehrungen getroffen habe. "Wir müssen nun aber auch noch aktiv werden, aufgestellt sind wir jedenfalls bereits."

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